Die Münchner strahlen auch beim 5:0 beim
FC St. Pauli Spaß am Fußball aus. In
Hamburg knacken sie ihren alten Torrekord. Es ist nicht die einzige Nachricht, die für gute Laune beim
FC Bayern sorgt.Dass der
FC Bayern nun am nächsten Sonntagabend zum 35. Mal deutscher Meister werden kann, war nach diesem Spaziergang im Hamburger Wind eigentlich nur eine Randnotiz – es ist ja seit Wochen klar, dass die erfolgreiche Titelverteidigung lediglich eine Frage der Zeit ist.Strahlender als der reine 24. Saisonsieg war die Ausstrahlung dieses auf sieben Positionen veränderten Bayern-Teams: Es strahlte Spaß und Freude am Fußball aus, nimmt man die zehn Minuten zwischen der 25. und 35. Minute aus, als St. Pauli ausnahmsweise mal mitspielen durfte.„Unsere Mannschaft soll für Tore stehen“5:0 gewann der
FC Bayern beim
FC St. Pauli und nahm Historisches aus diesem entspannten Ausflug an Elbe und Alster mit, den Leon Goretzkas 2:0 in der 54. Minute veredelte – es war der 102. Bayern-Treffer der Saison.Damit ist der eigene Rekord aus der Serie 1971/72 überboten. Goretzka steht jetzt also in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs. „Unsere Mannschaft soll für Tore stehen“, lobte Trainer
Vincent Kompany am Tag nach seinem 40. Geburtstag, „wir dürfen stolz sein.“Er habe sich schon vor der Partie bei „Herrn Hoeneß“ um Entschuldigung gebeten für den Fall, dass der Rekord purzeln würde. Die Stars hießen seinerzeit nämlich Hoeneß,
Beckenbauer und
Müller: „Allein an diesen Namen merkt man, wie schwer es ist, als
FC Bayern 2026 überhaupt einen Rekord zu schaffen“, sagte Kompany. Scheinbar mühelos hingegen findet er die richtigen Worte für (beinahe) jede Lebenslage.Wahrscheinlich wird der scheidende Goretzka, am Samstagabend bester Bayer, trotzdem am kommenden Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) gegen
Real Madrid auf der Bank Platz nehmen. Erst einmal kein Thema – der gut gelaunte Torschütze sagte: „Ich wusste es gar nicht. Das ist ganz nett mit dem Rekord. Aber wichtiger ist anderes. Unsere Lokomotive rollt, und wir wollen sie auch die nächsten Spiele rollen lassen.“„Ich werde von Woche zu Woche freier“Ohne sieben Stammspieler traten die Bayern am Millerntor so überzeugend auf, dass dieses Spiel zwischen den Real-Höhepunkten zur besten Möglichkeit wurde, alle bei Laune und die Beine aktiv zu halten. Dazu gehörte auch
Jamal Musiala nach seiner schweren Verletzung: „Ich werde von Woche zu Woche freier, ich fühle mich viel, viel besser als vor einem Monat. Ich versuche alles, dass es auch mit der WM klappt.“Zu Oliver Kahns Aussage, Musiala solle die Weltmeisterschaft lieber sausen lassen, schmunzelte Musiala nur: „Ich habe das nicht richtig mitgekriegt.“ Noch ist es längst nicht der alte Musiala. Aber für das 1:0 per Kopf reichte seine Form allemal.Nur begleitet von vier Hamburgern gelang ihm die Führung nach neun Minuten mühelos. Trainer Kompany lobte ihn später und bat: „Habt Geduld mit ihm. Er kommt aus einer großen Verletzung und bleibt torgefährlich. Er ist eine Hilfe für das Team. Er kommt, mehr muss er gar nicht machen.“Ohne Kane, ohne Luis Diaz, ohne Tah – das merkte man zunächst gar nicht. Allerdings hatten die letztlich schwachen Paulianer eine mutige Phase, in der Mathias Pereira Lage beinahe das 1:1 erzielt hätte; doch Min-jae Kim schmiss sich in den Schuss und verhinderte den Treffer in der 29. Minute.Der
FC Bayern erhöht am Ende noch auf 5:0Als dieser Schreckmoment überstanden war, übernahmen die Bayern wieder das Ruder und zeigten ab der 46. Minute, dass sie ihrem Auftrag an diesem empfindlich kalten Abend nachkommen würden. Jeder einzelne Fehler des
FC St. Pauli wurde nun ausgenutzt: erst verlängerte Lars Ritzka den Ball unglücklich, und Goretzka traf nach einem Eckball zum 2:0.Eine knappe Minute später verschlampte Karol Mets ein Zuspiel und Michael Olise zog davon – das 3:0. Beim 4:0 des
FC Bayern München durch Nicolas Jackson vertändelte der ansonsten ordentliche Joel Chima Fujita den Ball. Und beim 5:0 in der 89. Minute war Hauke Wahl nicht auf der Höhe. Raphaël Guerreiro bedankte sich.Kompany sagte: „Es ist gar nicht selbstverständlich, hier so hoch zu gewinnen. Ich bin zufrieden mit Ergebnis und Leistung.“ Geschenke erhalten, ausgepackt und drüber gefreut: Der
FC St. Pauli spielte wie ein Absteiger und dem
FC Bayern das Siegen leicht gemacht.„Wir sind nicht die Ersten, die gegen die Bayern auf die Fresse kriegen“, sagte Hauke Wahl in aller Deutlichkeit – ärgerte sich aber natürlich, dass sein Team das Torverhältnis im Rennen mit dem VfL Wolfsburg um den Relegationsrang nachhaltig ruiniert hat.Gegen Stuttgart könnte die erste Party steigenDarauf nahmen die Münchner keine Rücksicht: gewohnt eilig nahmen sie rasch nach Abpfiff den Rückflug ins Bayerische auf – mit viel Rückenwind für das Spiel am Mittwoch gegen Real. Und einem Rekord im Gepäck.Dass gegen Stuttgart in der kommenden Woche am Sonntag (17.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) schon die erste Party der Saison folgen könnte, nahmen die Bayern nur gewohnt routiniert hin. Dortmund muss ja auch mitspielen. Alle Infos zum Spiel