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MON · 2026-04-06 · 06:24 GMTBRIEF NSR-2026-0406-56013
News/Dürren, Überschwemmungen: Kommt dieses Jahr ein Super-El-Niñ…
NSR-2026-0406-56013News Report·DE·Environmental

Dürren, Überschwemmungen: Kommt dieses Jahr ein Super-El-Niño?

Laut der US-Klimabehörde NOAA besteht eine 62-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich von Juni bis August ein El Niño entwickelt, der bis mindestens Ende Dezember andauern könnte. Das Klimaphänomen, bei dem sich ein Teil des Pazifiks erwärmt, kann zu Überschwemmungen und Dürren in verschiedenen Regionen der Welt führen.

FAZFiled 2026-04-06 · 06:24 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Dürren, Überschwemmungen: Kommt dieses Jahr ein Super-El-Niño?
FAZFIG 01
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2cited
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10entities
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§ 01

Briefing Summary

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Laut der US-Klimabehörde NOAA besteht eine 62-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich von Juni bis August ein El Niño entwickelt, der bis mindestens Ende Dezember andauern könnte. Das Klimaphänomen, bei dem sich ein Teil des Pazifiks erwärmt, kann zu Überschwemmungen und Dürren in verschiedenen Regionen der Welt führen. Klimaforscher Mojib Latif schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen "Super-El-Niño" auf 50:50, wobei Windschwankungen eine entscheidende Rolle spielen. Ein starker El Niño könnte sich bis Weihnachten entwickeln, andernfalls wahrscheinlich im nächsten Jahr. El Niño verursacht in Südamerika und Ostafrika oft Überschwemmungen, während es in Südostasien, Ostaustralien und Teilen Afrikas zu Dürren kommt.

Confidence 0.90Sources 2Claims 5Entities 10
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Article analysis

Model · rule-based
Framing
Environmental
Economic Impact
Tone
Mixed Tone
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.70 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
2
Limited
FewMany
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Key claims

5 extracted
01

Warm water and clouds are drawn to the otherwise dry coast of South America during El Niño.

factual
Confidence
0.90
02

Wind fluctuations, which are not yet predictable, are decisive for the development and strength of an El Niño.

quoteMojib Latif, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Confidence
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There is a 62% chance of an El Niño developing between June and August, lasting until at least the end of December.

statisticUS-Klimabehörde NOAA
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04

El Niño has a very weak influence on Europe.

quoteDaniela Domeisen, ETH Zürich
Confidence
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05

It is difficult to predict the risk of a Super-El-Niño this year.

quoteMojib Latif, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
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Full report

