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WED · 2026-04-15 · 16:44 GMTBRIEF NSR-2026-0415-69651
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Kipppunkt – F.A.Z.-Klimablog: Neue Indizien für einen Golfstrom-Kollaps

Der F.A.Z.-Klimablog "Kipppunkt" berichtet über neue Indizien für einen möglichen Kollaps des Golfstroms (AMOC) infolge des Klimawandels. Eine neue Studie in "Science Advances" analysiert Messdaten von Bojensensoren im Westatlantik über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Joachim Müller-JungFAZFiled 2026-04-15 · 16:44 GMTRead · 10 min
Kipppunkt – F.A.Z.-Klimablog: Neue Indizien für einen Golfstrom-Kollaps
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Der F.A.Z.-Klimablog "Kipppunkt" berichtet über neue Indizien für einen möglichen Kollaps des Golfstroms (AMOC) infolge des Klimawandels. Eine neue Studie in "Science Advances" analysiert Messdaten von Bojensensoren im Westatlantik über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend zur Abschwächung des Wasserdrucks in der Tiefe, was auf eine Verlangsamung des AMOC hindeutet. Laut Experten wie Stefan Rahmstorf vom PIK sind diese Messanlagen ein wichtiger Indikator für die Überwachung der Golfstromentwicklung. Die Abschwächung des AMOC könnte bereits in den nächsten Jahrzehnten gravierende Folgen haben, darunter eine Beschleunigung der globalen Erwärmung, insbesondere in Europa.

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willkommen bei unserem Blog „Kipppunkt“. Hier werden Sie viele aktuellen Informationen und Fakten rund um das Thema Klima finden. Wir informieren über neueste Entwicklungen und Studien, erklären wissenschaftliche Erkenntnisse und Klimaphänomene.KapitelIndizien für den Golfstrom-KollapsEin Sonnenschirm fürs Klima - und danach?Klimawandel in den BergenAnalyse der Klimapläne zur COP30KlimapsychologieAusfall der WetterdatenGletscher verschwinden früherSchimmelpilz-Ausbreitung nach Norden25 kritische Vitalparameter des Patienten Erde Überdurchschnittliche Sommervorhersage und Hurrikan-PrognoseHitzewelle in Westafrika ohne Klimawandel nicht möglichCO₂-Filter und KlimaschutzEntwaldung in den Tropen: weniger, aber noch zu vielStraßen und Schienen schlecht auf Klimarisiken vorbereitetWeltmeere könnten mehr CO₂ speichern als angenommenDie Erde erwärmt sich in noch nie dagewesenem TempoIndizien für den Golfstrom-KollapsAn Indizien für eine Abschwächung und einen möglichen Kollaps des Golfstroms im Zuge des Klimawandels fehlt es inzwischen nicht mehr. Soeben sind zwei Studien dazu erschienen: In „Science Advances“ ist eine Messreihe ausgewertet und publiziert worden, die das Zeug hat, die Befürchtungen über eine „The-Day-After-Tomorrow“-Zukunft weiter zu nähren. US-Forscher der University of Miami veröffentlichten mit kanadischen Kollegen die Aufzeichnungen mit tiefreichenden Bojensensoren an vier Stellen des Westatlantiks. Fazit: Der Wasserdruck in der Tiefe, der Auskunft über die nach Norden transportierten Wassermassen liefert, zeigt über einen Zeitraum von etwa zwanzig Jahren eine klaren Trend in Richtung Abschwächung. Mit anderen Worten: Das globale Förderband AMOC, das gerne auch als ein Teil der Heizung Europas beschrieben wird, weil es dauernd riesige Energiemengen aus dem Golf von Mexiko nach West- und Zentraleuropa transportiert, schwächelt schon jetzt sicht- und messbar – nicht erst in der fernen Zukunft, wie solche Kippelemente des Weltklimas politisch oft diskutiert werden. AMOC-Experte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bezeichnet die Messanlagen vor der nordamerikanischen Ostküste deshalb als „Kanarienvogel in der Mine“ – ideal, um die weitere Entwicklung der Golfstrom- und Nordatlantikströmung zu überwachen.Schon in den nächsten Jahrzehnten dürften gravierende Folgen der AMOC-Abschwächung infolge der Erderwärmung sichtbar werden, nicht zuletzt eine weitere Beschleunigung der globalen Erwärmung. Während in Europa und der Arktis eine geringere Wärmezufuhr erwartet wird – das „Eiszeit“-Szenario