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WED · 2026-04-15 · 15:26 GMTBRIEF NSR-2026-0415-69370
News/Van Aken tritt nicht erneut als Linken-C/Van Aken tritt nicht erneut als Linken-Chef an
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Van Aken tritt nicht erneut als Linken-Chef an

Jan van Aken, Vorsitzender der Partei Die Linke, wird beim Bundesparteitag im Juni nicht erneut für das Amt kandidieren. Er begründet seine Entscheidung mit gesundheitlichen Gründen, betont aber, dass es sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit handele.

Alexander BudwegTagesschau (ARD)Filed 2026-04-15 · 15:26 GMTRead · 3 min
Van Aken tritt nicht erneut als Linken-Chef an
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Jan van Aken, Vorsitzender der Partei Die Linke, wird beim Bundesparteitag im Juni nicht erneut für das Amt kandidieren. Er begründet seine Entscheidung mit gesundheitlichen Gründen, betont aber, dass es sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit handele. Van Aken informierte den Parteivorstand und veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der er seinen schweren Schritt bedauert. Der 64-Jährige hatte den Parteivorsitz erst vor eineinhalb Jahren übernommen und wollte ursprünglich erneut antreten. Sein Bundestagsmandat will er jedoch bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben und der Partei weiterhin zur Verfügung stehen. Seine Entscheidung kommt überraschend, da seine Wiederwahl als sicher galt.

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Beim Bundesparteitag der Linken im Juni will Jan van Aken nicht erneut als Parteichef kandidieren. Er nennt dafür gesundheitliche Gründe. Sein Bundestagsmandat will er weiter ausüben. "Mein Name ist Jan van Aken und ich finde, es sollte keine Milliardäre geben", mit diesen Worten beginnt der Linken-Chef auch am Dienstagabend wieder seine Rede. Anlass ist ein sogenannter Gerechtigkeitsgipfel, zu dem Die Linke nach Berlin eingeladen hat. Auch wenn die Anhänger von Jan van Aken diesen in den letzten zwei Jahren schon oft gehört haben, löst der Anti-Milliardärs-Spruch auch dieses Mal wieder Beifall und Jubel aus. Es wird einer der letzten großen Auftritte von Jan van Aken gewesen sein. Beim Parteitag im Juni will er nicht erneut für den Posten des Vorsitzenden kandidieren, wie das ARD-Hauptstadtstudio aus Parteikreisen erfuhr. Am Nachmittag hat van Aken darüber den Parteivorstand informiert. "Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mein Amt im Juni niederlegen", wird van Aken in einer ebenfalls am Nachmittag verschickten Pressemitteilung zitiert. Es bestünde jedoch kein Grund zu großer Sorge um ihn, da es sich nicht um eine lebensbedrohliche Krankheit handele. Trotzdem müsse er auf sich aufpassen und werde sich deshalb in der nächsten Zeit verstärkt um seine Gesundheit kümmern. "Mir fällt dieser Schritt sehr schwer, weil ich es immer anders geplant hatte", heißt es von dem 64-Jährigen weiter. Eigentlich wollte van Aken auf dem kommenden Parteitag in Potsdam erneut antreten, und seine Wiederwahl galt auch als sicher. Sein Bundestagsmandat will er aber bis zum Ende der Legislatur ausüben und der Partei "im Rahmen des dann Möglichen" weiterhin zur Verfügung stehen. Van Aken hatte den Parteivorsitz erst vor eineinhalb Jahren übernommen. Im Oktober 2024 wurde er auf dem Parteitag in Halle gemeinsam mit Ines Schwerdtner zur neuen Doppelführung gewählt. Die Partei war zu diesem Zeitpunkt tief gespalten und lag in den Umfragen unter drei Prozent. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit parteiinterne Streitigkeiten um die Positionierung der Linken in der Migrationsfrage und um Sahra Wagenknecht gegeben, die die Partei zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits verlassen hatte. Dass van Aken für den Bundesvorsitz kandidierte, galt als überraschend. Schließlich hatte er zu diesem Zeitpunkt die politische Bühne schon verlassen. Von 2009 an saß der Hamburger für acht Jahre als Abgeordneter im Bundestag, war unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion und deren außenpolitischer Sprecher. Bei der Wahl 2017 trat er nicht erneut an und begründete dies damit, für eine generelle Begrenzung der Mandatszeit von Abgeordneten zu sein. Viele Jahre später gestand van Aken in einem Interview, dass er im Jahr 2016 geheime Dokumente zu den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIPP mit den USA geleakt habe. Eigentlich eine Tat, die unter Strafe steht. Zu diesem Zeitpunkt war sie jedoch bereits verjährt, so dass ihm keine Konsequenzen mehr drohten. Gemeinsam mit Schwerdtner organisierte van Aken den Wahlkampf für die vorgezogene Bundestagswahl im Februar 2025. Neben Heidi Reichinnek war er eines der prominentesten Gesichter seiner Partei im Wahlkampf. Am Ende überraschte Die Linke auch viele in den eigenen Reihen mit einem Wahlergebnis von 8,8 Prozent. In van Akens Amtszeit fällt aber nicht nur die letzte Bundestagswahl. Die Partei konnte nach dem Austritt von Wagenknecht und der Neugründung des BSW auch viele neue Mitglieder gewinnen. Gab es zuvor vor allem Austritte, kam es 2025 zu einer Welle von Neueintritten. Mittlerweile hat sich die Mitgliederzahl der Linken auf mehr als 120.000 mehr als verdoppelt. "Wir haben zusammen für das Comeback der Linken gesorgt", sagt Schwerdtner über ihren Noch-Co-Vorsitzenden. Die letzten eineinhalb Jahre mit van Aken beschreibt sie angesichts der vielen Ereignisse als "Fiebertraum". "Das hat uns einfach zusammengeschweißt: Die Krise, aber auch das Comeback." Ohne van Aken sei das nicht möglich gewesen, weshalb sie ihm sehr dankbar sei. Über die Nachfolge wird nun der Parteitag im Juni entscheiden. Schwerdtner will sich dort weiterhin zur Wiederwahl stellen.
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