marktbericht Heftige Kursschwankungen Spekulationen um Insiderhandel vor Trump-Post Stand: 24.03.2026 • 14:01 Uhr Während der
DAX weiter unter den Unwägbarkeiten des
Iran-Krieges leidet, kommen Spekulationen auf, ob manche Marktteilnehmer mehr wussten, bevor es zu den gestrigen heftigen Kursbewegungen kam. Auch wenn die Hoffnung auf eine Deeskalation im
Iran-Krieg erhalten bleibt, kommt der Aktienmarkt nicht zur Ruhe. Die Unsicherheit, ob wirklich entscheidende Gespräche zwischen
Washington und
Teheran geführt werden, lastet auf dem
DAX. Bis zum frühen Nachmittag büßt der deutsche Leitindex 0,9 Prozent auf 22.442 Punkte ein. "Hätte ich das nur vorher geahnt", dürften sich die meisten Marktteilnehmer nach der gestrigen scharfen Kurswende gedacht haben, die die Aktienkurse nach oben und die Ölpreise nach unten katapultierte. Kurz nach Mittag mitteleuropäischer Zeit hatte US-Präsident
Donald Trump auf seiner Plattform
Truth Social verkündet, dass er nach "sehr guten Gesprächen" mit dem
Iran für weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten werde. Binnen Minuten drehte der
DAX ins Plus, während der Ölpreis der Nordseesorte
Brent zunächst um 14 Prozent abstürzte. Bei solchen extremen Kursbewegungen auf der richtigen Seite zu stehen, kann für Profi-Investoren über die Performance eines ganzen Handelsjahres - und darüber hinaus - entscheiden. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass es sowohl am Aktien- als auch am Ölmarkt im Vorfeld von Trumps Ankündigung zu auffälligen Handelsbewegungen kam. Wie die australische Nachrichtenseite news.com unter Berufung auf den US-Börsenbrief "The Kobeissi Letter" berichtet, wurde genau 14 Minuten vor Trumps Post an der Chicagoer Terminbörse eine außergewöhnlich hohe Wette auf den US-Aktienindex S&P 500 platziert. Die Future-Kontrakte hatten einen Wert von 1,5 Milliarden Dollar und seien nach Trumps Ankündigung binnen Minuten um 60 Millionen Dollar im Wert gestiegen. Die Nachrichtenagentur
Bloomberg hat indessen die Daten der wichtigsten Rohstoffbörsen ausgewertet und herausgefunden, dass am Montagmorgen innerhalb weniger Minuten Futures auf mindestens sechs Millionen Barrel
Brent- und
WTI-Öl verkauft wurden, also auf fallende Ölpreise gewettet wurde - etwa 15 Minuten vor Trumps Veröffentlichung. Das übertraf bei weitem das durchschnittliche Handelsvolumen zu dieser Zeit an den fünf vorangegangenen Handelstagen, das bei rund 700.000 Barrel lag.
Brent und
WTI sind die an den Terminmärkten gehandelten Referenzsorten für nordeuropäisches beziehungsweise US-Öl. Die Daten legen also den Verdacht nahe, dass einzelne Marktteilnehmer vorab mehr wussten. Gegenüber der Financial Times, die das Volumen der in Frage stehenden Ölkontrakte auf 580 Millionen Dollar beziffert, teilte das Weiße Haus mit, es toleriere "keinen Regierungsbeamten, der illegal von Insiderwissen profitiert". Jede Andeutung ohne Beweise, dass Offizielle solche Aktivitäten begehen, sei "unbegründet und unverantwortliche Berichterstattung".