Die katholische Kirche sammelt für den Besuch des Papstes in
Spanien. Einen Händedruck mit Leo bekommt, wer 500.000 Euro spendet. Mit der Aktion will die Kirche Proteste vermeiden.Eine Million Euro kostet ein privates Treffen mit Papst
Leo XIV., wenn er im Juni
Spanien besucht. Dieses Angebot macht die Spanische Bischofskonferenz (CEE) „großen Wohltätern“. Die Bischöfe habe ein Sponsoringprogramm geschaffen, um den Besuch von Papst
Leo XIV. vom 6. bis 12. Juni ohne den spanischen Staat zu finanzieren.Das ausführliche Dossier, das die Bischofskonferenz an große Unternehmen geschickt hat, erinnert an Angebote, die sonst eher Fußballvereine wie
Real Madrid und der
FC Barcelona machen. So bietet sie „Großspendern“ reservierte Plätze bei Großveranstaltungen (möglicherweise im
Bernabéu-Stadion). Dazu kommen ein Arbeitstreffen im
Vatikan und das Recht auf die Nutzung des offiziellen Veranstaltungslogos.1000-Euro-Spender erhalten eine offizielle UrkundeEine Stufe darunter folgen die „Wohltäter“. Das sind Unternehmen, die mindestens eine halbe Million Euro spenden. Sie erhalten die gleichen Vorteile, darunter auch ein Treffen mit dem Heiligen Vater, das jedoch nicht „privat“ sei. „Sponsoren“ (bis 250.000 Euro) dürfen sich „Unternehmensbotschafter“ des Papstes nennen und werden in den offiziellen Publikationen genannt. Auf der untersten der fünf Stufen stehen (mit bis zu 1000 Euro) die „Amigos“ mit einer offiziellen Urkunde. Zugleich weist die Kirchenleitung darauf hin, dass Geber ihre Unterstützung steuerlich geltend machen können. Parallel ist eine große Spendenaktion in den Gemeinden angelaufen. Beiträge werden schon von fünf Euro an entgegengenommen. Laut einer ersten Schätzung der Bischofskonferenz wird der Besuch mindestens 15 Millionen Euro kosten, zugleich aber einen „wirtschaftlichen Effekt“ von 100 Millionen Euro haben. Bislang decken demnach Spenden von Unternehmen und anderen Förderern rund die Hälfte der Kosten, dazu kämen auch größere Sachspenden von Unternehmen.„Natürlich hat alles seinen Preis“Unter den „Patrocinadores“ auf der offiziellen Website stehen bereits Spaniens größte Brauerei
Mahou, die Kaufhauskette
El Corte Inglés und der Internetkonzern
Google. Die Kirchenleitung spricht von „drei bis vier Hauptförderern“.„Der Papst wird während seiner Reise viele Menschen treffen, insbesondere die Bedürftigsten. Natürlich hat alles seinen Preis. Deshalb bitten wir um die Unterstützung aller. Jeder kann geben, was er kann. Auch Unternehmen können helfen, und dafür gebührt Dankbarkeit“, rechtfertigte sich die Bischofskonferenz gegenüber Nachfragen, die auf das Armutsgelübde des Papstes hinwiesen. Die Bischöfe versprechen eine „nüchterne und transparente“ Organisation. Sie wollen damit auch möglichen Protesten entgegenwirken, zu denen es 2023 und 2011 wegen hoher staatlicher Kosten bei den Weltjugendtagen in Portugal und
Spanien, an denen die damaligen Päpste teilnahmen, gekommen war. In
Spanien soll der Zentralstaat nur für die Sicherheit aufkommen. Eine Ausnahme macht die Regionalregierung der Kanarischen Inseln, wohin Leo am Ende seiner Reise fliegt. Sie will dort die Kosten übernehmen, weil es sich um ein „einzigartiges gesellschaftliches Ereignis“ handele. Zuvor wird er in Madrid und Barcelona sein. Das Motto der Reise, „Erhebt eure Augen“, spielt auf einen Höhepunkt des Besuchs an. In Barcelona wird der Papst am 10. Juni den Jesus-Turm der Basilika Sagrada Família einweihen. Mit einer Höhe von 172,5 Metern ist er der höchste Kirchturm der Welt. Das ganze Gebäude ist nur mit Spenden und Eintrittsgeldern errichtet worden.