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SAT · 2026-03-21 · 16:00 GMTBRIEF NSR-2026-0321-27733
News/Deutschlands Wirtschaft im Visier hybrider Angriffe
NSR-2026-0321-27733News Report·DE·National Security

Deutschlands Wirtschaft im Visier hybrider Angriffe

The German domestic intelligence agency, BfV, and the Association for Security in Business (VSV) held a conference in Berlin on hybrid attacks targeting Germany's economy. BfV President Sinan Selen highlighted Iran and Russia as significant threats, pointing to the blurring lines between economic espionage, cyberattacks, and military actions.

Marcel FürstenauDeutsche Welle (DE)Filed 2026-03-21 · 16:00 GMTLean · CenterRead · 4 min
Deutschlands Wirtschaft im Visier hybrider Angriffe
Deutsche Welle (DE)FIG 01
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The German domestic intelligence agency, BfV, and the Association for Security in Business (VSV) held a conference in Berlin on hybrid attacks targeting Germany's economy. BfV President Sinan Selen highlighted Iran and Russia as significant threats, pointing to the blurring lines between economic espionage, cyberattacks, and military actions. Iranian intelligence is reportedly aggressive, targeting exiled Iranians and Western technology. Selen warned that companies with ties to Ukraine or involved in arms logistics are particularly vulnerable to Russian threats, as Germany is considered Russia's primary adversary due to its geopolitical position within the EU and NATO. The BfV is especially concerned about the vulnerability of small and medium-sized enterprises to these attacks.

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National Security
Economic Impact
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Almost a fifth of the world's oil and liquid gas is transported through the Strait of Hormuz.

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Iran's actions demonstrate the blurring lines between economic espionage, digital attacks, and military operations.

quoteSinan Selen
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Iranian intelligence agencies are described as particularly aggressive, targeting opposition exiles and Western technology.

factualVerfassungsschutz reports
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Companies with Ukraine connections are particularly vulnerable to Russian threats.

quoteSinan Selen
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Germany is Russia's number one enemy due to its geopolitical positioning in the EU and NATO.