4 min read · 784 words
Dieses Jahr könnte sich ein besonders starkes Klimaphänomen El Niño entwickeln. Von welchen Faktoren das abhängt und welche Folgen das für Europa haben könnte.Zur Erderwärmung könnte in diesem Jahr noch ein besonders heftiges Klimaphänomen hinzukommen. Nach Daten der US-Klimabehörde NOAA wird sich im Juni bis August mit immerhin 62-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein El Niño entwickeln, der bis mindestens Ende Dezember anhalten dürfte. Bei dem natürlichen Klimaphänomen erwärmt sich ein Teil des Pazifiks, was unter gewissen Bedingungen zu Überschwemmungen in einigen Erdregionen und Dürren in anderen führen kann. In Medien wird über einen Super-El-Niño spekuliert.Wie hoch das Risiko für einen Super-El-Niño dieses Jahr ist, sei schwer abzusehen, sagt der Klimaforscher und Ozeanograf Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. „Also ich würde sagen, 50:50 – es kann sein, kann aber auch nicht sein.“ Das Wort Super-El-Niño gehört nicht zu einer amtlichen Klimaskala. Einige Forscher verwenden es aber hin und wieder, um außergewöhnlich starke El Niños von anderen abzugrenzen.Welche Faktoren spielen eine Rolle?Entscheidend für die Entwicklung und die Stärke eines El Niños seien Windschwankungen, die noch nicht vorhersehbar seien, sagt Latif, der schon mit seiner Doktorarbeit grundlegende Erkenntnisse zu El Niño präsentiert hatte.Bei dem Phänomen El Niño erwärmt sich zunächst ein Bereich des Pazifiks in Äquatornähe. In den oberen 300 Metern der entscheidenden Pazifikregion stecke bereits jetzt viel Wärme, sagt Latif. „Da entwickelt sich alles lehrbuchmäßig. Aber dann gibt es immer noch diese zufälligen Windschwankungen, die in verschiedene Richtungen wirken können.“ Deswegen sei eine exakte Vorhersage schwierig.Es könne sein, dass sich bis Weihnachten ein sehr starker El Niño entwickelt habe, sagte Latif. Wenn er dieses Jahr nicht komme, dann vermutlich im nächsten. „Die Wärme im Pazifik ist da. Die kriegen Sie nicht weg. Die kann tatsächlich nur über die Atmosphäre abtransportiert werden, was einen El Niño bedeuten würde.“Beim Klimaphänomen El Niño ziehen in Äquatornähe im Pazifik warmes Wasser und Wolken an die sonst trockene Küste Südamerikas. Dies verursacht in Südamerika und durch eine Kettenreaktion auch in einigen Staaten Ostafrikas oft verheerende Überschwemmungen. In Südostasien, Ostaustralien und bis nach Südostafrika häufen sich dagegen Dürren und Waldbrände. La Niña ist in etwa das umgekehrte Wetterphänomen.Welche Auswirkungen gibt es für Mitteleuropa?„Die Auswirkungen eines El Niño-Ereignisses auf Deutschland, Österreich und die Schweiz variieren stark, da El Niño insgesamt nur einen sehr schwachen Einfluss auf Europa hat“, sagt Daniela Domeisen von der ETH Zürich. „Das erklärt sich vor allem daraus, dass Europa nun mal sehr weit weg liegt vom tropischen Pazifik, und bis das Signal zu uns gelangt, wird es von vielen anderen atmosphärischen und ozeanischen Einflüssen gestört.“Wenn überhaupt, rufe El Niño mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Situation hervor, „die eher kaltes und nasses Wetter zu uns bringt“, sagt Domeisen. „Eine solche Vorhersage zum jetzigen Zeitpunkt birgt aber noch sehr große Unsicherheiten, da noch nicht einmal klar ist, wie stark das Ereignis im tropischen Pazifik wird, geschweige denn, ob der Effekt bis zu uns gelangt.“In aller Regel habe selbst ein starker El Niño keine direkten Auswirkungen auf das Wettergeschehen in Mitteleuropa, „die man von normalen Fluktuationen unterscheiden kann“, sagt Armin Bunde, Emeritus von der Universität Gießen, der selbst El Niños berechnet hat. „Indirekte Auswirkungen gibt es aber schon. So können schlechte Ernten im Pazifikraum zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen, die man dann natürlich auch bei uns spürt“, sagt Bunde.Der Klimawandel habe so richtig erst um 1970 eingesetzt, sagt Bunde. In den Daten sehe man in der Zeit keinen belastbaren Einfluss des Klimawandels auf die Häufigkeit starker El Niños. „Das Gleiche gilt für die weniger wichtigen La Niñas.“ Latif fasst die Antwort zu der Frage so zusammen: „Also direkt wissen wir es nicht, das muss man ganz ehrlich sagen.“Was heißt es, wenn Erderwärmung und El Niño zusammenkommen?Relevant für Latif ist jedoch vor allem die Tatsache, dass die Temperaturen trotz eines gewöhnlich kühlenden La Niñas in den vergangenen Monaten hoch waren. „Wir hatten ja jetzt in den letzten Monaten und auch im letzten Jahr La-Niña-artige Bedingungen. Das heißt, es war eher kalt an der Oberfläche im tropischen Pazifik, und trotzdem waren die globalen Meeresoberflächen- und die Lufttemperaturen relativ warm gewesen“, sagt Latif.„Und derzeit haben wir ja eigentlich im Pazifik relativ neutrale Bedingungen, es ist dort noch gar nichts passiert, und trotzdem sind die Temperaturen schon wieder auf Rekordkurs“, sagt Latif. Die Meeres- und Lufttemperaturen seien global gesehen bereits extrem hoch. „Wenn man selbst unter solchen Bedingungen schon wieder auf Rekordkurs ist, zeigt das, wie sehr die Klimaerwärmung bereits das Regiment übernimmt.“Falls ein El Niño komme, könne er die Temperatur natürlich weiter anheben. „Doch vor allem schreitet die Klimaerwärmung voran, und deswegen laufen solche Phänomene wie La Niña und El Niño einfach auf einem höheren Temperaturniveau ab“, sagt Latif. Es könne jedoch auch ohne El Niño wieder einen globalen Temperaturrekord geben.
§ 05

Entities

10 identified
§ 06

Keywords & salience

8 terms
el niño
1.00
klimaphänomen
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super-el-niño
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dürren
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überschwemmungen
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erderwärmung
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