NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCDie Welt
LANGDE
LEANCenter-Right
WORDS816
ENT10
MON · 2026-04-06 · 09:40 GMTBRIEF NSR-2026-0406-54412
News/Schachmatt in 85 Losen
NSR-2026-0406-54412News Report·DE·Human Interest

Schachmatt in 85 Losen

Der Artikel berichtet über die Versteigerung eines Teils der Schachsammlung des deutschen Schachgroßmeisters Lothar Schmid (1928-2013) bei Sotheby's in London. Schmid war Schiedsrichter des legendären Schachduells zwischen Spasski und Fischer 1972 und besaß eine der größten privaten Schachbibliotheken Europas.

Heidi BürklinDie WeltFiled 2026-04-06 · 09:40 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Schachmatt in 85 Losen
Die WeltFIG 01
Reading time
4min
Word count
816words
Sources cited
1cited
Entities identified
10entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Der Artikel berichtet über die Versteigerung eines Teils der Schachsammlung des deutschen Schachgroßmeisters Lothar Schmid (1928-2013) bei Sotheby's in London. Schmid war Schiedsrichter des legendären Schachduells zwischen Spasski und Fischer 1972 und besaß eine der größten privaten Schachbibliotheken Europas. Die Sammlung umfasst Inkunabeln, Handschriften und antiquarische Bücher, darunter ein Exemplar des Werkes von Luis Ramírez de Lucena aus dem Jahr 1497, das als Meilenstein der Schachgeschichte gilt. Bereits 2016 wurde ein Teil der Sammlung versteigert; nun bieten Schmids Kinder weitere Stücke an. Ein weiteres Highlight ist eine Illustration eines Schachbretts aus dem Jahr 1482.

Confidence 0.90Sources 1Claims 5Entities 10
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Human Interest
Economic Impact
Tone
Measured
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.80 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
1
Limited
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

A 1497 book by Luis Ramírez de Lucena, describing modern chess rules, is being auctioned.

factualnull
Confidence
1.00
02

Sotheby's is auctioning part of Lothar Schmid's chess collection.

factualnull
Confidence
1.00
03

Lothar Schmid collected a large private chess library.

factualnull
Confidence
1.00
04

Lothar Schmid was the referee of the Fischer-Spasski match.

factualnull
Confidence
1.00
05

In 1972, Bobby Fischer defeated Boris Spasski in Reykjavík.

