Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesBelgorod: Vier Frauen tot nach ukrainischem AngriffRussland meldet großen Drohnenangriff der UkraineKreml kann sich angeblich Teilwaffenruhe vorstellen – Bedingungen an KiewOrbán verteidigt Veto bei EU-Gipfel: „Ist unser Recht“„Akt grober Illoyalität“: Merz kritisiert
Orbán und kündigt Konsequenzen anSelenskij: Putin profitiert von einem langen Krieg in IranDer ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij fürchtet um die Konsequenzen des
Iran-Kriegs für die Situation seines Landes. „Ich habe ein sehr ungutes Gefühl, was die Auswirkungen dieses Kriegs auf die Lage in der
Ukraine angeht und was den Fokus der USA betrifft – der liegt leider mehr auf dem Nahen Osten als auf der
Ukraine“, sagte Selenskij in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview der britischen
BBC. „Unsere diplomatischen Treffen, die trilateralen Treffen werden ständig verschoben. Dafür gibt es einen Grund: den Krieg in
Iran.“Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin sei ein langer Krieg in
Iran „ein Plus“. Neben den hohen Energiepreisen bedeute er auch eine Erschöpfung von Ressourcen. „Für Putin ist es von Vorteil, dass die Ressourcen nicht an die
Ukraine gehen“, sagte Selenskij laut
BBC. „Er muss uns schwächen, und das ist ein langer Prozess. Der Nahe Osten ist einer der Wege, das zu erreichen.“ Es werde definitiv einen Mangel an Patriot-Raketen geben, die für die
Ukraine bei Bedarf zugänglich sein könnten.Tödlicher Unfall nach Drohnenangriff auf ZugBei einem russischen Drohnenangriff auf einen Personenzug in der
Ukraine ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der Zug im Gebiet
Odessa hielt und sollte geräumt werden, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja auf Telegram mitteilte. Dabei sei eine Schaffnerin von einem entgegenkommenden Zug getötet worden, der ebenfalls einen Haltepunkt zur Evakuierung ansteuerte. Ein Passagier sei verletzt worden.Die Bahn berichtete noch von einem weiteren Angriff auf einen Zug im Gebiet
Dnipropetrowsk. Dort sei die Räumung problemlos verlaufen. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 139 feindliche Drohnen, von denen 127 abgefangen worden seien. Unter anderem wurde ein Angriff das Umland von Kiew gemeldet. Strom- und Wasserversorgung in Teilen Kiews unterbrochenIn Teilen der ukrainischen Hauptstadt Kiew fallen Strom- und Wasserversorgung aus. Grund dafür sei ein Zwischenfall im Stromnetz, teilen die Behörden mit. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Versorgung in den Gebieten östlich des Flusses Dnipro wiederherzustellen, erklärt die Stadtverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur führen in Kiew und anderen Großstädten immer wieder zu teils längeren Stromausfällen.
Ukraine und USA beraten in Florida über KriegsendeUnterhändler der
Ukraine und der USA setzen in Florida ihre Gespräche über ein mögliches Ende des Krieges mit Russland fort. Das Weiße Haus bezeichnete die Beratungen als konstruktiv. Es gehe darum, verbleibende Differenzen abzubauen und einem umfassenden Friedensabkommen näherzukommen. Russische Vertreter nehmen an dem Treffen nicht teil. Selenskij fordert Beschlagnahmung von russischem ErdölVor dem Hintergrund eines von Frankreich aufgebrachten Tankers der russischen „Schattenflotte“ hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij die Beschlagnahmung von russischen Erdöllieferungen gefordert. „Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten“, sagte Selenskij in einer Videobotschaft. Kiew arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und das Beschlagnahmen von russischem Erdöl gestatten.
