Malariamittel: Wie die Natur einen berühmten Bitterstoff herstellt
Forscher haben die Biosynthese von Chinin, einem fiebersenkenden Wirkstoff aus dem Chinarindenbaum, entschlüsselt. Das Team um Sarah O’Connor am Max-Planck-Institut in Jena identifizierte die Gene, die für die Chininproduktion verantwortlich sind. Diese Entdeckung könnte die biotechnologische Herstellung von Chinin und ähnlichen Substanzen wie Chinidin ermöglichen, was eine nachhaltigere und kostengünstigere Alternative zur Extraktion aus Baumrinde darstellen würde. Chinin wird seit dem 18. Jahrhundert gegen Malaria eingesetzt und findet auch in Getränken Verwendung. Die synthetische Herstellung ist komplex, daher wird es bisher hauptsächlich aus Plantagen in Ländern wie Indien und Indonesien gewonnen. Das Verständnis der natürlichen Synthese wurde über 100 Jahre lang erforscht.