factualnull
Confidence
1.00
§ 04

Full report

4 min read · 816 words
PfadnavigationHomeKulturHinterlassenschaft eines deutschen GroßmeistersSchachmatt in 85 LosenStand: 11:44 UhrLesedauer: 4 Minuten„Match des Jahrhunderts“, 1972: Spasski vs. FischerQuelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/J. WALTER GREENLothar Schmid war Schachgroßmeister und Schiedsrichter bei einem legendären Ost-West-Duell. Auch seine private Leidenschaft galt dem Brett. Über den berühmtesten Schachbetrug wusste er wohl alles.Es war das „Match des Jahrhunderts“: Im Jahr 1972 besiegte der Amerikaner Bobby Fischer in Reykjavík den russischen Schachweltmeister Boris Spasski – auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs und unter den Augen einer elektrisierten Weltöffentlichkeit. Mit einem Schlag war die 24-jährige sowjetische Dominanz im Schachspiel gebrochen. Mittendrin: ein Deutscher.Lothar Schmid (1928–2013) war Schiedsrichter dieses historischen Duells, selbst Großmeister – und zugleich eine der schillernden Figuren des internationalen Schachlebens. Ein Amateur im besten Sinne, der Deutschland bei elf Schacholympiaden vertrat und nebenbei eine Leidenschaft kultivierte, die ihn weit über das Brett hinaus bekannt machen sollte: das Sammeln. Der Buchverlag seiner Familie, der die Abenteuerromane von Karl May publizierte, verschaffte Schmid die Mittel, seine zweite Leidenschaft zu finanzieren – und in die Geschichte seines Spiels zu investieren.In seinem Bamberger Haus trug er wohl eine der umfangreichsten privaten Schachbibliotheken Europas zusammen: Inkunabeln, Handschriften und antiquarische Bücher aus vielen Jahrhunderten. Eine Obsession, wie sein Sohn Bernhard einmal sagte – und eine, die Lothar Schmid bis nach Südamerika führte, wo er sich „ein Buch im Werte eines Hauses“ sicherte.Bereits 2016 wurde ein erster Teil von Schmids Sammlung in einem Braunschweiger Auktionshaus versteigert. Nun haben seine drei Kinder einen weiteren Teil dieser legendären Sammlung bei Sotheby’s in London eingeliefert. Das Glanzstück der am Donnerstag gestarteten Online-Auktion ist ein Meilenstein der Schachgeschichte: 1497 erschien in Salamanca das Werk des Spaniers Luis Ramírez de Lucena, das erstmals die Regeln des modernen Spiels mit der heute dominierenden Figur der Dame beschreibt. Nur zehn Exemplare sind bekannt – Sotheby’s taxiert Lothar Schmids auf mindestens 70.000 Pfund.Als erste gedruckte Illustration eines Schachbretts gilt ein Blatt in dem 1482 in Venedig erschienenen Werk des Jacobus Publicius „Ars oratoria. Ars epistolandi. Ars memorativa“. Es dürfte aber nicht nur Schachfans ansprechen, enthält es doch auch eine Abhandlung über das Gedächtnis und die Unterstützung der Erinnerung mithilfe von „Eselsbrücken“ (ab 30.000 Pfund). Lesen Sie auchÜberhaupt zeigt diese Auktion, wie eng Schach, Ethik und Gesellschaft einst verwoben waren: Das im 13. Jahrhundert entstandene Werk des Dominikanermönchs Jacobus de Cessolis, eine moralisierende Deutung der feudalen Ordnung anhand des Schachspiels, gehörte zu den populärsten Texten des Mittelalters. Der Autor nutzt das Schachspiel als Metapher, um die tugendhaften Aufgaben jedes Standes zu illustrieren. Mit der Erfindung des Buchdrucks fand die „Moralpredigt“ weite Verbreitung. Alles vom „Schachtürken“Die 1493 in Florenz veröffentlichte Version aus Schmids Sammlung mit detailreichen Holzschnitten wird auf mindestens 50.000 Pfund geschätzt. Bereits zehn Jahre früher erschien eine deutsche Edition in Straßburg. Die Provenienz dieses raren „Schachzabelbuchs“ aus dem früheren Besitz des preußischen Schachspielers und Bibliophilen Baron von der Lasa (1808–1899) ist ebenfalls auf 50.000 Pfund taxiert. Auch die Frühzeit des professionellen Spiels ist vertreten: Ein Manuskript des Italieners Gioachino Greco (um 1600–1634), einer der ersten „Schachstars“ der Geschichte, dokumentiert die taktische Finesse und aggressive Eleganz seiner Partien – das „Traktat des Schachspiels“ ist dem römischen Kardinal Corsini gewidmet und mit 20.000 Pfund bewertet. Eine barocke Kuriosität ist der „Mechanische Türke“, beschrieben in einem Konvolut von zehn Bänden aus dem Jahr 1783 (ab 15.000 Pfund): Der schachspielende Automat, der 1769 in Wien vor Kaiserin Maria Theresia enthüllt wurde, reiste über acht Jahrzehnte durch Europa und die USA. Sein Geheimnis wurde erst nach 51 Jahren entdeckt: Während der als Türke verkleidete „Automat“ scheinbar von einem Uhrwerk angetrieben wurde, saß im mannhohen Gehäuse ein geschickter Schachspieler, der mithilfe eines Systems von Magneten und Hebeln auf die Züge seines Gegners reagierte. 1854 wurde der originale „Schachtürke“ bei einem Brand zerstört.Den Sprung in die Moderne markieren die Aufzeichnungen Emanuel Laskers (1868–1941), des langlebigsten Weltmeisters der Geschichte. Acht Manuskripte dokumentieren sein Denken über das Spiel, seine Strategien, seine Analysen – intime Einblicke in das Werk eines Genies (ab 8000 Pfund). Dass Schmid nicht nur Bücher sammelte, zeigt ein weiteres Los: Adolph von Menzels frühe „Schachpartie“ von 1836, ein kleines Gemälde von großer Suggestion. 1962 erworben, kommt es nun wieder auf den Markt – geschätzt auf 8000 bis 12.000 Pfund.Lesen Sie auchSchließlich kehrt die Auktion an ihren Ursprung zurück: zu jenem Jahrhundert-Match von 1972. Schmids eigene Aufzeichnungen – darunter die von Fischer und Spasski signierte 17. Partie – kommen ebenfalls zum Aufruf (ab 10.000 Pfund), als Dokumente eines Moments, in dem ein Schachspiel zur Weltpolitik wurde. Schmid blieb mit beiden Rivalen befreundet; sie besuchten ihn – getrennt voneinander – in seinem Bamberger Zuhause und bewunderten dort seine Sammlung.Gabriel Heaton, Experte für englische Literatur und historische Manuskripte bei Sotheby’s, rechnet bei dieser Auktion mit dem Interesse eines breiten Publikums. Die gestiegene Attraktivität des Schachspiels seit der Covid-Pandemie und auch die Netflix-Serie „Das Damengambit“ dürften, so hofft er, sowohl die internationale Schachgemeinde als auch bibliophile Sammler ansprechen.Die Auktion läuft online bei Sotheby’s bis zum 17. April 2026.
§ 05

Entities

10 identified
§ 06

Keywords & salience

9 terms
schach
1.00
lothar schmid
0.90
schachgroßmeister
0.80
schachbibliothek
0.70
match des jahrhunderts
0.60
auktion
0.60
boris spasski
0.50
schachgeschichte
0.50
bobby fischer
0.50
§ 07

Topic connections

Interactive graph
No topic relationship data available yet. This graph will appear once topic relationships have been computed.