im Kino-Blockbuster von Roland Emmerich – hat der Planet insgesamt viel umfassendere Konsequenzen zu tragen. Der globale Kohlenstoffkreislauf ist eine dieser „Stellschrauben“. PIK-Direktor Johan Rockström hat zusammen mit Kollegen der Goethe-Universität in Frankfurt das Erdsystem-Modell „Climber-X“ mit unterschiedlichen Zukunftsszenarien gefüttert – und in der Analyse in „Communications, Earth & Environment“ zu ermitteln versucht, wie sich die Kohlendioxidquellen und -senken sich bei einer Abschwächung des AMOC verhalten. Ergebnis: Gelangt so viel Süßwasser durch die polare Eisschmelze in den Nordatlantik, dass Golf- und Nordatlantikstrom kollabieren und es zu einem Zusammenbruch des globalen ozeanischen Förderbands kommt, gelangen 47 bis 83 ppm klimaschädliches Kohlendioxid zusätzlich in die Atmosphäre. Der Klimawandel wird also angeheizt. Allerdings global gesehen „lediglich“ um 0,2 Grad. Viel drastischer und begreiflicher wird einem dieser Vorgang vor Augen geführt, wenn man nicht den Durschnittswert, sondern die beiden klimatischen Extremausschläge betrachtet: In der Arktis kommt es demnach nach dem Kollaps zu einer abrupten mittleren Abkühlung der Jahrestemperatur um sieben Grad. In der Antarktis rund um den Südpol dagegen wird soviel Treibhausgas in die Luft freigesetzt, dass sich dort die Temperaturen um sechs Grad im Schnitt erhöhen. Ein Sonnenschirm fürs Klima - und danach?Es ist das Drehbuch der Möglichkeiten, die nach einem globalen Klimanotstand bleiben: Ein internationales Forscherteam hat fünf klimapolitische Szenarien für eine gezielte Abkühlung der Erdatmosphäre mittels „solarem Schutzschirm“ entworfen. Tatsächlich sind die Erdsystemmodelle in dieser Hinsicht bisher blank. Zwar wird öffentlich seit einigen Jahren immer wieder über „Plan B“ diskutiert – den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass das Abbremsen des Klimawandels misslingt, weil Klimaziele und -maßnahmen zu langsam greifen, und deshalb entsprechende Notfallmaßnahmen zur Stabilisierung des Erdklimas eingeleitet würden. Erster Kandidat für ein solches Geoengineering und breit diskutiert ist das solare Strahlenmanagement (CDR). Es sieht vor, dass reflektierende (möglicherweise schwefelhaltige) Partikeln großflächig in die Atmosphäre eingebracht werden, die einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung ins All zurückwerfen und damit für kühlere Luftschichten darunter sorgen. Bisher gibt es dazu Konzepte, auch schon Start-ups. Allerdings ist bislang weder klar, wer befugt sein soll, eine solche Maßnahme anzuordnen oder wer es bezahlt, noch sind die vielen möglichen Folgen dieses Eingriffs modelliert worden. In einem Preprint bei „EGUsphere“ haben nun Benjamin Sanderson vom internationalen Klimawandelzentrum Cicero in Oslo und zahlreiche europäische Kollegen erstmals fünf mögliche „Solar Radiation Modification Pathways“ präsentiert, die in den Klimamodellen künftig mitberücksichtigt werden können. Darin sind einige sozioökonomische und politische Reaktionen beschrieben, die freilich auch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Klar scheint bisher nur so viel: Funktioniert die Installation eines solchen Schutzschirms in der oberen Atmosphäre, würden sich die Temperaturen – inklusive der Wetterextreme – innerhalb kürzester Zeit ändern (unter anderem „Termination Shock“)und insbesondere die natürlichen Ökosysteme extrem unter Stress gesetzt. Die Folgen könnten jahre- oder jahrzehntelang zu spüren sein. Ob unter den in dem Paper beschriebenen Klimapfaden tatsächlich von einem erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel gesprochen werden könnte, lassen die Wissenschaftler offen. Sie nehmen für sich vor allem in Anspruch, einige klimapolitische Lücken aufzuzeigen. Bis heute werden nämlich unter dem Stichwort Geoengineering und Strahlenmanagement lediglich die „Best Cases“ durchgespielt – die unbewiesene Annahme, dass man so ohne schwerwiegende globale Folgen die Kontrolle über das Weltklima wieder gewinnen