Colonia Dignidad: Chiles Regierung stoppt Gedenkstätte für Opfer
Die rechtsgerichtete chilenische Regierung unter Präsident José Antonio Kast will die geplante Enteignung des Geländes der ehemaligen Colonia Dignidad stoppen, wo eine Gedenkstätte für die Opfer der dort begangenen Verbrechen entstehen sollte. Wohnungsbauminister Iván Poduje begründete die Entscheidung mit mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten im bisherigen Verfahren und hohen finanziellen Kosten. Die Colonia Dignidad, 350 Kilometer südlich von Santiago de Chile gelegen, wurde 1961 vom deutschen Laienprediger Paul Schäfer gegründet. In der abgeschotteten Siedlung wurden Mitglieder ausgebeutet, Familien getrennt und Kinder missbraucht. Während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet wurden dort auch Regimegegner gefoltert und ermordet. Aktivisten und Angehörige der Opfer kritisieren die Entscheidung der Regierung.