7. April 2026US-Vizepräsident
JD Vance ist nach
Budapest gereist, um
Viktor Orbán zu unterstützen. Denn Ungarns Premier droht eine Wahlniederlage am kommenden Sonntag. Kann der prominente Gast aus Washington die noch verhindern?https://p.dw.com/p/5BmWWAir Force Two bei der Landung auf dem Budapester Flughafen (BUD)Bild: Zsolt Szigetvary/MTI/dpa/picture allianceIn wenigen Tagen wählen die Ungarn ein neues Parlament. Für den amtierenden Ministerpräsidenten
Viktor Orbán kein leichtes Spiel. Seine seit 2010 ununterbrochen regierende
Fidesz-Partei liegt Umfragen zufolge deutlich hinter der Partei
Tisza von Oppositionspolitiker Peter Magyar. In der heißen Schlussphase des Wahlkampfs bekommt der angeschlagene Premier nun Unterstützung aus Washington: US-Vizepräsident
JD Vance ist nach Ungarn gekommen, um sich mit Orbán zu treffen. Der hohe Gast aus den USA landete in Begleitung seiner Gattin Usha am Dienstagvormittag an Bord des Regierungsfliegers Air Force Two in der ungarischen Hauptstadt
Budapest. Dort wurde das Paar ehrenvoll samt spalierstehender militärischer Ehrengarde vom ungarischen Außenminister
Peter Szijjarto empfangen. "Dieser Besuch zeigt deutlich, dass wir uns in einem neuen Goldenen Zeitalter der Beziehungen zwischen den USA und Ungarn befinden", sagte Szijjarto im ungarischen Staatsfernsehen. Ehepaar Vance beim Empfang am BUD durch Außenminister Szijjarto Bild: Jonathan Ernst/REUTERS "Wir werden über eine Reihe von Themen im Zusammenhang mit den US-ungarischen Beziehungen sprechen", hatte Vance vor seinem Abflug in Washington gesagt. Auch "Europa und die Ukraine" würden dabei eine "ziemlich wichtige" Rolle spielen. Der Gast aus den Vereinigten Staaten will am Dienstagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Orbán in einem Budapester Sportzentrum eine Rede halten. Deren Thema soll nach Angaben des Weißen Hauses die "reichhaltige" bilaterale Partnerschaft beider Länder sein. Orbán erhofft sich von dem Vance-Besuch höhere Chancen für einen Wahlsieg. Ungarns Regierungschef pflegt enge Beziehungen zu US-Präsident
Donald Trump. Die Regierung in Washington hatte bereits im Februar Wahlkampfhilfe für den Rechtsnationalisten Orbán geleistet. Damals reiste US-Außenminister
Marco Rubio nach
Budapest und stellte sich demonstrativ hinter den umstrittenen Regierungschef: "Ich kann Ihnen mit Zuversicht sagen, dass Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg", sagte Rubio bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orbán. Zuletzt hatte der US-Präsident im März dieses Jahres seine Unterstützung für Orbán bekundet: "Er hat meine völlige und totale Zustimmung, sagte Trump über ihn. Er hoffe, dass dieser die Wahl gewinnt, "und zwar haushoch", sagte der US-Präsident in einer Video-Botschaft an eine Konferenz in
Budapest, an der auch Orbán teilnahm. Ungarn Premier sei ein "starker Führer", tönte der 79-jährige Republikaner im üblichen Trump-Sound. Wahlkämpfer Orbán (in Pecel Ende März)Bild: Balint Szentgallay/NurPhoto/picture alliance Bereits vor Trumps Wiederwahl zum US-Präsidenten hatten sich seine Kontakte mit Orbán verstärkt. Zweimal besuchte der Ungar Trump 2024 in dessen privater Residenz in Mar-a-Lago in Florida: Im März rühmte Orbán seinen Gastgeber als "Präsident des Friedens", der ein baldiges Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine herbeiführen werde. Vor kurzem zeigte sich Ungarns Premier erneut als Gefolgsmann des US-Präsidenten: Als einziger Regierungschef der Europäischen Union nahm er als Vollmitglied an der ersten Sitzung von Trumps umstrittenem "Friedensrat" (Board of Peace) teil. Orban-Herausforderer Magyar (bei Wahlkampfauftritt in Kiskunhalas am Donnerstag)Bild: Bela Szandelszky/AP Photo/picture alliance Orban-Herausforderer Magyar warnte vor der Ankunft von US-Vizepräsident Vance in
Budapest vor ausländischer Einmischung. "Das ist unser Land", machte er auf seinem Social-Media-Kanal deutlich. "Ungarische Geschichte wird nicht in Washington, Moskau oder Brüssel geschrieben - sie wird auf Ungarns Straßen und Plätzen geschrieben", so Magyar.