Erstmals seit 2013 spielen vier Schwergewichte um den Titel:
Köln,
Mannheim,
Berlin und
München treffen im Play-off-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga aufeinander. Wer hält dem Druck stand?Die ersten Feierlichkeiten im deutschen Eishockey waren am Osterwochenende zu erleben. Da standen die Finalspiele im Nachwuchs an. Und am Ende war die Freude in
Mannheim und
Köln groß: Die Jungadler gewannen die U-20-Meisterschaft, die Junghaie die der U 17. Überraschend kam das weniger,
Mannheim und
Köln sammeln seit Jahrzehnten Titel, bringen immer neue Toptalente heraus. Es gibt da nur ein Problem: Bei den Profis jubelten zuletzt immer andere. Die Mannheimer warten seit 2019 auf ihre nächste Meisterschaft, die Kölner durften gar seit 2002 nicht mehr mit dem Pokal übers Eis fahren.Dieses Jahr soll es endlich klappen. Und die Voraussetzungen sind so gut wie seit Jahrzehnten nicht. Schon die Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beendeten die
Kölner Haie als Tabellenführer, im Viertelfinale der Play-offs benötigten sie für die vier erforderlichen Siege gegen
Schwenningen nur vier Spiele. Kaum schlechter lief es bei den
Mannheim" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="103463" data-entity-type="organization">Adler
Mannheim: Platz zwei nach der Hauptrunde, 4:1 im Viertelfinale gegen
Bremerhaven. Da könnte man ja auf die Idee kommen, dass es im Halbfinale ähnlich läuft.Das „Halbfinale der Riesen“Aber auch da gibt es ein Problem:
Köln trifft an diesem Mittwoch um 19 Uhr im ersten von bis zu sieben Spielen auf die
Berlin" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="64328" data-entity-type="organization">Eisbären
Berlin,
Mannheim um 19.30 Uhr (jeweils Magentasport) auf den
EHC Red Bull München. Auch das sind zwei Schwergewichte. Zumal zwei, die die vergangenen fünf Meisterschaften alle unter sich ausmachten.
Köln,
Mannheim,
Berlin,
München – besser geht es nicht im deutschen Eishockey. Das Fachmagazin „Eishockey News“ titelte diese Woche treffend: „Halbfinale der Riesen“. Nun ist es kein Wunder, wenn große Klubs weit kommen, aber zuletzt hatten sich immer wieder Außenseiter dazwischengemogelt: Ingolstadt,
Bremerhaven, Straubing, Wolfsburg.Nun ist das anders. Erstmals seit der österreichische Getränkehersteller
Red Bull 2013 die Münchner übernommen und mit jährlichen Millionenzahlungen zum DEL-Hochkaräter gemacht hat, sind die „großen Vier“ im Halbfinale unter sich. Die, die 24 der 30 DEL-Titel gewonnen haben, seit 2015 sogar alle. Für die Liga ist das ein Glücksfall. Denn jetzt stehen sich nicht nur die vier Teams mit den größten Etats und den meisten Nationalspielern gegenüber. Es sind auch die vier mit den größten Arenen, allesamt mit fünfstelligen Kapazitäten. Der Play-off-Rekord aus dem Vorjahr von 10.678 Zuschauern im Schnitt wird ziemlich sicher fallen. Zudem sind es vier Teams aus großen Städten mit entsprechender Aufmerksamkeit in den sozialen Medien.Lange Sperre nach HorrorfoulDas soll helfen, die schlechten Nachrichten aus den vergangenen Wochen zu verdrängen: erst das enttäuschende Olympia-Turnier, bei dem die DEL-Spieler meist hinterherrannten, dann im Viertelfinale der brutale Check von Münchens Fabio Wagner gegen den Kopf von Ingolstadts Edwin Tropmann, der erst auf dem Weg uns Krankenhaus wieder zu sich kam. Wagner muss nun 14 Spiele zuschauen – die längste Sperre, die die DEL je für ein Foul aussprach. Das sorgte auch außerhalb der Eishockey-Blase für Schlagzeilen.Nun will die DEL wieder mit vollen Hallen und spannenden Serien Aufmerksamkeit erregen. Und gerade das Aufeinandertreffen von
Köln und
Berlin könnte dafür sorgen. Das sollte es schon im Vorjahr im Finale, aber das wurde langweilig,
Berlin siegte nach fünf Spielen und 27:3 Toren. Nun erwartet Eisbären-Trainer Serge Aubin mehr Gegenwehr: „Die letzte Saison war die letzte Saison. Sie haben eine andere Mannschaft.“Hinzu kommt, dass auch die Berliner selbst über weite Strecken der Saison ein anderes Team waren. Wegen Verletzungen und Formkrisen fand sich der Meister lange nur im Tabellenmittelfeld wieder. Aber seit der Olympiapause ist er wieder in der Spur, schlug im Viertelfinale den Tabellendritten aus Straubing. „Wir haben großen Respekt vor den Kölner Haien, aber keine Angst“, sagte Stürmer Lean Bergmann und nannte die Hauptrunden-Tabelle „nicht repräsentativ“.Ähnlich eng wirkt das Halbfinale zwischen
Mannheim und
München. „Ausgeglichener könnten beide Mannschaften kaum aufgestellt sein“, sagte Adler-Trainer Dallas Eakins. Er hätte das auch über das gesamte Halbfinale sagen können. Alle vier Teams können gewinnen, alle vier könnten ausscheiden. Es könnte der spannendste Titelkampf der DEL-Historie werden.