27. November 2025Die europäische Raumfahrtbehörde ESA ist an kommenden
NASA-Mondmissionen beteiligt. Jetzt steht fest, welche drei Länder Tickets zum Trabanten kommen - falls nicht noch
Donald Trump das Projekt ins Wanken bringt.https://p.dw.com/p/54NQY"Artemis"-Missionsziel MondBild: Richard A. Brooks/AFP/Getty ImagesEin deutscher Astronaut soll im Rahmen des "Artemis"-Programms der US-Raumfahrtbehörde
NASA Richtung Mond fliegen. Das kündigte der Chef der europäischen Raumfahrtbehörde ESA,
Josef Aschbacher, am Rande der ESA-Ministerratskonferenz in Bremen in Norddeutschland an. "Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, ESA-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden." ESA-Chef Aschbacher in BremenBild: Sina Schuldt/dpa/picture alliance Zuerst sei Deutschland an der Reihe. Wen die ESA entsendet, ließ Aschbacher offen. Die deutschen ESA-Astronauten
Alexander Gerst und
Matthias Maurer haben beide mehrfach betont, wie gerne sie zum Mond fliegen würden. Die USA wollen mit dem "Artemis"-Programm erneut Astronauten zum Mond bringen. In der ersten Jahreshälfte 2026 sollen vier US-Astronauten bei der rund zehntägigen Mission "Artemis 2" den Mond umrunden. 2027 sollen bei "Artemis 3" nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder Astronauten auf dem Mond landen. "Artemis 4" ist bisher für 2028 anvisiert, Experten rechnen allerdings mit Verschiebungen – erst ab dieser Mission könnte ein Deutscher mit dabei sein. Die ESA ist am "Artemis"-Programm maßgeblich beteiligt: Sie liefert mit dem im Bremer
Airbus-Werk gefertigten Servicemodul eine zentrale Komponente des "Orion"-Raumschiffs, das die Astronauten in die Mondumlaufbahn bringen soll. Zudem entsteht gemeinsam mit der
NASA die geplante Raumstation "Gateway", die den Mond ähnlich umkreisen soll wie die Internationale Raumstation ISS die Erde. Wohnmodul der geplanten "Gateway"-Raumstation (Computergeneriertes Bild)Bild:
NASA/ZUMA/picture alliance Im Gegenzug ist seit Längerem vereinbart, dass drei ESA-Astronauten an "Artemis"-Missionen teilnehmen - zunächst zu "Gateway", später soll auch eine europäische Astronautin oder ein Astronaut auf dem Mond landen. Vorgesehen ist die europäische Beteiligung unter anderem auch bei "Artemis 4" und "Artemis 5". Derzeit verfügt die ESA über sechs aktive Astronautinnen und Astronauten sowie zwei Projektastronauten mit All-Erfahrung. Fünf weitere Karriereastronauten kamen 2022 hinzu. Neben Deutschland können sich nun auch Frankreich und Italien auf Mondtickets für ihre ESA-Astronauten einstellen. Beide gehören zu den größten Beitragszahlern der europäischen Raumfahrtbehörde. ESA-Chef Aschbacher verwies zudem auf ihre Leistungen für das Programm. Doch politische Unsicherheiten bleiben: US-Präsident
Donald Trump, der "Artemis" einst selbst initiiert hatte, könnte das kostspielige Programm umsteuern oder stoppen. Er fokussiert zunehmend auf Missionen zum Mars. Gemunkelt wird, dass er die speziell für "Artemis" entwickelte S.L.S.-Rakete auf den Prüfstand stellen könnte - jene Trägerrakete, mit der zentrale Elemente von "Gateway" und die Crews in Mondnähe gelangen sollen. SpaceX-Chef Musk (l.) und der damalige US-Präsidentschaftskandidat Trump bei Raketenstart in Texas (2024)Bild: Brandon Bell/AP/picture alliance Trumps zeitweise enger Berater, Tech-Milliardär und Chef der Raketenfirma SpaceX, Elon Musk, drängt offen Richtung Mars. Der Mond sei für ihn nur "Ablenkung". Die Struktur des "Artemis"-Programms hatte er bereits im vergangenen Jahr als "äußerst ineffizient" bezeichnet: ein "job-maximierendes Programm" statt eines für "maximale Ergebnisse". "Es ist etwas völlig Neues erforderlich", ließ Musk verlauten. Die
NASA hingegen betont die Bedeutung des Mondprogramms als Vorbereitung für Missionen zum Mars. "Artemis" werde auch "Vom Mond zum Mars" genannt, machte Sean Fuller deutlich, International Partner Manager für das "Gateway"-Vorhaben. Eine direkte Mission zum Mars sei riskant, dieses Risiko müsse man verringern. Die Flüge zum Mond böten entscheidende Erkenntnisse über Bedingungen im Weltraum. Maurer und Gerst würden sich mit Mond Traum erfüllen Der bisher letzte deutsche Astronaut auf der ISS,
Matthias Maurer, hat klare Ambitionen Richtung Mond: "Ich denke, jeder Astronaut möchte gerne zum Mond fliegen. Das ist ein ganz großer Traum, auch mein Traum", sagte der 55-jährige Saarländer einmal der Deutschen Presse-Agentur. Astronauten Gerst (l.) und Maurer bei der Vorstellung des Mondlandefährenprogramms in Köln (Mitte November)Bild: Oliver Berg/dpa/picture alliance Auch der aus Baden-Württemberg stammende
Alexander Gerst fände eine Reise zum Mond faszinierend: "Da können Sie jeden Astronauten oder jede Astronautin fragen: Der Mond ist natürlich ein faszinierendes Ziel", sagte er. Gerst arbeitet derzeit am Europäischen Astronautenzentrum in Köln.