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THU · 2026-04-09 · 11:58 GMTBRIEF NSR-2026-0409-60341
News/Untergang der Titanic: Wie übersieht man einen Eisberg?
NSR-2026-0409-60341News Report·DE·Human Interest

Untergang der Titanic: Wie übersieht man einen Eisberg?

Eine neue Studie des Amsterdam University Medical Center untersucht, ob Übermüdung zum Untergang der Titanic beigetragen hat. Der Augenheilkundler Richard Zegers analysierte die Schichtpläne der Besatzung und fand heraus, dass die Ausguck-Männer Frederick Fleet und Reginald Lee in der Unglücksnacht ihre fünfte Nachtschicht in Folge absolvierten, mit einem Rhythmus von zwei Stunden Dienst und vier Stunden Pause.

Laura FräulinFAZFiled 2026-04-09 · 11:58 GMTLean · Center-RightRead · 2 min
Untergang der Titanic: Wie übersieht man einen Eisberg?
FAZFIG 01
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Eine neue Studie des Amsterdam University Medical Center untersucht, ob Übermüdung zum Untergang der Titanic beigetragen hat. Der Augenheilkundler Richard Zegers analysierte die Schichtpläne der Besatzung und fand heraus, dass die Ausguck-Männer Frederick Fleet und Reginald Lee in der Unglücksnacht ihre fünfte Nachtschicht in Folge absolvierten, mit einem Rhythmus von zwei Stunden Dienst und vier Stunden Pause. Zegers argumentiert, dass dieser Schichtplan zu Schlafmangel geführt haben könnte, was ihre Fähigkeit, den Eisberg rechtzeitig zu erkennen, beeinträchtigt haben könnte. Bisher wurde angenommen, dass Dunkelheit die Hauptursache für das späte Erkennen des Eisbergs war. Die Studie betont, dass Übermüdung auch heute noch ein Problem in der Schifffahrt darstellt, da ein Drittel aller gesunkenen Schiffe durch müde Wachmänner verursacht wurden.

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5 extracted
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In der Unglücksnacht schoben Fleet und Lee die fünfte Nachtschicht in Folge.

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Zwei Stunden Dienst, vier Stunden Pause, in denen die Seeleute nicht nur schlafen, sondern auch essen und sich um ihre Hygiene kümmern mussten.

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Richard Zegers vom Amsterdam University Medical Center wollte sich damit nicht zufrieden geben.

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Bei einem Drittel aller gesunkenen Schiffe tat ein müder Wachmann nachts allein Dienst auf der Brücke.

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Extreme Schichtpläne führten zu Übermüdung bei den Seeleuten der Titanic.

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Extreme Schichtpläne führten zu Übermüdung bei den Seeleuten der Titanic. Haben Sie deshalb den Eisberg zu spät gesehen?Ausgeschlafenes Personal ist erstrebenswert, zumal in verantwortungsvollen Berufen. Als Flugzeugpassagier wünscht man seinem Piloten von Herzen, eine gute Nacht gehabt zu haben. Ob die Passagiere der Titanic in der Unglücksnacht vor 114 Jahren die Arbeitsfähigkeit der Wachmänner infrage stellten, ist nicht bekannt. Zumindest in der Wissenschaft wurde die Frage, ob Frederick Fleet und Reginald Lee im Ausguck nebst Offizier William Murdoch in der fraglichen Nacht einfach übermüdet waren, erst jetzt untersucht.Bisher nahm man an, es sei schlicht zu dunkel gewesen, um den Eisberg rechtzeitig sehen zu können. Doch Richard Zegers vom Amsterdam University Medical Center wollte sich damit nicht zufrieden geben. Als Augenheilkundler traut man ihm eine fachkundige Einschätzung zu, auch wenn er die Sehkraft der Verantwortlichen freilich nicht mehr untersuchen kann.Zwei Stunden Dienst, vier Stunden PauseFür seine Recherche tauchte Zegers noch mal in die Unglücksnacht ab. Genauer: in die Dokumente der Behörden, die schon damals umfangreiche Untersuchungen anstellten. Und Zegers wurde fündig. Zwar gab es keine mündlichen Aussagen über Müdigkeit, dafür aber Schichtpläne, die es in sich hatten: Zwei Stunden Dienst, vier Stunden Pause, in denen die Seeleute nicht nur schlafen, sondern auch essen und sich um ihre Hygiene kümmern mussten.In der Unglücksnacht schoben Fleet und Lee die fünfte Nachtschicht in Folge. Ob die beiden wirklich aufnahmefähig waren, bezweifelt Zegers in seinem Artikel, der im „American Journal of the Medical Sciences“ erschienen ist.Schlafmangel ist kein Problem der historischen Schifffahrt. Auch heute, in Zeiten moderner Navigationstechnik, tat bei einem Drittel aller gesunkenen Schiffe ein müder Wachmann nachts allein Dienst auf der Brücke.
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