Bei iranischen Raketenangriffen in
Israel sind mehr als 100 Menschen verletzt worden. Betroffen war unter anderem die Stadt
Dimona in der Nähe eines Nuklearforschungszentrums.
Iran sprach von einer "Reaktion" auf den
Natans-Angriff. Bei einem iranischen Raketenangriff sind in der Nähe der Stadt
Dimona im Süden Israels mehr als 100 Menschen verletzt worden. Die israelische Armee teilte mit, es habe einen "direkten Raketeneinschlag in ein Gebäude" gegeben. Der Rettungsdienst versorgte nach eigenen Angaben 33 Verletzte in
Dimona und weitere 75 Verletzte in der nahegelegenen Stadt
Arad, wo es ebenfalls einen Raketenangriff gab.
Iran hatte
Israel nach eigenen Angaben als Vergeltung für einen vorherigen Angriff auf die Atomanlage
Natans attackiert. Wie der israelische Rettungsdienst
Magen David Adom mitteilte, behandelten seine Sanitäter in
Dimona unter anderem einen zehn Jahre alten Jungen mit schweren und eine Frau mit mittelschweren Verletzungen. 31 Menschen wurden demnach durch Splitter oder auf dem Weg in die Schutzräume leicht verletzt. 14 weitere Menschen wurden zudem wegen eines Schocks versorgt. Auf Bildern von AFPTV waren ein großer Krater und ein Trümmerhaufen zu sehen. Die Fenster und Fassaden umliegender Gebäude waren stark beschädigt. Der Rettungsdienst veröffentlichte ein Video, das ein brennendes Wohnhaus in der Stadt zeigt. Am Abend meldete die israelische Armee einen weiteren "direkten Treffer" in der Stadt
Arad, die nördlich von
Dimona liegt. Aufnahmen israelischer Medien zeigten stark beschädigte Gebäude. Der Rettungsdienst erklärte, in
Arad seien 75 Menschen versorgt und mit Dutzenden Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden. Zehn Menschen erlitten demnach schwere Verletzungen. Die israelische Armee will nun das Versagen ihrer Luftabwehr untersuchen. Ein Sprecher erklärte, das System sei zwar aktiv gewesen, habe die Geschosse jedoch nicht abfangen können. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte,
Israel sei nach dem "sehr schwierigen Abend" entschlossen, seine "Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen". Das Nuklearforschungszentrum
Dimona liegt außerhalb der gleichnamigen Stadt in der Negev-Wüste. Nach offizieller Darstellung handelt es sich um ein Kernforschungszentrum. Weithin wird aber angenommen, dass die Anlage auch der Herstellung von Atomwaffen dient.
Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie offiziell bestätigt, aber auch nie dementiert.
IAEA fordert zu "größter militärischer Zurückhaltung" auf Die Internationale Atomenergiebehörde (
IAEA) erklärte im Onlinedienst X, sie habe Kenntnis von einem Raketeneinschlag in der israelischen Stadt
Dimona, aber "keine Hinweise auf Schäden am Kernforschungszentrum Negev". Erhöhte Strahlungswerte wurden in der Region demnach nicht festgestellt.
IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu größter militärischer Zurückhaltung auf, "Insbesondere in der Nähe von Nuklearanlagen". Der
Iran hatte zuvor US-israelische Angriffe auf die heimische Atomanlage
Natans gemeldet. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, der Angriff auf
Dimona sei eine "Reaktion" auf den Angriff auf
Natans. Die israelische Armee bestritt, dass sie die Atomanlage angegriffen habe. Auch bei Raketenangriffen der mit dem
Iran verbündeten Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels wurden nach Medienberichten mehrere Menschen verletzt. In der israelischen Küstenstadt Eilat an der Südspitze des Landes gab es ebenfalls Raketenalarm.