Netanjahu:
Iran hat „Kapazität, tief nach
Europa vorzudringen“Der israelische Ministerpräsident
Benjamin Netanjahu drängt weitere Länder, sich dem Kampf gegen
Iran anzuschließen. „Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf
Diego Garcia abgefeuert“, sagte Netanjahu bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt
Arad, wo am Samstagabend eine iranische Rakete eingeschlagen und schwere Zerstörungen angerichtet hatte. „Sie haben jetzt die Kapazität, tief nach
Europa vorzudringen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.
Iran habe schon europäische Länder wie
Zypern angegriffen. Mit der Blockade der für den Welthandel wichtigen
Straße von Hormus versuche Teheran zudem, „die gesamte Welt zu erpressen“.
Iran hatte nach Angaben des Staatsfernsehens des Landes am Samstag zwei ballistische Raketen auf einen von
Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel
Diego Garcia abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste. Netanjahu fragte: „Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?“ Es sei an der Zeit, „dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen“, sagte Netanjahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen. Einige bewegten sich bereits in diese Richtung, „aber es ist mehr nötig“. Es gehe um die „Sicherheit der ganzen Welt“, so der Regierungschef.Martin FrankeSusanne KusickeMerz telefoniert mit TrumpBundeskanzler
Friedrich Merz hat sich nach der Absage einer Beteiligung an Militäraktionen mit US-Präsident
Donald Trump ausgetauscht. „Ich habe heute Nachmittag mit US-Präsident
Donald Trump die Situation in
Iran,
Israel und in der Ukraine besprochen. Wir haben verabredet, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Unser Austausch wird bald fortgesetzt“, schrieb der Kanzler auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten teilte die Bundesregierung nicht mit.Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitag in Bad Dürkheim hatte Merz ein Gespräch mit Trump an diesem Wochenende angekündigt und auch gesagt: „Er ist im Augenblick nicht ganz so gut auf mich zu sprechen.“ Trump hatte die NATO-Partner unter Druck gesetzt, bei der Sicherung der für Öltransporte wichtigen
Straße von Hormus mitzuhelfen, aber viele Absagen erhalten, auch von Merz. Der US-Präsident sprach von einem „törichten Fehler“. US-Senator Lindsey Graham, ein enger Vertrauter des Präsidenten, schrieb auf X, er habe mit Trump darüber gesprochen und ihn noch nie so wütend gehört. Merz sagte, trotz aller Meinungsverschiedenheiten werde er sich weiter für gute Beziehungen mit den USA einsetzen. „Ich möchte diese transatlantische Partnerschaft nicht aufgeben“, betonte Merz. Carlota BrandisIsrael zerstört Brücke in SüdlibanonDie israelische Armee hat nach libanesischen Angaben eine wichtige Brücke angegriffen, die Südlibanon mit dem restlichen Teil des Landes verbindet. Die Brücke al-Kasmijeh sei beschossen worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Die israelische Armee teilte kurz zuvor mit, es habe eine Angriffswelle gegen Hizbullah-Infrastruktur im Süden Libanons begonnen. Es gab zunächst keine Informationen über Verletzte. Der israelische Verteidigungsminister
Israel Katz hatte am Vormittag angekündigt, man habe die Armee angewiesen, „sofort alle Brücken über den Litani-Fluss zu zerstören, die Terroraktivitäten dienen“. So solle verhindert werden, dass Mitglieder der mit dem
Iran verbündeten libanesischen Hizbullah-Miliz und Waffen in den Süden gelangen. Außerdem solle das Militär die Zerstörung von Häusern im libanesischen Grenzgebiet zu
Israel beschleunigen, um eine Bedrohung israelischer Grenzorte zu verhindern. Dabei folge man dem „Modell“ der Grenzgebiete im Gazastreifen. Susanne KusickeIsrael bestätigt direkte Einschläge in
