Veröffentlicht 8. April 2026Zuletzt aktualisiert 8. April 2026Unmittelbar vor Ablauf des Ultimatums des US-Präsidenten haben sich die USA und der
Iran auf eine Waffenruhe geeinigt.
Donald Trump spricht von einem "produktiven Regimewechsel" in
Teheran.https://p.dw.com/p/5BpSvUS-Präsident im Fernsehen in
Pakistan, das in dem Konflikt mit dem
Iran vermittelt hatBild: Anjum Naveed/AP Photo/dpa/picture allianceUnter der Vermittlung Pakistans haben die USA und der
Iran zugesagt, für zwei Wochen auf alle Angriffe zu verzichten. Der pakistanische Premier
Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen angedrohten Attacken auf Irans Kraftwerke abzusehen, teilte US-Präsident
Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Man habe einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus dem
Iran erhalten und glaube, dass er eine "praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet", so Trump weiter. In weiteren Social-Media-Posts machte der 79-Jährige im Laufe des Mittwochs seine weiteren Vorstellungen deutlich: Der US-Präsident pochte auf seine Forderung, dass der
Iran kein Uran anreichern darf. Die USA würden helfen, um in dem Land "tief vergrabenen Atomstaub" auszugraben und zu beseitigen. Die USA würden "eng mit dem
Iran zusammenarbeiten, bei dem wir festgestellt haben, dass dort ein Regimewechsel stattgefunden hat, der sich als sehr produktiv erweisen wird", so der US-Präsident. Andererseits drohte Trump Staaten mit hohen Strafzöllen, die den
Iran weiter mit Rüstungsgütern versorgen: "Ein Land, das militärische Waffen an den
Iran liefert, wird mit sofortiger Wirkung mit einem Zollsatz von 50 Prozent auf alle Waren belegt, die in die USA verkauft werden." Es gebe "keine Ausnahmen oder Befreiungen", fügte er hinzu. In einer Erklärung des iranischen Außenministers
Abbas Araghtschi heißt es, der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen
Straße von Hormus werde wieder ermöglicht. Dies erfolge in Abstimmung mit den Streitkräften des Landes und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen. Nach offiziellen Angaben aus
Pakistan greift die Waffenruhe mit sofortiger Wirkung. Premierminister Sharif lud Delegationen der USA und des Irans für weitere Gespräche für Freitag in die Hauptstadt
Islamabad ein. Dort soll über ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des
Iran-Kriegs verhandelt werden. Pakistans Premier
Shehbaz Sharif: Immer wieder bemühte er sich in den vergangenen Tagen um Vermittlung (Archivbild) Bild: Hasnoor Hussain/REUTERS Im Onlinedienst X schreibt Sharif, die vereinbarte Feuerpause gelte auch im Libanon und andernorts. Das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu teilte dagegen mit: "Die zweiwöchige Waffenruhe gilt nicht für den Libanon." Israel unterstütze aber Trumps Entscheidung, die Angriffe auszusetzen. Voraussetzung hierfür sei allerdings neben der Öffnung der
Straße von Hormus, dass der
Iran unverzüglich alle Angriffe auf die USA, Israel und andere Länder in der Region einstelle. Am Mittwochnachmittag griff die israelische Armee nach eigenen Angaben innerhalb von zehn Minuten mehr als 100 Ziele der mit dem
Iran verbündeten schiitischen Hisbollah-Miliz in verschiedenen Gebieten des Libanon gleichzeitig an. Es sei der bisher größte koordinierte Angriff auf die Infrastruktur der Hisbollah, teilte die Armee mit. Medien berichten von vielen Toten und Hunderten Verletzten in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Auch nach der Verkündung der Feuerpause meldete Israel in der Nacht zum Mittwoch Raketenangriffe aus dem
Iran. In mehreren Landesteilen wurde Luftalarm ausgelöst. In der Stadt Tel Sheva wurden drei Minderjährige nach Angaben des Rettungsdienstes durch iranische Streumunition leicht verletzt. Die israelischen Streitkräfte stellten nach eigenen Angaben ihre Angriffe auf den
Iran ein. Man folge damit der Anweisung der politischen Führung Israels, teilte die Armee mit. Das Militär sei aber weiterhin in höchster Alarmbereitschaft und bereit, auf jede Verletzung der Waffenruhe zu reagieren. Washington, D.C.: In der Nähe des Weißen Hauses demonstrieren Bürger am Dienstag für ein Ende des
Iran-Kriegs Bild: Mandel Ngan/AFP Kuwait und Emirate melden neuen Beschuss aus dem
Iran Die Golfstaaten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden nach eigenen Angaben auch an diesem Mittwoch aus dem
Iran angegriffen. Die kuwaitische Armee teilte mit, es habe eine Welle von Angriffen gegeben. 28 iranische Drohnen seien abgefangen worden. Einige der Drohnen hätten auf Ölanlagen und Kraftwerke im Süden des Landes gezielt und Sachschaden an der Infrastruktur und Entsalzungsanlagen verursacht. Das Verteidigungsministerium der Emirate teilte auf X mit, die Luftverteidigung sei gegen Raketen- und Drohnenangriffe aus dem
Iran im Einsatz. Ballistische Raketen und Drohnen seien abgefangen worden. Im iranischen Staatsfernsehen wurden die Angriffe mit Raketen und Drohnen bestätigt. Sie seien eine Reaktion auf die Bombardierung iranischer Ölanlagen am Persischen Golf kurz zuvor gewesen. US-Präsident Trump hatte damit gedroht, den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen, sollte es nicht bis Dienstagabend (US-Zeit, Mittwoch 2.00 Uhr MESZ) zu einer Einigung und der Öffnung der
Straße von Hormus kommen. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", warnte der US-Präsident. Etwa 90 Minuten vor Ablauf seines Ultimatums kündigte er dann die zweiwöchige Waffenruhe an. Die Vereinten Nationen forderten die Kriegsparteien eindringlich zur Einhaltung der Feuerpause auf. Dies sei nötig, "um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen", teilte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres in New York mit. Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!