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TUE · 2026-04-14 · 13:27 GMTBRIEF NSR-2026-0414-67491
News/Bilder vom Mond: Sie sahen die Erde untergehen
NSR-2026-0414-67491News Report·DE·Technology

Bilder vom Mond: Sie sahen die Erde untergehen

Auf ihrem Flug zum und um den Mond sind den Astronauten der NASA-Mission Artemis II einige ganz erstaunliche Aufnahmen gelungen. Eine ausführliche Bildbetrachtung.

Ulf von RauchhauptFAZFiled 2026-04-14 · 13:27 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Bilder vom Mond: Sie sahen die Erde untergehen
FAZFIG 01
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Key claims

5 extracted
01

The images captured during the Artemis II mission also show aurora australis and atmospheric sodium.

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Images from Artemis II show the Sahara, the Atlantic, and the east coast of South America illuminated by Earthshine.

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The 'Earthset' image shows the Earth as a crescent, with eastern Australia and the West Pacific visible.

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The Artemis II mission astronauts captured images of the Earth setting behind the moon.

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Astronaut William A. Anders took the famous 'Earthrise' photo during the Apollo 8 mission in 1968.

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Full report

4 min read · 887 words
Auf ihrem Flug zum und um den Mond sind den Astronauten der NASA-Mission Artemis II einige ganz erstaunliche Aufnahmen gelungen. Eine ausführliche Bildbetrachtung.Am Heiligen Abend des Jahres 1968 gelang William A. Anders, einem der drei Crewmitglieder der Mission Apollo 8, eine der berühmtesten Aufnahmen in der Geschichte der Photographie. „Earthrise“ schmückte seither schon unzählige Büros und Jugendzimmer, wurde als Ikone der Reflexion des Menschen auf die Zerbrechlichkeit seines Planeten verehrt und dieses Phänomen dann von Historikern und Sozialwissenschaftlern analysiert. Dabei war es eigentlich ein Schnappschuss. Bill Anders war gerade dabei, mit einer Schwarz-Weiß-Kamera planmäßig die Mondoberfläche abzulichten, als er unerwartet die Erde am Horizont ihres Trabanten auftauchen sah und eiligst nach einem Farbfilm verlangte.Das konnte den vier Astronauten des Testflugs Artemis II, die in der Nacht zum vergangenen Samstag wieder zur Erde zurückgekehrt sind, nicht passieren. Zum einen waren sie offenbar besser gebrieft als ihre Kollegen von Apollo 8, zum andern ging die Erde für sie nicht auf, sondern unter, als ihr Raumschiff am Ostermontag seine Runde um den Erdtrabanten begann. Deswegen, und weil diesmal eine Digitalkamera und nicht nur Film mit einer begrenzten Anzahl von Belichtungen zur Verfügung stand, konnte die Erdsichel in jeder Höhe über dem Horizont aufgenommen werden. Das oben gezeigte Bild ist sicher eines der eindrucksvollsten dieser Reihe, hat die Artemis-II-Crew es doch noch von unterwegs an die Bodenkontrolle übermittelt.Im Mondschein: Nur in einer schmalen Sichel rechts unten ist die Erde direkt von der Sonne beschienen. Den Rest beleuchtet hier der Mond. Bei dem prominenten Kontinent handelt es sich um Nord- und Westafrika, der Südpol ist hier oben. Der Lichtfleck im Südatlantik ist eine Reflexion aus der Kabine des Raumschiffes.HandoutDas Besondere an „Earthset“, wie das Motiv vielleicht einmal heißen wird, ist aber auch die Sichelform des sonnenbeschienenen Teils der Erde – er zeigt übrigens das östliche Australien und den Westpazifik. Vier Tage zuvor, am 2. April, war die Erde aber eine noch viel dünnere Sichel. Auf einem dabei entstandenen etwas länger belichteten Bild sind trotzdem auch die Sahara, der Atlantik und die Ostküste Südamerikas zu sehen. Das