könnte. Klimawandel in den BergenIn den Bergen ist der globale Klimawandel noch stärker ausgeprägt als im Tiefland, und er „hat sich auch stärker beschleunigt als vorhergesagt“. Das ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme der Wetterdaten zwischen 1980 und 2020, die soeben in „Nature Reviews Earth & Environment“ veröffentlicht worden ist. Die Gruppe um Nick Pepin von der University of Portsmouth hat eine schon vor zehn Jahren publizierte Studie ergänzt, in der sie bereits den Nachweis erbrachte, dass es sich in den Gebirgen umso schneller erwärmt, je höher man steigt. Trotz erheblicher Datenlücken in zahlreichen Gebirgsregionen der Welt haben die Wissenschaftler nun versucht, die meteorologischen Trends mithilfe der vorliegenden Wetterstations- und Satellitenmessungen zu ermitteln. Besonders genau hingesehen hat man im Himalaja-Gebirge, den Alpen, den Anden und den Rocky Mountains. Ihr Fazit: Die Temperaturanstiege in allen alpinen Regionen sind – von regionalen Besonderheiten abgesehen – ähnlich. Was zeigt, dass die globale Erwärmung jeden Winkel, auch die höchstgelegenen, längst erreicht hat. Im globalen Mittel erwärmen sich die Gebirge um 0,21 Grad pro Jahrhundert schneller als die Tieflandgebiete, die sie umgeben. Und, durchaus erwartbar: Die Niederschläge ändern sich sehr deutlich – von Schneefall zu mehr Regen. Häufiger als noch vor vierzig Jahren würde das auch zu Extremregenfällen führen, die gefährlich große Wassermengen in die Täler entlassen. In Pakistan waren jüngst rund tausend Bergbewohner von ungewöhnlich starken Fluten getötet worden. Auf der anderen Seite kommt es offenbar immer ausgeprägter auch zu einer Art „Gebirgsdürre“ – die geringeren Schneemengen und schwindenden Gletscher sorgen dafür, dass die Wasserreservoire in höheren Regionen schrumpfen. Eine Milliarde Menschen, die sich weltweit vom abfließenden Wasser aus den Bergen mit Trinkwasser versorgen, seien unmittelbar von diesen Veränderungen betroffen. Analyse der Klimapläne zur COP30René NagelDie in Belém verhandelten Nationalen Klimapläne der Länder (NDC) sind mit Blick auf eine CO₂-freundlichere Landnutzung mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kommt der am Donnerstag erschienene „Land Gap 2025“. In dem Bericht bewertete ein internationales Team aus Wissenschaftlern und Experten alle Klimapläne, die die Vertragsstaaten zur gerade stattfindenden COP30-Konferenz bis Ende Oktober eingereicht hatten. Im Zentrum stehen dabei die jeweiligen Bestrebungen für eine bessere Emissionsbilanz durch natürlichen Klimaschutz, sprich: die Länder wollen sich damit Begrünungsmaßnahmen im weitesten Sinne anrechnen lassen. Insgesamt haben weniger als 40 Prozent der Länder, die dem Pariser Klimaabkommen zugestimmt hatten, überhaupt erst neue,Natzionale Klimapläne eingereicht. Für Kate Dooley, Umweltwissenschaftlerin und Hauptautorin des Berichts, sei dies äußerst enttäuschend. Das zeige, dass die Länder nicht ambitioniert genug seien, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. An den eingereichten Plänen übt der Bericht scharfe Kritik. Besonders an den angekündigten Maßnahmen gegen den weltweiten Waldschwund. Diese seien bei Weitem nicht ausreichend.Es fehle an Maßnahmen, die jährlich 20 Millionen Hektar Verlustfläche kompensieren – herbeigeführt durch Rodungen, Zerstückelung von Waldflächen und Baumsterben. Die sogenannte Waldlücke benennt den Unterschied jedes Landes zwischen den gesetzten Zielen und den tatsächlichen Politik-Maßnahmen, die das Ziel haben, den Rückgang des Waldes zu stoppen. Weltweit gesehen geht demnach bis 2030 jedes Jahr eine Fläche verloren, die knapp zehnmal so groß ist wie Hessen.Anstelle konkreter Anstrengungen, die Lücke zu schließen, verlassen sich die Länder vermehrt auf Verpflichtungserklärungen. Dabei geht es um Landflächen, die künftig zur Verfügung gestellt - meistens aufgeforstet - werden sollen, um Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zu entfernen. In der Summe belaufen sich die für den Klimaschutz