9. April 2026Das Kabinenpersonal erhöht im Ringen um einen Manteltarifvertrag bei der
Lufthansa den Druck. Bei
Cityline kämpfen die Crews um einen Sozialplan - denn die Zubringertochter steht vor dem Aus.https://p.dw.com/p/5BuHVParkposition: Am Freitag werden die größten Flughäfen in Deutschland bestreikt (Archivbild)Bild: Frank Hoermann/SvenSimon/picture allianceDer
Lufthansa steht der nächste Streik ins Haus: Die Flugbegleitergewerkschaft
UFO hat Stewardessen und Stewards der Kernmarke
Lufthansa und der Zubringergesellschaft
Cityline für diesen Freitag zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen. An diesem Freitag sollen von 00.01 Uhr bis 22.00 Uhr alle Abflüge der
Lufthansa an den Drehkreuzen in Frankfurt am Main und
München bestreikt werden. Betroffen sind zudem alle Abflüge der
Cityline an insgesamt neun Flughäfen in Deutschland: nebst den beiden großen Hubs auch
Berlin,
Düsseldorf,
Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart, Hannover und Bremen. Der Streik beim Kabinenpersonal dürfte am Freitag zum Ausfall hunderter
Lufthansa-Flüge sorgen. Allein bis 17.00 Uhr wurden bereits rund 200 Abflüge in Frankfurt annuliert. Das zeigen Daten auf der Website des Flughafenbetreibers
Fraport. Betroffene Reisende will die
Lufthansa per Mail unterrichten. Zusätzlich werden Passagiere gebeten, sich über den Status ihrer Flüge zu informieren, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machen. Die größte deutsche Airline geht nach eigenen Angaben derzeit davon aus, "ab Samstag weitgehend wieder den regulären Flugplan anbieten zu können", wie es auf der Internetseite heißt. Die
Lufthansa kritisierte den Streik als "verantwortungslos", zumal das Unternehmen gerade mit geopolitischen Herausforderungen wie einem extremen Anstieg des Kerosinpreises zu kämpfen habe. Der Arbeitskampf bei gleich zwei Flugbetrieben treffe die Fluggäste mitten im Rückreiseverkehr am Ende der Osterferien besonders hart. Der Konzern kündigte zusätzliche Flüge seiner deutschen und internationalen Airlines an. Auf einigen Strecken sollen größere Flugzeuge eingesetzt werden. Betriebsstörungen: Leere Schalter am Flughafen
Frankfurt am Main im FebruarBild: 5VISION.NEWS/IMAGO Die Gewerkschaft
UFO erklärte, die Verantwortung liege bei der
Lufthansa, die kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorgelegt habe - weder in den Verhandlungen über verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Flugbegleiter bei
Lufthansa noch in Sachen Sozialplan für die rund 800 Beschäftigten der
Cityline. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Konzernmanagements im kommenden Jahr enden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen
Lufthansa City Airlines, die das operative Geschäft bereits aufgenommen hat. Im Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag für die
Lufthansa verlangt
UFO unter anderem eine bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen. Per Urabstimmung hatten die Kabinenbeschäftigten Ende März mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf votiert: bei der Kerngesellschaft
Lufthansa mit 94 Prozent der Stimmen, bei der
Cityline mit knapp 99 Prozent.
UFO und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten die
Lufthansa bereits Mitte Februar für einen Tag bestreikt, was zu massiven Flugausfällen führte. Die Piloten machten Mitte März erneut Druck mit zwei Tagen Arbeitskampf - auch dieser Tarifkonflikt schwelt noch.