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WED · 2026-04-15 · 12:34 GMTBRIEF NSR-2026-0415-69252
News/Kriegsfolgen: Was gibt es zu feiern für /Kriegsfolgen: Was gibt es zu feiern für die Lufthansa?
NSR-2026-0415-69252·DE

Kriegsfolgen: Was gibt es zu feiern für die Lufthansa?

Am 15. April 2026 feiert die Lufthansa ihr 100-jähriges Firmenjubiläum in Frankfurt, doch die Stimmung wird durch aktuelle Herausforderungen getrübt.

Ingo NathusiusTagesschau (ARD)Filed 2026-04-15 · 12:34 GMTRead · 3 min
Kriegsfolgen: Was gibt es zu feiern für die Lufthansa?
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Am 15. April 2026 feiert die Lufthansa ihr 100-jähriges Firmenjubiläum in Frankfurt, doch die Stimmung wird durch aktuelle Herausforderungen getrübt. Kriege, insbesondere in der Ukraine und im Iran, führen zu teuren Umleitungen und beeinträchtigen die Kerosinversorgung. Der Iran-Krieg verschärft die ohnehin angespannte Lage auf dem Kerosinmarkt, was zu steigenden Preisen und potenziellen Lieferengpässen führt, besonders in Asien. Zusätzlich schränken die Kriege den nutzbaren Luftraum ein, was Sicherheitsbedenken aufwirft. Streiks und Tarifverhandlungen belasten das Unternehmen zusätzlich zu den geopolitischen Problemen.

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analyse Stand: 15.04.2026 • 14:34 Uhr In Frankfurt begeht die Lufthansa ihr Firmenjubiläum. Doch der Konzern hat gerade so einige Sorgen. Kriege, Treibstoff-Knappheit, Routen-Probleme und Streiks lasten auf ihrem Geschäft - und auf der ganzen Luftfahrtbranche. Die Lufthansa feiert ihr 100-Jahr-Jubiläum mit einem Festakt in Frankfurt - mit dabei sind Kanzler Friedrich Merz und der hessische Ministerpräsident Boris Rhein. Doch so einiges könnte die Stimmung trüben; und zwar nicht nur demonstrierende Flugbegleiter, streikende Piloten und zähe Tarifverhandlungen. Die Luftfahrt ist insgesamt mühsam geworden. Erst zwang der Ukraine-Krieg zu teuren Umleitungen, jetzt bedroht der Iran-Krieg das Geschäft von Lufthansa und vielen anderen Fluggesellschaften. Höhere Flugpreise dürften die Folge sein. Das liegt erst einmal daran, dass Flugzeuge enorme Mengen Kerosin verbrennen. "Unsere Flugzeuge tanken 1.000 Tonnen Kerosin je Stunde", sagt Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Wegen des Iran-Kriegs gibt es weniger Nachschub von Rohöl. Die Lager leeren sich und die Preise steigen. Lufthansa und einige andere Fluggesellschaften sichern ihren Spritbedarf vertraglich auf ein Jahr ("Futures"). Doch die Sorge wächst, dass sich die Vertragspartner übernommen haben könnten. Trotz gültiger Lieferverträge mag es in Zukunft schlicht nicht mehr genug Kerosin geben. In Europa sei die Lage am Kerosinmarkt noch nicht kritisch, sagt Alexander Klay vom Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft. Europäische Raffinerien produzieren aus Rohöl beliebiger Herkunft sämtliche Kraftstoffe bis hin zum sehr aufwändigen Kerosin. Länder ohne Raffinerie-Industrie haben sich dagegen oft an Lieferanten gebunden, die direkt an arabischen und iranischen Ölquellen hängen. Kommende Kerosin-Knappheit zeigt sich schon jetzt in Asien: Die Flughäfen von Singapur und Thailand beispielsweise sind nicht bereit, neue Flugverbindungen anzunehmen. Dahinter dürfte die Sorge stecken, dass der Treibstoff schon für die vorhandenen Flugpartner knapp werden könnte. Zusätzlich zum Ukraine-Krieg schränkt der Iran-Krieg den sicher nutzbaren Luftraum weiter ein. Dass Fluggesellschaften gut daran tun, sich von Kriegsgebieten fernzuhalten, zeigt der Fall von Flug 8243 von Azerbaijan Airlines vor anderthalb Jahren. Offenbar traf Beschuss durch die russische Luftabwehr das kleine Verkehrsflugzeug. Bei der Notlandung starben 38 Menschen. Auch weitreichende elektronische Kriegsführung bereitet Fluggesellschaften Sorgen. Wenn Kriegsparteien Navigationssysteme und den Funkverkehr stören, tappen zivile Verkehrspiloten im navigatorischen Dunkel. Es gilt, die funkgestörten Gebiete weiträumig zu umfliegen. Weil russische Fluglinien vom Westen sanktioniert wurden, dürfen vor allem westliche Gesellschaften nicht mehr über Russland fliegen. Für betroffene Fernostflüge bedeutet das: Längere Flugzeiten und höhere Spritkosten. Da mit dem Iran-Krieg nun auch noch die Südroute eingeschränkt ist, wird es im verbliebenen Korridor über Georgien und Turkmenistan langsam eng. Längere Flugzeiten machen die Einsatzplanungen der Fluggesellschaften schwierig. Flugzeuge, die früher nach einem Langstreckenflug wieder zurückflogen und in der heimischen Werft in der Nacht schnell gewartet werden konnten, müssen wegen ungünstiger Abflugzeiten jetzt am Zielort warten. Bei umgeleiteten Langstreckenflügen reicht die bisherige Crew nicht mehr. Wegen nötiger Ruhezeiten muss mehr Personal mitfliegen. Die Alternative ist, unterwegs neue Drehkreuze einzurichten, in denen Passagiere ihre Reise unterbrechen müssen, um in ein anderes Flugzeug mit frischer Besatzung und vollen Tanks umzusteigen. Durch die Sperre der großen arabischen Flughäfen im Iran-Krieg ist diese aufwändige Möglichkeit noch mühsamer geworden. Die Kriege haben auch die Konkurrenzlage im weltweiten Flugverkehr verschoben. Für europäische Fluggesellschaften sind Direktflüge nach Fernost unwirtschaftlich geworden. "Während sich westliche Airlines an Sanktionen halten müssen, nutzen chinesische, indische oder arabische Fluggesellschaften weiterhin die direkten Routen über den russischen Luftraum", schreibt der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft. Dafür haben die Europäer auf den südlichen Routen ihre große arabische Konkurrenz abgehängt. Der fehlen derzeit die sicheren Heimatflughäfen. "Nach Asien und Afrika sehen wir Rekordauslastungen", sagte Lufthansa-Chef Spohr der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gestiegene Kosten werden von Branchenverbänden und Fluggesellschaften nur allgemein beschrieben, aber nicht in Zahlen gefasst. Die Fliegerei ist zwar sehr anfällig für Kriege, Pandemien und Naturkatastrophen, aber insgesamt doch ein gutes Geschäft. Lufthansa hat 2025 ein hoch profitables Geschäftsjahr abgeschlossen. Konkurrent Condor konnte gerade die Corona-bedingte Staatsbeteiligung zurückzahlen und hat sich auf Suche nach neuen Großaktionären gemacht.
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