NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCFAZ
LANGDE
LEANCenter-Right
WORDS571
ENT10
TUE · 2026-04-14 · 07:41 GMTBRIEF NSR-2026-0414-66973
News/Malerin Miriam Cahn: Die Dinge, an denen wir uns festhalten
NSR-2026-0414-66973News Report·DE·Human Interest

Malerin Miriam Cahn: Die Dinge, an denen wir uns festhalten

Die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn, bekannt für ihre Darstellungen verletzlicher menschlicher Figuren und Auseinandersetzung mit politischen und feministischen Themen, präsentiert in der Galerie Jocelyn Wolff in Paris eine neue Werkreihe. Im Gegensatz zu ihren früheren Arbeiten, die sich auf Körper und Konflikte wie das Massaker von Butscha konzentrierten, wendet sich Cahn nun Alltagsgegenständen zu.

FAZFiled 2026-04-14 · 07:41 GMTLean · Center-RightRead · 3 min
Malerin Miriam Cahn: Die Dinge, an denen wir uns festhalten
FAZFIG 01
Reading time
3min
Word count
571words
Sources cited
0cited
Entities identified
10entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn, bekannt für ihre Darstellungen verletzlicher menschlicher Figuren und Auseinandersetzung mit politischen und feministischen Themen, präsentiert in der Galerie Jocelyn Wolff in Paris eine neue Werkreihe. Im Gegensatz zu ihren früheren Arbeiten, die sich auf Körper und Konflikte wie das Massaker von Butscha konzentrierten, wendet sich Cahn nun Alltagsgegenständen zu. Die Ausstellung umfasst rund 45 Gemälde und Papierarbeiten, die einzelne Objekte wie eine Daunenjacke, eine Espressokanne oder einen Wäscheständer zeigen. Diese Werke, die zwischen 45.000 und 55.000 Euro kosten, bilden einen Bruch mit Cahns bisherigem Stil und zeigen private, banale Gegenstände aus ihrem Atelierhaus in Stampa. Cahn hält jedes Objekt akkurat in Öl, Pastellkreide oder mit Kohlestift fest.

Confidence 0.90Claims 5Entities 10
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Human Interest
Political Strategy
Tone
Measured
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.70 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
0
No named sources
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

Cahn previously focused on vulnerable human figures in her art.

factual
Confidence
1.00
02

In 2022, Miriam Cahn addressed the Butscha massacre in her paintings.

factual
Confidence
1.00
03

The exhibition features around 45 paintings and paper works priced between 45,000 and 55,000 euros.

factual
Confidence
1.00
04

Miriam Cahn's new exhibition at Galerie Jocelyn Wolff in Paris focuses on everyday objects.

factual
Confidence
1.00
05

Cahn's work often deals with the condition of being a woman, domination, oppression and conflicts.

