Die Eintracht macht immer dieselben Fehler. Auch gegen den
1. FC Köln fehlen ihr Akteure, die ihr Spiel ordnen und es beruhigen. Im Sommer müssen sich die Frankfurter neu aufstellen.Die Eintracht-Saison ist fast vorüber. Egal, ob September oder April: Ihre Spiele haben dieselben zwei Muster. Es gibt solche, in denen die Frankfurter spektakulär auftreten. Hinten und vorne. Und solche, in denen sie ihre Zuschauer langweilen.Am Ostersonntag gegen Köln zeigte die Eintracht beides. Mit der Einwechslung von
Farès Chaibi beschleunigte sich ihr Spiel, sie schoss zwei Tore. Wäre die Partie zu diesem Zeitpunkt abgepfiffen worden, hätten viele gelobt: Das war eine der besten Saisonleistungen!Es waren aber noch 20 Minuten zu spielen. Zwanzig Minuten, in denen die Eintracht-Spieler ihren Kopf verloren. Vor beiden Gegentoren laufen die Kölner Spieler auf die Frankfurter Abwehr zu, ohne angegriffen zu werden. Zwei der vermeintlichen Wortführer sind bei beiden Treffern in gleicher Weise beteiligt:
Mario Götze verliert den Ball,
Arthur Theate verzettelt sich in sinnlose Zweikämpfe. Die Offensive der Eintracht wartet am Mittelkreis auf die nächste Konterchance.dpaEs war der nächste Beweis: Die teuerste Eintracht-Mannschaft aller Zeiten ist Mittelmaß. Sie steht in der Schlussphase der Saison in der Tabelle näher an Teams, die in dieser Saison neu in die
Bundesliga kamen oder schon den Trainer gewechselt haben – die zufrieden sind, wenn sie in ein paar Wochen feiern, nicht abgestiegen zu sein. Jene Mannschaften, mit denen sich die Eintracht messen wollte,
Stuttgart oder
Hoffenheim, sind weiter entfernt.Unter Trainer
Albert Riera sammelte die Eintracht gegen
Mainz,
Heidenheim, St. Pauli und Köln fünf Punkte. Der Spanier ist der dritte Coach, der sich an dieser Mannschaft versucht. Einer Mannschaft, die im Sommer die besten Spieler von
Mainz (
Jonathan Burkardt) und Freiburg (Ritsu Doan) hinzugewann. Burkardt und Doan kosteten jeweils über 20 Millionen Euro. Sie waren in der Champions League unterlegen und prägen auch in der
Bundesliga selten das Eintracht-Spiel. Ihre alten Kollegen stehen nur wenige Punkte hinter der Eintracht und könnten sie noch überholen.Die kopflosen Minuten von Köln zeigen abermals: Dieser Mannschaft fehlt die Struktur. Sportvorstand Markus Krösche muss sie im Sommer neu aufstellen. Ob die Frankfurter sich für die Conference League qualifizieren oder nicht, ist aus finanzieller Sicht zweitrangig. Die Kosten für einen Kader, der in drei Wettbewerben spielt, gleichen die geringen Prämien aus dem kleinsten europäischen Wettbewerb aus.Wichtiger wird es sein, Spieler zu gewinnen, die in den Chaosminuten eines Spiels nicht den dritten Treffer erzielen wollen, sondern das eigene Tor verteidigen. Und eine Partie ordnen, wenn sie unordentlich wird. Eintracht-Kapitän Robin Koch hat seinen Trainer nach dem 2:0 gefragt, ob die Mannschaft wirklich weiter angreifen solle. Riera antwortete: Ja. Schließlich habe seine Elf auf diese Weise zwei Tore erzielt.Aber es ging nicht darum, zwei weitere Tore zu erzielen, sondern zwei zu verhindern. Das war eine fatale Fehlentscheidung von Riera. Sie hätte auf dem Platz erkannt werden müssen. Dafür aber braucht es Spieler, die im Mittelfeldzentrum in der Lage sind, den Rhythmus vorzugeben. Solch einen Spieler haben die Frankfurter seit Jahren nicht. Es ist Zeit für neue Köpfe bei der Eintracht.