Eine neue Auswertung zeigt, wie stark die Preise für WG-Zimmer an deutschen Hochschulstandorten gestiegen sind. In den größten Städten werden inzwischen teils deutlich mehr als 600 Euro fällig.Wenige Tage vor Beginn des Sommersemesters suchen immer noch viele Studenten nach einem WG-Zimmer. Entsprechende Inserate sind auf den gängigen Plattformen derzeit zuhauf zu finden. Dabei macht nicht nur Wohnraummangel in vielen Städten den Suchenden zu schaffen, auch die immer weiter steigenden Mieten bereiten Sorgen.Eine Auswertung des Forschungsinstituts
Empirica zeigt, dass die Mietpreise für WG-Zimmer seit 2012 um 83 Prozent gestiegen sind. In Deutschlands größten Städten liegen die mittleren Preise für ein unmöbliertes Zimmer inzwischen zum Teil deutlich über 600 Euro. Auf Basis mehrerer Tausend Mietinserate hat das Institut ausgewertet, wie hoch die Standardpreise in den deutschen Hochschulstädten ausfallen und wie breit die Preisspanne jeweils ausfällt.WG-Zimmer in München am teuerstenSpitzenreiter zum Beginn des Sommersemesters ist die bayerische Landeshauptstadt München: Im Mittel werden hier 775 Euro für ein WG-Zimmer fällig. Das bedeutet, dass die Hälfte der angebotenen Zimmer günstiger ist und die andere Hälfte teurer. Das günstigste Viertel der angebotenen WG-Zimmer kostet maximal 675 Euro, das teuerste Viertel der Angebote kostet mehr als 865 Euro.Mit deutlichem Abstand landet
Hamburg auf Platz zwei der teuersten Hochschulstädte. Hier kostet ein WG-Zimmer im Mittel 649 Euro. Es folgen
Berlin (618 Euro) sowie Köln und
Frankfurt (je 610 Euro).Der günstigste Hochschulstandort zum Sommersemester 2026 ist
Siegen: Hier kosten unmöblierte WG-Zimmer laut
Empirica-Auswertung im Mittel 343 Euro. Seit 2012 ist hier lediglich eine Preissteigerung von 37 Prozent zu verzeichnen und damit nur wenig mehr, als die Verbraucherpreise im selben Zeitraum angestiegen sind (33 Prozent).Ein Blick auf die Kosten in hessischen Hochschulstädten zeigt, wie weit die Schere selbst zwischen verschiedenen Standorten im selben Bundesland aufklafft: Während ein WG-Zimmer in
Kassel (400 Euro),
Gießen (460 Euro) und
Marburg (482 Euro) im Mittel für weniger als 500 Euro pro Monat zu haben ist, liegen die mittleren Preise in
Frankfurt bei 610 Euro.Bafög-Wohnpauschale reicht meist nicht für die MieteDie aktuelle Auswertung der WG-Zimmer-Preise zeigt ein weiteres Problem: Im Großteil aller Hochschulstädte ist ein unmöbliertes WG-Zimmer nicht mehr durch die Bafög-Wohnpauschale finanzierbar. Die Pauschale für Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern leben, beträgt monatlich 380 Euro. Lediglich in neun Städten liegen die mittleren Zimmerpreise unterhalb dieses Betrags. In allen anderen der 78 ausgewerteten Hochschulstandorte sind die Mietpreise inzwischen höher.Mit der von Union und SPD per Koalitionsvertrag angekündigten „großen Novelle“ des Bundesausbildungsförderungsgesetzes soll die Wohnpauschale zum Wintersemester von derzeit 380 auf 440 Euro steigen. Legte man die aktuellen Mietpreise zugrunde, würde die Pauschale dann dennoch nur in 25 der ausgewerteten Städte die Kosten decken.Hinzu kommt: Den Gesetzesentwurf, der die Bafög-Reform überhaupt erst auf den Weg bringen könnte, hat das Bundesbildungsministerium bisher nicht vorgelegt.