Belgorod: Vier Frauen tot nach ukrainischem AngriffIm russischen Grenzgebiet
Belgorod sind mindestens vier Menschen durch ukrainischen Beschuss getötet worden. Getroffen worden sei eine soziale Einrichtung im Dorf Smorodino, teilte Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Das russische Dorf im Landkreis Graiworon liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zur
Ukraine entfernt. Eine weitere Frau sei schwer verletzt aus den Trümmern geborgen worden, schrieb Gladkow. Es sei nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer gefunden werden – derzeit suchen die Rettungskräfte nach weiteren Opfern. Das Gebiet
Belgorod liegt in Reichweite ukrainischer Drohnen und Artillerie. Die
Ukraine schießt bei ihrer Abwehr der russischen Invasion auch über die Grenze hinweg in russisches Gebiet.Schwere Kämpfe im DonbassDie Kämpfe an der Front im Osten der
Ukraine haben sich nach Angaben des Kiewer Generalstabs in den vergangenen Tagen verstärkt. Schwerpunkt soll einmal mehr das Gebiet nahe der Stadt Pokrowsk im Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden.Einige Militärbeobachter erklärten, dass die
Ukraine womöglich eine erste Frühjahrsoffensive der Russen habe abwehren können. Das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) schrieb vorsichtiger, dass die russische Armee mit verstärkten Erkundungsangriffen vermutlich ihre Frühjahrs-/Sommeroffensive vorbereite.Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bleibt bei der Darstellung, dass seine Truppen an der mehr als 1000 Kilometer langen Front auf dem Vormarsch seien. Militärnahe russische Blogger gestehen aber Probleme an Frontabschnitten wie Kupjansk im Norden und Huljaipole im Süden ein.Russland meldet großen Drohnenangriff der UkraineDas russische Militär berichtet von einem großen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht. 283 feindliche Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Ein Schwerpunkt des Angriffs lag demnach im südrussischen Gebiet Rostow. Dort wurden nach Mitteilung von Gouverneur Juri Sljussar etwa 90 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Solche Angaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie vermitteln aber einen Eindruck vom Ausmaß des Angriffs.Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Offizielle Angaben gab es nur zu einem Treffer auf einen unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, darunter in Moskau.Ein russischer Drohnenangriff in der Nacht legte die Stromversorgung im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw weitgehend lahm, wie Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram mittelte. In der Stadt Saporischschja im Süden kamen nach Behördenangaben bei einem Treffer auf ein Wohnhaus ein Mann und eine Frau ums Leben, zwei Kinder wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen, von den 148 ausgeschaltet worden seien. Kreml kann sich angeblich Teilwaffenruhe vorstellen – Bedingungen an KiewDie russische Führung kann sich angeblich eine Teilwaffenruhe vorstellen, und zwar für Angriffe auf Energieanlagen. Eine solche Feuerpause stellte der Kreml jetzt unter bestimmten Bedingungen in Aussicht. Kiew müsse dazu die Attacken gegen die russische Öl- und Gasinfrastruktur einstellen und die „Erpressung anderer Länder, darunter auch Mitgliedstaaten der EU“ im Energiesektor beenden, erklärte Kremlsprecher Dmitrij Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.Zuletzt hatte Russland ukrainische Drohnenattacken auf Kompressorstationen für eine Gaspipeline in die Türkei beklagt. Nach Darstellung Moskaus führen solche Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zu weiteren Steigerungen beim Öl- und Gaspreis.Mit dem Stichwort „Erpressung“ nahm Peskow Stellung zum Streit zwischen Kiew und Budapest um die Pipeline Druschba, über die Ungarn Öl aus Russland erhält. Budapest wirft Kiew vor, die Durchleitung von Öl zu verhindern.Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des russischen Angriffskriegs pausieren derzeit. An diesem Samstag sind Gespräche geplant. Es handle sich um Verhandlungen der Ukrainer mit den – in dem Konflikt als Vermittler agierenden – USA, sagte Peskow. Russland ist nach seinen Angaben bei dem Treffen nicht dabei, wartet aber auf einen Termin zu trilateralen Gesprächen.