alles wird hier vom Licht des von der Erde aus gesehen vollen Mondes beschienen. Aber es gibt auch direkte Lichtquellen: Polarlicht über der Südpolarregion (hier oben im Bild), ein gelbes Glimmen atmosphärischen Natriums und die Städte der Iberischen Halbinsel und entlang der Küsten Afrikas und Brasiliens.Aurora australis: Auf dieser Herausvergrößerung obigen Bildes ist Polarlicht über der Antarktis zu sehen sowie ein gelbliches Glimmen der Erdatmosphäre. Es stammt von Natriumatomen in rund 90 Kilometer Höhe, die beim Verglühen von Meteoriten frei wurden.Während der Mission Artemis II gelang nicht nur diese Aufnahme einer fast totalen Verfinsterung der Sonne durch die Erde, sondern auch die einer Sonnenfinsternis im engeren Sinne, also einer durch den Mond. Im Unterschied zu „Earthset“ war dieser Anblick weitgehend ungeplant und unverhofft. Er verdankt sich allein dem Starttermin der Mission am 1. April. Wäre die Rakete mit dem Orion-Raumschiff „Integrity“ früher gestartet, wie es eigentlich geplant gewesen war, oder aber später, was auch hätte passieren können, hätte der Mond die Sonne entlang der Flugbahn der Integrity nirgends vollständig verdeckt.So aber blockierte er für die Astronauten fast 54 Minuten lang alles direkte Sonnenlicht. Damit wurden – wie während einer totalen Sonnenfinsternis auf der Erde – die Sterne in der Umgebung der Sonne sichtbar sowie möglicherweise auch Teile der Sonnenkorona, jener extrem heißen, aber sehr dünnen Gase, die den Sonnenball umgeben. Den aktuellen Angaben der NASA zufolge ist aber noch nicht ganz geklärt, ob es sich nicht zumindest zum Teil um sogenanntes Zodiakallicht handelt. Das ist von interplanetarem Staub gestreutes Sonnenlicht in der Ebene unseres Planetensystems, der Ekliptik. Dafür sprechen die beiden auf einer Linie liegenden Maxima der Ausdehnung des diffusen Leuchtens rechts und links der Mondscheibe, die in der Ekliptik zu liegen scheinen.Die Sonnenfinsternis: Als sich der Mond zwischen die Astronauten und die Sonne schob, war ein Lichtkranz zu sehen – möglicherweise die Sonnenkorona –, aber auch die Sterne sowie die Planeten Venus (links über dem Rumpf des Raumschiffs), Saturn, rechts unten, nahe der Mondscheibe, sowie – ganz rechts am Bildrand – der Mars.NASAIn dieser Linie sind auch einige besonders helle Sterne zu sehen, bei denen es sich in Wahrheit um Planeten handelt. Auf der hier gezeigten Aufnahme sind rechts Saturn und Mars zu erkennen und links, knapp oberhalb des Orion-Servicemoduls, als besonders helle Quelle die Venus. Dieses Bild stammt übrigens von einer handelsüblichen GoPro-Kamera auf dem Ende eines der Solarpaneele des Raumschiffes. Ein anderes während der Sonnenfinsternis entstandenes Bild zeigt ein Stück weiter rechts vom Mars zudem noch den Planeten Merkur.Natürlich haben die Astronauten von Artemis II bei ihrer Mondumrundung auch ausgiebig die erdabgewandte Seite des Mondes abgelichtet, etwa die Basaltebene des Mare Orientale, das von der Erde aus nur perspektivisch stark verzerrt zu sehen ist, oder des gewaltigen Kraterbeckens Hertzsprung – benannt nach einem bedeutenden dänischen Astronomen. Da die Astronauten an Bord der Integrity den Mond in einer weit größeren Entfernung umrundeten als seinerzeit die Crews der Apollo-Missionen, hatten sie einen wesentlich umfassenderen Blick auf die Mondrückseite. Damit sahen sie viele Strukturen, die vor ihnen noch nie ein Mensch mit eigenen Augen gesehen hat.Auf der Rückseite: Der Krater Vavilov am Rande eines großen Impaktbeckens namens Hertzsprung. Benannt ist er nach den Brüdern Sergei und Nikolai Wawilow. Der eine war ein sowjetischer Physiker, der andere ein bedeutender Botaniker und Genetiker, der unter Stalin ermordet wurde.NASA
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10 identified