Gegen PSG wirkt der
FC Liverpool in der
Champions League nicht konkurrenzfähig, für Trainer Slot scheinen die Tage gezählt. Er hofft nun auf eine „magische Nacht“ im Rückspiel. Ist das diesem Team zuzutrauen?Als sich
Paris Saint-Germain und der
FC Liverpool vor etwas mehr als einem Jahr schon einmal in einem K.-o.-Spiel der
Champions League gegenüberstanden, damals im Achtelfinale, war das für beide Vereine ein Schlüsselmoment. Bei PSG sah es im Februar und März 2025 noch düster aus, bis man sich im Rückspiel in Liverpool nach Elfmeterschießen durchsetzen konnte.Zweieinhalb Monate später war man erstmals in der Klubgeschichte Champions-League-Sieger, nach einer Machtdemonstration im Finale gegen
Inter Mailand (5:0). Liverpool stand zum Zeitpunkt jenes Achtelfinals souverän an der Tabellenspitze der
Premier League und galt als Favorit Nummer eins in der
Champions League. Ein Jahr und einen spektakulären Transfersommer mit einer halben Milliarde Euro an Ausgaben später steht man an der
Merseyside vor einer titellosen Saison.In dieser Spielzeit häufen sich die Probleme in der Elf von
Arne Slot. Ihm ist es in seiner zweiten Saison nie richtig gelungen, eine konkurrenzfähige Truppe zu formen. Insofern ging PSG als klarer Favorit in dieses Viertelfinale. Und doch dürfte man in Liverpool gehofft haben, dass diese Viertelfinalbegegnung das Zeug hat, der eigenen Saison einen neuen Kurs zu verleihen.Nach dem Hinspiel im Parc des Princes muss man festhalten, dass von dieser Hoffnung nicht viel übrig sein dürfte: Eine hochverdiente 0:2-Niederlage, aber vor allem eine erschreckende Leistung, nur vier Tage nach der 0:4-Blamage bei
Manchester City im Viertelfinale des FA-Cups. Schicksalhaft könnte das Spiel dennoch gewesen sein: für Trainer Slot, der nun immer stärker unter Druck steht.Das Rückspiel an der
Anfield Road ist bereits am kommenden Dienstag und der Niederländer war bemüht, Optimismus zu verbreiten: „Ich muss auf die Geschichte dieses Klubs verweisen, welchen Unterschied Anfield auf eine Leistung haben kann“, sagte er. „Wir sind noch immer im Rennen.“ Doch wird Slot dann überhaupt noch auf der Bank sitzen? In der Liga stimmen die Ergebnisse seit Wochen nicht, Liverpool muss um die Qualifikation für die
Champions League bangen. Und am Mittwoch gingen Slots taktische Maßnahmen in Paris völlig daneben.Zum allerersten Mal stellte er eine Fünfer-Abwehrkette auf, die sich das ganze Spiel über ängstlich und unsicher zeigte. Das Innenverteidiger-Duo Konaté-Van Dijk ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Wie so oft in dieser Spielzeit konnte Florian Wirtz kaum Akzente setzen. Der frühere PSG-Stürmer Hugo Ekitiké war in seiner alten Heimat wirkungslos.Salah hat den Tiefpunkt bei Liverpool erreichtDer große Verlierer des Abends ist aber – neben Slot – ein anderer: Mohamed Salah. Der Starspieler aus Ägypten begann die Partie auf der Bank. Auch in der zweiten Halbzeit machte er sich kaum warm. Dann meldete Slot in der 78. Minute gleich vier Wechsel an, ein letzter Versuch, dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Salah blieb auf der Bank sitzen. Nun hat er zwei Monate vor seinem sicherlich emotionalen Abschied den Tiefpunkt bei Liverpool erreicht.In den Katakomben des Pariser Stadions dauerte es über eine halbe Stunde, bis die LFC-Spieler aus der Kabine kamen. Die wenigsten traten vor die Kameras, während die anderen Stars so schnell wie möglich nur noch verschwinden wollten. Die Mienen waren versteinert. „Es hat von der ersten bis zur letzten Minute erneut nicht gepasst, nichts hat funktioniert“, fasste der ehemalige Leipziger Konaté sichtlich angefasst zusammen. „Das einzige Positive ist das Endergebnis, weil wir uns noch leise Hoffnungen machen. Vor unseren Fans ist vieles möglich, aber dann müssen wir ein komplett anderes Gesicht zeigen.“Einige Meter weiter musste Slot den Klassenunterschied anerkennen: „Gegen ein solches Kaliber ist es fast unmöglich, sich Torchancen zu erarbeiten“, sagte er. „
Paris Saint-Germain ist einfach zu stark.“ Sein Team sei „über weite Strecken im Überlebensmodus“ gewesen und habe nur noch eine Chance, „weil sie uns am Leben gelassen haben“. Und Salah? „Er hätte uns heute kaum helfen können. Wir haben ja kaum den Ball gesehen.“Slot gab damit auch nach dem Spiel eine ziemlich ratlose Figur ab. Das Rückspiel gegen PSG in der kommenden Woche könnte für ihn die allerletzte Chance sein, seinen Job zu retten. Doch auch er scheint zu wissen, dass es seiner Mannschaft unter normalen Umständen kaum zuzutrauen ist, dieses PSG zu schlagen. „Wir brauchen nicht weniger als eine magische Nacht“, sagte er.