Orbán verteidigt Veto bei EU-Gipfel: „Ist unser Recht“Ungarns Ministerpräsident Viktor
Orbán versucht seine Blockade von milliardenschweren Finanzhilfen für die
Ukraine beim jüngsten Brüsseler EU-Gipfel zu rechtfertigen. „Es kam ein wenig Stottern ins Getriebe“, sagte er in der Nacht zum Freitag vor ungarischen Journalisten in Brüssel. „Aber die juristische Lage ist völlig klar, wir haben das Recht dazu“, fügte er mit Blick auf seine Vetodrohung hinzu. „Denn der Entscheidungsprozess war noch nicht abgeschlossen“, zitierten ihn ungarische Medien.Ungarns Regierungschef hatte dem Unterstützungsdarlehen für die
Ukraine beim Dezember-Gipfel eigentlich schon zugestimmt. Jetzt beruft sich
Orbán darauf, dass die
Ukraine die Erdölpipeline Druschba willkürlich „abgedreht“ hätte. Durch sie erhalten Ungarn und die Slowakei als die einzigen EU-Länder noch Öl aus Russland, das einen brutalen Angriffskrieg gegen die
Ukraine führt.Tatsächlich hatte ein russischer Raketenangriff Ende Januar die Pipeline im Westen der
Ukraine schwer beschädigt. Nach Darstellung Kiews brauche die Reparatur noch Zeit.
Orbán will seine Blockade erst aufgeben, wenn wieder russisches Öl nach Ungarn fließt. Der Rechtspopulist steht in seiner Heimat vor einer Parlamentswahl, die er verlieren könnte. Mit dem Schüren von Konflikten mit der
Ukraine erhofft er sich laut Beobachtern, den Rückstand gegenüber dem Herausforderer Péter Magyar bis zum Wahltag am 12. April aufholen zu können.Von der Kritik der meisten anderen EU-Staats- und Regierungschefs zeigte sich
Orbán unterdessen unbeeindruckt. „Sie haben ein wenig gedroht, dann haben sie eingesehen, dass das nicht funktioniert“, kommentierte er vor den ungarischen Journalisten.„Akt grober Illoyalität“: Merz kritisiert
Orbán und kündigt Konsequenzen anAngesichts der anhaltenden ungarischen Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für die
Ukraine hat Bundeskanzler Friedrich Merz Ungarns Ministerpräsidenten Viktor
Orbán scharf kritisiert. Merz sprach von einem „Akt grober Illoyalität“ und prognostizierte, das Agieren Orbáns werde tiefe Spuren hinterlassen und Konsequenzen haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen.Konkret nannte der Kanzler die Verhandlungen über den nächsten langfristigen EU-Haushalt. Bei ihnen könnten EU-Gelder an Ungarn gekürzt oder die Vergabe an noch strengere Bedingungen geknüpft werden.„Wir sind uns einig, dass wir das, was heute geschehen ist im Europäischen Rat, so nicht hinnehmen“, sagte Merz am Donnerstagabend mit Blick auf den EU-Gipfel. Er spielte damit darauf an, dass
Orbán dem Unterstützungsdarlehen für die
Ukraine beim Dezembergipfel eigentlich schon zugestimmt hatte.Merz warf
Orbán vor, „die Handlungsfähigkeit und das Ansehen der Europäischen Union als Ganzes“ beschädigt zu haben. „Ich hatte den Eindruck, dass die Kolleginnen und Kollegen, die sehr viel länger diesem Europäischen Rat angehören als ich, zutiefst verärgert sind über das, was heute geschehen ist“, fügte er hinzu. „Es ist ein Akt grober Illoyalität in der Europäischen Union, den es noch einmal nach denen, die länger dabei sind als ich, in dieser Form bisher nicht gegeben hat.“
Ukraine: Frachter in
Odessa bei russischem Angriff getroffen Bei einem russischen Drohnenangriff in der südukrainischen Schwarzmeer-Region