Arad und Dimona Bei iranischen Raketenangriffen auf Israels Süden ist es nach Militärangaben zu direkten Einschlägen in den Wüstenstädten
Arad und Dimona gekommen. Der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani bestätigte dies im Gespräch mit Journalisten. Die Zerstörungen seien „katastrophal“, mehr als hundert Menschen seien verletzt worden, davon Dutzende schwer.Der Sprecher betonte, es habe sich nicht um neuartige Raketen Irans gehandelt, sondern um ballistische Raketen, wie sie seit Kriegsbeginn immer wieder eingesetzt worden seien. Andere Raketen dieser Art seien vorher durchaus von der Raketenabwehr abgefangen worden. „Ich habe viele Fragen dazu bekommen, wie die Iraner eine spezielle Rakete abgefeuert haben, die man angeblich nicht stoppen könne oder ähnliches“, sagte der Militärsprecher. „Das sind lediglich Versuche Irans, Angst zu verbreiten und ein Bild des Sieges zu vermitteln.“Der Militärsprecher wollte sich nicht zu der Frage äußern, warum die Raketen in
Arad und Dimona nicht von der Raketenabwehr gestoppt werden konnten. Iranische Staatsmedien hatten berichtet, die Raketenangriffe auf die Wüstenstädte hätten einer Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von
Arad entfernt liegt.Seit Kriegsbeginn am 28. Februar habe
Iran mehr als 400 ballistische Raketen auf
Israel abgefeuert, hieß es weiter. Etwa 92 Prozent der Geschosse seien von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. In den gut drei Wochen habe es vier direkte Einschläge in israelischen Städten gegeben: in Tel Aviv, Beit Schemesch,
Arad und Dimona. Martin FrankeIran setzt abermals Streumunition gegen
Israel einNach Angaben des israelischen Militärs hat
Iran seit Beginn des Krieges mehr als 400 ballistische Raketen auf
Israel abgefeuert. 92 Prozent davon seien abgefangen worden, erklärte der Sprecher des israelischen Militärs, Oberstleutnant Nadav Shoshani, am Sonntag.Zuletzt sind bei einem iranischen Raketenangriff auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt worden. Ein 53 Jahre alter Mann habe schwere Verletzungen erlitten, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Nach Polizeiangaben gab es mehrere Einschläge im Bereich des Großraums Tel Aviv.Ein Armeesprecher teilte mit,
Iran habe bei dem Angriff abermals Streumunition eingesetzt. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem großen Gebiet. Nach Militärangaben beträgt der Radius der Einschläge bei dieser Art von Waffe rund zehn Kilometer.Susanne KusickeIsrael beschleunigt Zerstörungen in libanesischen Grenzdörfern Der israelische Verteidigungsminister
Israel Katz und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weisen das Militär an, die Zerstörung von Häusern in libanesischen Grenzdörfern zu beschleunigen. Damit sollten Bedrohungen für israelische Gemeinden beendet werden, teilte Katz mit. Zudem solle die Armee umgehend alle Brücken über den libanesischen Fluss Litani zerstören. Diese würden für terroristische Aktivitäten genutzt. Martin FrankeMindestens 180 Verletzte in
Israel durch iranische AngriffeLaut dem israelischen Gesundheitsministerium wurden bei iranischen Raketenangriffen auf die südliche Stadt Dimona und das nahegelegene
Arad mindestens 180 Menschen verletzt. In Dimona steht die wichtigste Atomanlage des Israels.Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete die Angriffe vom Samstag als „Reaktion“ auf einen Angriff auf die iranische Urananreicherungsanlage in Natans am Samstagmorgen.Unweit der libanesischen Grenze wurde zudem ein Mann, der in seinem Auto saß, von einer Rakete getroffen und starb. Nach israelischen Militärangaben gab es am Sonntagmorgen Beschuss aus Libanon.Susanne KusickeIran droht USA mit Gegenangriffen auf EnergieinfrastrukturIran droht im Falle eines Angriffs der USA auf die Kraftwerke des Landes mit Vergeltungsschlägen. Sollte die Kraftstoff- und Energieinfrastruktur Irans angegriffen werden, werde das iranische Militär alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher.US-Präsident
