Nach Auftritt in
New York Wie ernst meint es
Kamala Harris? Stand: 11.04.2026 • 10:42 Uhr Nach Trumps Wahlsieg verharrten die US-Demokraten in Schockstarre. Doch dessen bröckelnde Umfragewerte bringen nun Bewegung in mögliche Kandidaturen für die nächste Präsidentschaftswahl. Auch
Kamala Harris erwägt ein Comeback. Was ist eigentlich aus
Kamala Harris geworden? Nach ihrer Wahlniederlage gegen
Donald Trump im November 2024 war es lange Zeit still um die Demokratin geworden. Vor einigen Monaten erschien ihr Buch "107 Tage" über die kurze und intensive Zeit ihrer Präsidentschaftskandidatur. Es folgte eine Buch-Tour durch zahlreiche Städte in den USA. Und nun ein Auftritt auf der Jahreskonferenz des "National Action Networks" in
New York - eine der wichtigsten afroamerikanischen Bürgerrechtsorganisationen, gegründet von
Al Sharpton, der seit Jahrzehnten innerhalb der Demokratischen Partei eine wichtige Stimme der Afroamerikaner ist. Demokratische Politikerinnen und Politiker, die mit einer Präsidentschaftskandidatur liebäugeln und um die Stimme der Afroamerikaner werben, folgten der Einladung von
Al Sharpton nach
New York. Und der fragte die erste afroamerikanische Vizepräsidentin ohne Umschweife, ob sie nochmal im Rennen um das Weiße Haus antreten will. Für ihre Antwort bekam die 61-Jährige stehende Ovationen aus dem Publikum: "Ja, das könnte sein. Ich denke darüber nach", sagte Harris. Und schob dann gleich zur Begründung hinterher: "Ich habe vier Jahre im Weißen Haus gedient, nur einen Herzschlag vom Präsidentenamt der Vereinigten Staaten entfernt." Ihr Auftritt in
New York war nicht das erste Mal, dass sich
Kamala Harris über ein mögliches Comeback äußerte. Schon im Oktober sagte sie in einem Interview mit der
BBC, sie rechne damit, dass in den kommenden Jahren eine Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten wird. Möglicherweise könne das sie selbst sein. Doch ihr Auftritt vor afroamerikanischem Publikum klang fast schon wie eine Bewerbungsrede: "Ich habe unzählige Stunden in meinem Büro im Westflügel verbracht, nur wenige Schritte vom Oval Office entfernt. Und unzählige Stunden im Lagezentrum. Ich weiß, worum es bei diesem Job geht und was er erfordert." Auch andere mögliche demokratische Präsidentschaftskandidaten stellten sich auf der Jahreskonferenz des Bürgerrechtlers in
New York vor, darunter der ehemalige Verkehrsminister
Pete Buttigieg und die Gouverneure der Bundesstaaten Pennsylvania und Kentucky,
Josh Shapiro und
Andy Beshear. Sie äußerten sich jedoch deutlich zurückhaltender als
Kamala Harris. Eine erneute Kandidatur der früheren Vizepräsidentin ist allerdings in der Demokratischen Partei kein Selbstläufer. Harris gehört zum Partei-Establishment. Die ehemalige Justizministerin von Kalifornien gilt als brillante Juristin. Allerdings fehlt ihr Charisma, und ihre Auftritte wirken oft geskriptet. Außerdem werfen ihr viele Amerikaner immer noch vor, dass es ihr in vier Jahren als Vizepräsidentin nicht gelang, den Zustrom illegaler Einwanderer aus Mittelamerika zu bremsen. Dagegen sorgte
Donald Trump nach seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus innerhalb weniger Wochen dafür, dass so gut wie niemand mehr über die Grenze im Süden kam.