Odessa sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei unter ausländischer Flagge fahrende Handelsschiffe beschädigt worden. Bei dem nächtlichen Angriff seien zudem zwei Menschen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, weiter mit. Getroffen worden seien auch ein Getreidesilo und Verwaltungsgebäude. Die beiden zivilen Frachter unter der Flagge von Palau und Barbados hätten im Hafen gelegen und seien mit Getreide beladen gewesen. Eine russische Stellungnahme liegt bisher nicht vor. Russland greift immer wieder die ukrainische Hafeninfrastruktur an, die auch für die weltweite Getreideversorgung wichtig ist. EU will
Ukraine-Kredit trotz ungarischer Blockade auszahlen Die EU will Wege finden, den zugesagten Kredit von 90 Milliarden Euro an die
Ukraine trotz des anhaltenden Widerstands Ungarns auszuzahlen. "Wir werden auf die eine oder andere Weise liefern", sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. EU-Ratspräsident Antonio Costa erklärt dazu, die EU-Staats- und Regierungschefs hätten den "inakzeptablen" Widerstand Ungarns gegen die Auszahlung des
Ukraine-Kredits bei ihrem Treffen verurteilt: "Eine Vereinbarung ist eine Vereinbarung, wir müssen zu unserem Wort stehen. Und niemand kann den Europäischen Rat erpressen."Lesen Sie dazu auch:EU-Gipfel endet ohne Freigabe von Finanzhilfen für UkraineBundeskanzler Friedrich Merz und die anderen EU-Spitzen haben Ungarns Regierungschef Viktor
Orbán bei einem Gipfeltreffen in Brüssel nicht zur Aufgabe seiner Blockade von milliardenschweren Finanzhilfen für die
Ukraine bewegen können. Die Beratungen endeten am späten Abend ohne eine Lösung des Streits. Die Teilnehmer des EU-Gipfels konnten sich somit offenbar nicht auf die Freigabe des 90-Milliarden-Euro-Kredits für die
Ukraine einigen. Lediglich eine anhaltende Unterstützung für das im Krieg befindliche Land wurde versichert. In einer von 25 der 27 Regierungen in Brüssel verabschiedeten Erklärung hieß es: „Es ist entscheidend in diesem Kontext, sicherzustellen, dass die
Ukraine die Haushaltsmittel und militärischen Mittel hat, um sich selbst zu verteidigen und sich gegen Russlands Aggression zu wehren und dagegenzuhalten.“Die Frage, wie die
Ukraine das zugesagte Geld angesichts des ungarischen Widerstands gegen die Auszahlung des Milliardenkredits erhalten soll, wird umgangen. Man sehe der ersten Auszahlung an die
Ukraine „bis Anfang April erwartungsvoll entgegen“, heißt es nur, ohne dass der Finanzierungsweg klar ist. Man solle sich verstärkt bemühen, Drittländer dazu zu bewegen, die verbleibende Finanzierungslücke der
Ukraine in Höhe von 30 Milliarden Euro zu schließen. Ungarns Ministerpräsident Viktor
Orbán hatte bereits vor dem EU-Gipfel angekündigt, dass er an seiner Blockade gegen die Auszahlung der 90 Milliarden Euro festhält.Mehr zum Disput zwischen der
Ukraine und Ungarn:Amelie SchmidtUkraine will Gespräche über Kriegsende in den USA fortsetzen Die
Ukraine entsendet nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenskij Delegierte zu neuen Gesprächen in die USA. Das ukrainische Team sei bereits auf dem Weg, ein Treffen werde für Samstag erwartet, sagt Selenskij in seiner abendlichen Videoansprache. Es sei an der Zeit, die Pause bei den Verhandlungen über ein Ende des Krieges mit Russland zu beenden. Mehr ladenTickarooLive Blog Software