Donald Trump hatte dem Land mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte es nicht innerhalb von 48 Stunden die für den weltweiten Ölmarkt wichtige
Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ wieder öffnen. Andernfalls würden die USA iranische Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Martin FrankeHubschrauber-Unglück mit mehreren Toten in QatarIn Qatar sind bei einem Absturz eines Hubschraubers nach jüngsten Angaben sieben Personen ums Leben gekommen. Unter den Verunglückt seien vier Mitglieder der qatarischen Streitkräfte, ein türkischer Soldat und zwei Techniker einer türkischen Sicherheitsfirma, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte. Diese seien in dem qatarischen Hubschrauber bei einem gemeinsamen Einsatz beider Militärs über Wasser abgestürzt. Das qatarische Verteidigungsministerium sprach von einer „technischen Störung während eines Routine-Einsatzes“. Auch die türkische Seite sprach von einem „technischen Versagen“. Es gab keine Hinweise darauf, dass der Hubschrauber möglicherweise bei einem iranischen Angriff abgeschossen wurde. Es blieb jedoch unklar, wohin der Hubschrauber bei dem Einsatz fliegen sollte. Martin FrankeSaudi-Arabien weist Irans Militärattaché ausSaudi-Arabien hat den Militärattaché der iranischen Botschaft sowie seinen Vertreter und drei Mitarbeiter zu unerwünschten Personen erklärt und des Landes verwiesen. Sie seien aufgefordert, Saudi-Arabien innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Es verwies auf fortgesetzte Aktionen der Islamischen Republik gegen Saudi-Arabien – „seine Souveränität, zivile Einrichtungen, Zivilisten, wirtschaftliche Interessen und diplomatische Vertretungen innerhalb des Königreichs“.Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf
Iran attackieren die iranischen Streitkräfte immer wieder Saudi-Arabien und andere mit den USA verbündete Staaten am Persischen Golf mit Raketen und Drohnen. Erst am Abend hieß es vom saudischen Verteidigungsministerium, man habe mehrere Drohnen im Osten des Landes abgefangen. Die Regierung in Riad bezeichnet Irans Angriffe als Verstoß gegen das Völkerrecht.Am Donnerstag hatte bereits der Golfstaat Qatar die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft sowie deren Mitarbeiter des Landes verwiesen.Sabrina FrangosIran: USA und
Israel sind verantwortlich für Lage in
Straße von Hormus
Iran ist der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr zufolge zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) bereit, um die Sicherheit im Golf zu verbessern. Die Straße von Hormus bleibe für alle Schiffe geöffnet, mit Ausnahme von jenen, die mit „Feinden Irans“ in Verbindung stünden, sagte der iranische IMO-Vertreter Ali Mussawi der Agentur zufolge. Die Durchfahrt sei nach vorheriger Abstimmung mit der Regierung in Teheran möglich. Mussawi macht zudem israelische und US-Angriffe auf
Iran für die aktuelle Lage in der Meerenge verantwortlich.Sabrina FrangosStraße von Hormus – Japan erwägt Minenräumung nach WaffenstillstandJapan könnte sich nach den Worten von Außenminister Toshimitsu Motegi an einer Minenräumung in der Straße von Hormus beteiligen. Voraussetzung sei jedoch ein Waffenstillstand in dem Krieg zwischen den USA,
Israel und
Iran, sagte Motegi. Japan importiert rund 90 Prozent seines Öls über die Meerenge, die
Iran im Zuge des Krieges weitgehend geschlossen hat. US-Präsident
Donald Trump hatte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zuvor gedrängt, sich stärker für die Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute zu engagieren.Mehr ladenTickarooLive Blog Software