vorgesehenen Landabschnitte auf eine Milliarde Hektar– eine Fläche größer als China. Abgesehen davon, dass die Umsetzung Jahrzehnte dauere und solche Zusagen die Problematik lediglich verschöben, seien Flächen in dieser Größenordnung nicht realisierbar, so die Forscher.Den Kern des Problems sieht der Bericht auf einer tieferen Ebene: Das globale System spiele wirtschaftliche Entwicklungen und Naturschutz gegeneinander aus. „Viele Länder werden aufgrund ihrer hohen Staatsverschuldung und einer globalen industriefreundlichen Politik praktisch dazu gezwungen, Wälder auszubeuten, um einen Zusammenbruch ihrer eigenen Wirtschaft zu verhindern“, sagt Dooley.Der Bericht skizziert für diesen grundlegenden Konflikt eine Reihe von Lösungen in Form von Steuer- und Handelsreformen. Dazu wird mehr finanzielle Transparenz eingefordert sowie mehr internationale Zusammenarbeit in der Steuerpolitik und eine wirtschaftliche Entwicklung auf Basis von Nahrungsmittelversorgung und Naturschutz.KlimapsychologieRené NagelWie bewegt man Menschen zu mehr Klimaschutz? Britische Psychologen wollten dieser Frage, die viele Klimaaktivisten, aber auch Politiker bewegt, mit psychologischen Experimenten am Computer genauer auf den Grund gehen. In „Communications Psychology“ präsentieren sie zwei Ansätze, die sie für besonders effektiv halten: Zum einen lohne es sich, die eigene, psychologische Distanz zum Thema zu reduzieren. Also das noch immer weit verbreitete Gefühl, dass der Klimawandel nicht die eigene Person betrifft. Zum anderen könne aber auch eine systemische Rechtfertigung motivierend sein. Dieser Ansatz ist mit dem Gedanken verbunden, dass der bisher eingeschlagene Weg der richtige sei. Die Psychologen befragten in einer als "Pro-Environmental Effort Task" virtuelle Aufgabe jeweils mehrere hundert Erwachsene aus insgesamt sechs Ländern: Bulgarien, Griechenland, Nigeria, Schweden, aus den USA sowie UK. Nach einem Eingangstest, bei dem die Probanden über ihre Haltung zum Klimawandel befragt wurden, mussten sie eine Wahl treffen: Sie sollten aktiv werden, um entweder Geld gegen den Klimawandel zu sammeln oder gegen den weltweiten Hunger – einem allgemein akzeptierten Problem. Dann ging es darum herauszufinden, was sie dazu bewegt, (virtuell) für den Klimaschutz aktiv zu werden. Am effektivsten erwiesen sich Interventionen in Form von Texten und Bildern - und zwar dann, wenn der Klimaschutz als etwas Patriotisches dargestellt wurde und der Klimawandel als akute Bedrohung auf die eigene Lebensart "verkauft" wurde. Auch Präsentationen, in denen der Klimawandel als eine unmittelbare, lokale Gefahr behandelt wurde, wirkten. Die Probanden sollten daraufhin reflektieren und mitteilen, wie er ihr Leben beeinflusst. Am wenigsten effektiv dagegen waren Appelle im Namen des wissenschaftlichen Konsenses oder auch Briefe an künftige Verwandte, die die Probanden selbst verfassen sollten. Darin sollten sie über ihren Beitrag zum Klimaschutz berichten und dazu schreiben, wie man sich an sie erinnern soll. Diese beiden Interventionen trugen nur wenig dazu bei, die Zurückhaltung im Klimaschutz zu überwinden. Ausfall der WetterdatenDie Unsicherheiten in den Temperaturmessungen sind zuletzt weltweit gewachsen, weil die nationale US-Atmosphäre- und Ozeanforschungsbehörde NOAA viele der mit ihr vernetzten Wetterdienste nicht mehr bedienen kann. Das beklagte Robert Rhode, Chefwissenschaftler des unabhängigen Klimaforschungsinstituts Berkeley Earth bei der Vorstellung der aktuellen globalen Klima- und Wetterdaten. Der Grund für die meteorologischen Datenlücken: Der politische US-Shutdown der Regierung Trump und die damit zusammenhängenden Zwangsurlaube und Finanzierungsausfälle bei den Wetterstationen und Sammeldiensten. Wie viele Datenlieferanten genau ausfallen, sagte Rohde nicht, auch nicht, wie lange diese Ausfälle anhalten könnten. Denn die NOAA ist nicht nur von den Zahlungsausfällen aufgrund stockender Haushaltsverhandlungen betroffen, sondern auch wegen Tausender Kündigungen, die die