factual
Confidence
0.90
§ 04

Full report

3 min read · 571 words
Bisher setzte die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn vor allem verletzliche menschliche Figuren ins Bild. Nun wendet sie sich Alltagsgegenständen zu. Die Galerie Jocelyn Wolff in Paris zeigt ihre neue Objektpsychologie.Seit ihrer Ausbildung an der Basler Kunstgewerbeschule hat Miriam Cahn das eigene Arbeiten als umfassendes Engagement verstanden, als intellektuelle Verpflichtung mit einer politischen, feministischen Haltung zur Welt. Die 1949 geborene Schweizer Künstlerin rückte bisher den Körper in seiner Verletzlichkeit in das Zentrum ihres Interesses. Neben der Zeichnung und Fotografie wandte sie sich in den Neunzigerjahren der Malerei zu, dann der Bildhauerei und schuf aus mächtigen Baumstämmen eindrucksvolle Skulpturenleiber. Ihre Ausstellungen konzipiert sie selbst, arrangierte Werke in Gruppen, stellt Leerräume oder Reihungen her. Miriam Cahns Arbeit ist seriell; sie setzt sich mit Bedingung des Frauseins auseinander, mit Herrschaft, Unterdrückung und Konflikten – auch Kriegen im Balkan, in Syrien oder in der Ukraine. Miriam Cahn / Jocelyn WolffIm Jahr 2022 thematisierte Miriam Cahn das Massaker von Butscha. In ausdrucksstarken Farben zeigen diese Gemälde durchscheinende Silhouetten von Frauen, Männern, Kindern, die aus vagen Hintergründen hervortreten, sich ins Bewusstsein rufen als Malträtierte oder Angreifer. Gesichtszüge bleiben bei Miriam Cahn archaisch reduziert, während sie Geschlechtsorgane oft mit roter Farbe wie ungeheuerliche Kraftzentren darstellt. Die Ausstellung neuer Werke von Miriam Cahn in der Pariser Galerie Jocelyn Wolff bildet eine Zäsur.Im Vergleich zu vorhergehenden Zyklen sind die Formate eher klein. Nirgendwo taucht einer der expressiven Köpfe oder ein Körperumriss auf, wie man sie von der Künstlerin kennt. In den rund 45 ausgestellten Gemälden und Papierarbeiten (Preise 45.000 bis 55.000 Euro) beschäftigt sich die Künstlerin ausschließlich mit Gegenständen des Alltags. Auf jedem Gemälde stellt sie ein einziges Objekt dar: eine orangefarbene Daunenjacke, eine italienische Espressokanne oder einen Wäscheständer, auf dem bunte Handtücher trocknen. Die Werke zeigen Privates, eigentlich Banales, das man aus dem eigenen Leben kennt, wie die Zahnbürste im Wasserglas, die Gartenschere, Lebensmittel im Kühlschrank. Es sind Dinge und Bildausschnitte aus Miriam Cahns Atelierhaus in Stampa im Bergell. Jedes Objekt hält Miriam Cahn akkurat in Öl, Pastellkreide oder mit Kohlestift auf Leinwand, Holztafel oder Papier fest.In einer Zeit, in der die Flut der Bilder von Krieg und Gewalt ein Gefühl der Ohnmacht wecken kann, stellt die Künstlerin die sachliche Frage nach den Sachen, die uns nahe sind, unbeachtet, aber unentbehrlich. Es sind essenzielle Gegenstände, die Menschen in Kriegsgebieten verlieren oder auf der Flucht mitnehmen. Miriam Cahn würdigt sie, jedes Objekt für sich: Alle Werke der Ausstellung sind im gleichen Abstand und auf gleicher Höhe gehängt. Gewählt hat Miriam Cahn vornehmlich Gegenstände der Hausfrau. Der weibliche Körper – als „anderes Geschlecht“ im Sinne Simone de Beauvoirs – steht unsichtbar hinter dem Dargestellten, der Waschmaschine, der Einkaufsliste, der Mülltüte, der Handtasche.Miriam Cahn / Jocelyn WolffIhrer sechsten Ausstellung bei Jocelyn Wolff hat die Schweizer Künstlerin den Titel „STILL LEBEN“ gegeben. Damit lässt sie das Genre anklingen und distanziert sich zugleich von ihm. Jeder dargestellte Gegenstand ist mit dem Leben desjenigen verbunden, der ihn verwendet. Man denkt auch an den französischen Schriftsteller Francis Ponge, der sich 1942 in Zeiten, in denen die Sprache politisch instrumentalisiert wurde, mit dem Band „Im Namen der Dinge“ der poetisch-sprachlichen Wiederbelebung von Alltagsobjekten zuwandte. Heute ist nicht nur die Sprache durch Instrumentalisierung oder „alternative Fakten“ gefährdet, sondern auch die visuelle Wiedergabe realer Dinge durch willkürliche digitale Produzierbarkeit. Miriam Cahns Gemälde geben Objekten um uns herum einen Wert, vielleicht den, in einer schwankenden Welt Halt zu geben. Miriam Cahn: STILL LEBEN, Galerie Jocelyn Wolff, Paris, bis zum 25. April
§ 05

Entities

10 identified
§ 06

Keywords & salience

9 terms
miriam cahn
1.00
alltagsgegenstände
0.80
malerei
0.70
galerie jocelyn wolff
0.60
objektpsychologie
0.60
ausstellung
0.60
feministische haltung
0.50
verletzlichkeit
0.50
körper
0.40
§ 07

Topic connections

Interactive graph
No topic relationship data available yet. This graph will appear once topic relationships have been computed.