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WED · 2026-04-15 · 09:48 GMTBRIEF NSR-2026-0415-68789
News/WNBA: Mehr Gehalt dank einer Nobelpreisträgerin
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WNBA: Mehr Gehalt dank einer Nobelpreisträgerin

Die amerikanische Basketball-Profiliga WNBA verzeichnet aufgrund des "Caitlin-Clark-Effekts" einen Zuschauerboom. Trotzdem verdienten die Spielerinnen bisher deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen in der NBA.

Alexander WulfersFAZFiled 2026-04-15 · 09:48 GMTRead · 3 min
WNBA: Mehr Gehalt dank einer Nobelpreisträgerin
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Die amerikanische Basketball-Profiliga WNBA verzeichnet aufgrund des "Caitlin-Clark-Effekts" einen Zuschauerboom. Trotzdem verdienten die Spielerinnen bisher deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen in der NBA. Die Nobelpreisträgerin Claudia Goldin, bekannt für ihre Forschung zur Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt, beriet daraufhin ehrenamtlich die Spielerinnengewerkschaft. Dies führte im März zu einem neuen Tarifvertrag, der eine Gehaltserhöhung von 400 Prozent für die WNBA-Spielerinnen vorsieht, wodurch das durchschnittliche Gehalt auf über 500.000 Dollar steigt. Goldins Expertise in Gehaltsstatistiken und Ungleichheitsforschung trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei.

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Amerikas Basketballerinnen bekommen jetzt mehr Geld. Die amerikanische Profiliga eilt von einem Zuschauerrekord zum nächsten. Geholfen hat eine berühmte Ökonomin.Manche frisch gekürten Nobelpreisträger nutzen ihren neu gewonnenen Ruhm, um Bestseller zu schreiben oder werden Kolumnisten großer Tageszeitungen. Sie beraten Regierungen und treten in Davos auf. Claudia Goldin dagegen, Nobelpreisträgerin von 2023, hat sich in der Zeit nach ihrer Ehrung in Stockholm viel mit Basketball beschäftigt.Das erstaunt nur auf den ersten Blick, denn was Goldin als ehrenamtliche Beraterin der Frauenliga WNBA geschafft hat, hängt eng mit ihrem Lebensthema zusammen. Den Nobelpreis bekam die Harvard-Ökonomin für ihre Erkenntnisse über den Erfolg von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Goldin hat jahrzehntelang die Ursachen für unterschiedliche Bezahlung der Geschlechter analysiert und erklärt, welche Fortschritte die Gleichstellung über die Jahrzehnte gemacht hat und wo noch Verbesserungspotential ist.Zuschauerrekorde im Frauenbasketball – der Caitlin-Clark-EffektWomit wir beim Basketball sind. Frauenbasketball hat in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Die amerikanische Profiliga WNBA eilt von einem Zuschauerrekord zum nächsten. Als „Caitlin-Clark-Effekt“ wird der sagenhafte Anstieg bezeichnet. Die 24 Jahre alte „Point Guard“ des Teams Indiana Fever ist der neue Superstar der Liga und zieht so viel Aufmerksamkeit auf den gesamten Sport wie nie zuvor. In ihrer ersten Saison stiegen die Zuschauerzahlen im Stadion in der gesamten Liga von durchschnittlich etwa 6600 auf fast 10.000. Wenn wichtige Spiele im Fernsehen laufen, schalten Millionen Menschen ein.80-mal mehr Geld für die MännerDoch bei den Gehältern trennen die WNBA Welten von der Männerliga NBA. Die durchschnittliche WNBA-Spielerin bekam 2024 etwa 127.000 Dollar Gehalt, der durchschnittliche männliche Spieler in der NBA zuletzt zehn Millionen, also achtzigmal so viel. Die Spielerinnen wollten diese schlechte Bezahlung nicht länger hinnehmen – und baten Claudia Goldin um Hilfe.Mit Erfolg: Die Gewerkschaft der Spielerinnen hat im März einen Tarifvertrag mit der Liga ausgehandelt, der ihnen eine Gehaltserhöhung von 400 Prozent sichert, auf jetzt mehr als 500.000 Dollar. Es ist die größte Gehaltserhöhung in der Geschichte der Liga. Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, spielte Goldin dabei eine wichtige Rolle. Sie sprang als Beraterin der Gewerkschaft ein – ohne Bezahlung. Sie wühlte sich durch Gehaltsstatistiken, verglich das Einkommen der Frauen mit dem der Männer in der NBA und analysierte, wie die Ligen ihr Geld verdienen. Im vergangenen Sommer präsentierte Goldin ihre Ergebnisse in einem Gastbeitrag in der „New York Times“ der Öffentlichkeit. „Wie unterbezahlt sind Spielerinnen in der WNBA? Es ist peinlich“, lautete der Titel.dpaGoldin machte sich dann daran, ein häufig gehörtes Argument für ungleiche Bezahlung zu widerlegen, das man auch aus dem deutschen Fußball kennt: dass der Männersport populärer ist und mehr Einnahmen bringt. Das stimmt im Falle des US-Basketball zwar, aber der Unterschied ist viel kleiner, als die Gehälter glauben machten.Teamlizenzen in Millionenhöhe sind bei Investoren begehrtDie Fernsehrechte der beiden Ligen werden als Paket vermarktet, 77 Milliarden Dollar war das Riesenkonzernen wie Disney, Comcast und Amazon zuletzt wert. Das durchschnittliche Frauenspiel hatte in der Saison 2024 ein Fernsehpublikum von etwa 77 Prozent eines Männerspiels. Selbst wenn man berücksichtige, dass die Männer mehr und längere Spiele austragen, kommen die Frauen auf 30 Prozent der „Augenpaare pro Spielerin“ im Vergleich zu den Männern, so Goldin.Das Verhältnis bei den Zuschauern vor Ort ist ähnlich wie das der Fernsehzuschauer. Eine faire Bezahlung, so Goldin, liege also bei einem Viertel bis einem Drittel der Männergehälter, nicht einem Achtzigstel. Die Liga behaupte zwar, dass die WNBA nicht profitabel sei. Dass Investoren bereit seien, Millionen Dollar für eine Teamlizenz auf den Tisch zu legen, spreche aber gegen diese Behauptung.Diese Argumente, gepaart mit dem öffentlichen Druck, haben offenbar verfangen. Proportional ist die Bezahlung noch immer nicht. Aber ein großer Schritt in diese Richtung ist getan.
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