Trump-Regierung vor einigen Wochen wegen deren klimaschutzkritischer Haltung eingeleitet hatte. Das Netzwerk der NOAA mit Wetterstationen, Satelliten und Messinstrumenten auf Schiffen ist eines der weltweit wichtigsten Datennetze. Wie viele Stationen angeschlossen ist, wird nicht angegeben, allein der US-Wetterdienst umfasst 122 Stationen. Was die aktuelle Klimabilanz betrifft, ist sich das Berkeley-Earth-Team um Rohde und Zeke Hausfather trotz der etwas größeren Messungenauigkeiten sehr sicher, dass der September 2025 nach den beiden extremen Vorjahren der drittwärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen war. Mit den über den Kontinentalflächen erreichten plus 2.02 Grad Celsius über dem vorindustriellen Mittel der Jahre 1850 bis 1900 und mit plus 1,01 Grad in den oberen Ozeanschichten zeigt die globale Erderwärmung Rohde zufolge "weiterhin eindeutig und ungebrochen" nach oben. Von einer Erwärmungspause könne keine Rede sein. Auf 2,8 Prozent der Landflächen und mehr als vier Prozent der Ozeanflächen wurden im September Allzeit-Rekorde gemessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch das gesamte Jahr 2025 das drittwärmste Jahr (nach 20023 und 2024) werden könnte, sei inzwischen auf mehr als 93 Prozent gestiegen. Allerdings ist das Risiko, dass die globale Temperatur jenseits des 1,5 Grad-Klimaziels liegen wird, ist angesichts der sich anbahnenden natürlichen Kälteanomalie La Nina im Winter kaum höher als ein Prozent. Hinter den Oktoberwerten dürften allerdings wegen des nach wie vor anhaltenden Shutdowns mit "der größten Unsicherheit seit Jahrzehnten" Fragezeichen bleiben. Gletscher verschwinden früherRené NagelSchmelzen uns bald die Gletscher schneller dahin als gedacht? Eine Studie des österreichischen Institute of Science and Technology Austria (ISTA), erschienen in “Nature Climate Change”, zeigt, dass Gletscher früher als angenommen verschwinden könnten. Hintergrund ist ein neuer globaler Datensatz über das Gletscher-Mikroklima, den die Arbeitsgruppe um Francesca Pellicciotti erhoben hatte. An 350 Wetterstationen weltweit sammelte die Gruppe die Temperaturdaten von 62 Gletschern. Insgesamt repräsentierte die Datenmenge einen Zeitraum von 169 Sommerperioden. Der Datensatz beinhaltete Temperaturen aus unmittelbarer Nähe, zwei Meter über der Gletscheroberfläche, sowie weiter entfernte Umgebungstemperaturen. Die Autoren verglichen die Temperaturen nahe am Gletscher mit denen der Umgebung und stellten fest: Im Durchschnitt wächst die Temperatur an den Gletschern nicht im selben Maße wie die Umgebungstemperatur; für jedes wärmere Grad Celsius der Umgebungstemperatur steigt die Temperatur am Gletscher lediglich um jeweils etwa 0,8 Grad Celsius. Dahinter steckt das gletschereigene Mikroklima, dessen lokale Temperaturen sich von den Umgebungstemperaturen unterscheiden. Die gigantischen Eismassen des Gletschers kühlen die dicht über der Eismasse liegenden Luftschichten. Von der Schwerkraft getrieben entstehen sogenannte katabatische Winde. Diese bilden kalte Grenzschichten, die die Eisriesen bedecken und den Schmelzvorgang abmindern.Aus dem Datensatz und in Kombination mit gängigen Klimamodellszenarien prognostizierten die Autoren die künftige Entwicklung des Kühleffekts. Mit ihren Modellen fanden die Wissenschaftler, dass die Selbstkühlung der Gletscher zwischen 2020 und 2040 ihren Höhepunkt erreicht haben wird. Danach, so die Prognose, werden an den Gletschern nicht mehr genug Eismassen vorhanden sein, um noch ausreichend kalte, talwärts wehende Winde zu erzeugen. Stattdessen werden ab der Mitte des 21. Jahrhunderts warme, aufwärtswehende Winde die kalten Grenzschichten immer weiter vertreiben, sodass sich die gletschernahen Temperaturen an die Umgebungstemperaturen immer häufiger ankoppeln. Die Folge ist ein noch schnelleres Abschmelzen der Gletscher weltweit, so das Fazit der ISTA-Forscher. Schimmelpilz-Ausbreitung nach NordenMehr ladenTickarooLive Blog Software
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