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Full report

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„Der Iran schlägt rücksichtslos um sich“, sagt Sinan Selen am Donnerstag in Berlin. Der Präsident des Bundesamtes fürVerfassungsschutz(BfV), des deutschen Inlandsgeheimdienstes, ist Gastgeber einer Tagung mit dem Titel “Abwehrbereit? Deutschlands Wirtschaft in Zeiten hybrider Angriffe“. Die staatliche Behörde veranstaltete das Treffen gemeinsam mit dem Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (VSV). Selen erwähnt denIran-Kriegdeshalb, weil er auf beklemmend aktuelle Weise verdeutlicht, wie fließend die Übergänge zwischen Wirtschaftsspionage und digitalen Angriffen einerseits sowie klassischen Militäreinsätzen andererseits sein können. In Berichten des Verfassungsschutzes werdeniranische Geheimdiensteschon lange als besonders aggressiv beschrieben. Demnach haben sie es vor allem auf oppositionelle Exil-Iraner und westliche Technologie abgesehen. Straße von Hormus: Blockade lässt Ölpreise steigenTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Nach dem Angriff der USA und Israels auf das Regime in Teheran eskalierte die Lage. Der Iran bombardiert benachbarte Länder und sperrt dieMeeresenge von Hormus. Das hat massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft: Durch das Nadelöhr exportiert das Land selbstÖl, aber auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kuwait und der Irak nutzen diese Wasserstraße. Fast ein Fünftel des weltweiten Bedarfs an Öl undFlüssiggaswird auf diesem Weg transportiert. Unternehmen mit Ukraine-Kontakten müssen aufpassen Es ist auch kein Zufall, dass Selen den Iran als warnendes Beispiel für Hybride Angriffeoder gar Kriege bezeichnet. Das andere genannte Beispiel ist Russland. Dessen Bedrohungspotenzial hält Selen für noch gefährlicher, auch mit Blick auf die Wirtschaft. Boom der deutschen RüstungsindustrieTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Besonders gefährdet sind seiner Beurteilung nach Firmen, die mit der Ukraine Geschäfte machen oder an der Logistik vonRüstungsgüternbeteiligt sind. Deutschland sei für Russland der Feind Nummer eins, meint Selen: “Das hängt mit der geopolitischen Positionierung zusammen, mit unserer Rolle in der Europäischen Union und der NATO.“ Kleinere und mittelständische Firmen sind mehr gefährdet Um die Widerstandsfähigkeit großer Unternehmen gegen Cyber-Angriffe macht sich der Verfassungsschutz-Präsident weniger Sorgen als um die vielen kleinen und mittelständischen Firmen: “Wir haben in Deutschland ein Know-how von Unternehmen, die superspannend sind und dadurch ein Ziel werden von russischen, aber auch chinesischen Operationen. Und da müssen wir nachschärfen“, betont Selen. "Wir sind abwehrbereit!", betonte Verfassungsschutz-Präsident Sinan Selen auf der Fachtagung in Berlin Bild: Soeren Stache/dpa/picture alliance Dafür kommt ihm die von der Bundesregierung neu beschlossene Wirtschaftsschutz-Strategie gerade recht. Das wichtigste Ziel fasst Staatssekretär Christoph de Vries aus dem Innenministerium in einem Satz zusammen: “Wir wollen die Wertschöpfungs- und Lieferketten deutscher Unternehmen widerstandfähiger machen.“ Das gilt für Angriffe aus dem Ausland, aber auch für Gefahren von innen. Auch Linksextremisten attackieren kritische Infrastruktur De Vries erinnert an den Anschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannt hat. Damals blieben in weiten Teilen der deutschen Hauptstadt bei eisigen Temperaturen Heizungen kalt, es konnte nicht gekocht werden und es gab kein Licht. Dieser Anschlag habe gezeigt, wie verwundbar die kritische Infrastruktur sei, sagt der der Staatssekretär und kündigt einen Paradigmenwechsel an. Der Stromausfall in Berlin und die FolgenTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Man habe sich bislang mehr für Offenheit und Transparenz eingesetzt als für die Sicherheit der Infrastruktur. Auch sensible Stromtrassen oder Datenkabel sind deshalb leicht auffindbar, weil ihre Lage bislang kein Betriebsgeheimnis war. Das soll sich jetzt ändern: "Wir dürfen in diesen Zeiten Extremisten im Inland und auch ausländischen Akteuren nicht noch mögliche Schwachstellen auf dem Silbertablett servieren", mahnt de Vries. "Wir müssen feindliche Operationen unterbrechen können" Der Verfassungsschutz hofft zudem, schon bald mehr gesetzliche Befugnisse im Kampf gegen Cyber-Angriffe zu bekommen. "Wir müssen unsere Toolbox auf den neusten Stand bringen, um bei hybriden Angriffen reagieren zu können", fordert Behörden-Chef Sinan Selen im DW-Interview. "Das heißt, wir müssen feindliche Operationen unterbrechen können – analoge und hybride." Deutschland: Cyberattacken sorgen für Milliarden-SchadenTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Ein wichtiges Werkzeug soll dabei sogenanntes Back-Hacking sein. Damit ist das heimliche Eindringen in Computer-Programme gemeint, um an sensible Daten zu gelangen oder das System lahmzulegen. Kriminelle und staatliche Akteure aus dem Ausland wenden diese Methode immer häufiger an, um Wirtschaftsunternehmen, aber auch Behörden oder politische Parteien anzugreifen. Sinan Selen beansprucht deshalb Waffengleichheit: "Back-Hacking ist eine der Lösungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern diskutieren." Dabei denkt der Verfassungsschutz-Chef auch an die internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit den USA. Trotz des politisch angespannten Verhältnisses mit Präsident Donald Trump macht sich Selen keine Sorgen, dass die Kooperation mit amerikanischen Geheimdiensten darunter leiden könnte: "Hier sehe ich kein Abkühlen mit unseren Partnern, im Gegenteil: Es läuft gut." Der Präsident des Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft (VSV), Johannes Strümpfel, hält die neue Wirtschaftsschutz-Strategie für einen großen Fortschritt. Es gehe um viel mehr als Spionage und Sabotage. Was ihn besonders freut. "Die Scheu der Unternehmen, sich an eine Sicherheitsbehörde zu wenden, ist deutlich geringer geworden", sagt er im DW-Interview. Verfassungsschutz und Wirtschaft rücken enger zusammen Lange Zeit hatten von Cyber-Angriffen betroffene Firmen Berührungsängste mit dem Inlandsgeheimdienst. Auch die Sorge vor einem Image-Schaden spielte eine Rolle. Strümpfel erklärt sich das wachsende gegenseitige Vertrauen primär mit der geopolitischen Entwicklung. Ist Europa bereit für einen hybriden Krieg? - Auf den PunktTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Der VSV-Präsident nennt Beispiele: Unbekannte fotografieren kritische Firmenbereiche oder versuchen sich Zutritt auf ein Werksgelände zu verschaffen, indem sie über den Zaun klettern. Auch Drohnen-Überflüge nehmen demnach zu. “Wir haben in der Wirtschaft den Eindruck, dass Sicherheitsmechanismen getestet werden“, sagt Strümpfel. Um herauszubekommen, wie ein Unternehmen darauf reagiert, ob die Polizei kommt oder nicht. Die dadurch ausgelöste Verunsicherung hat bei vielen Betroffenen offenbar zu einem Umdenken geführt: "Immer mehr sehen es als selbstverständlich an, dass die Sicherheitsbehörden ganz enge Partner sind und als solche wahrgenommen werden“, freut sich der Verbandschef. Und Verfassungsschutz-Chefin Selen gibt sich trotz aller noch bestehenden Schwachpunkte selbstbewusst: "Wir sind abwehrbereit und unsere Kontrahenten bekommen das auch zu spüren.“
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