25. März 2026Aus Russland sind zwei Drohnen in den estnischen und lettischen Luftraum eingedrungen. In Estland wurde der Schornstein eines Kraftwerks getroffen. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, ist unklar.https://p.dw.com/p/5B3x0Schornsteine eines Heizkraftwerks in Estland (Symbolbild)Bild: Jaanus Jarva/Woodfall/Photoshot/picture allianceIn den beiden EU-und
NATO-Mitgliedsstaaten stürzte nach Erkenntnissen der Behörden jeweils eine Drohne ab. Die Vorfälle nahe der Grenze zu Russland würden überprüft, hieß es aus
Tallinn und
Riga. Militär und Einsatzkräfte sammelten vor Ort Trümmerteile ein. Für die Bevölkerung und die öffentliche Sicherheit bestehe keine Gefahr. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handele, sei noch unklar, teilten die Behörden weiter mit. Die Vorfälle ereigneten sich aber zeitgleich mit einem Drohnenangriff der
Ukraine auf den russischen Ostseehafen
Ust-Luga nahe der estnischen Grenze. In Estland prallte die Drohne gegen den Schornstein des Kraftwerks Auvere im Kreis Ida-Virumaa. Verletzte oder Schäden gab es offenbar nicht. Nach aktuellem Kenntnisstand sei die Drohne nicht auf Estland oder das Kraftwerk gerichtet gewesen, teilte Außenminister
Margus Tsahkna mit. Die Regierung berief wegen des Vorfalls eine Sondersitzung des Kabinetts ein. Russland und Estland teilen sich eine knapp 300 Kilometer lange Grenze. Sie ist Teil der
NATO-Außengrenze. Die Grenze zwischen Estland und Russland ist mit einem Zaun und elektronischen Überwachungsanlagen gesichertBild: Hendrik Osula/AP Photo/picture allianceIn Lettland sagte ein Militärsprecher im Fernsehen, ein unbekanntes Flugobjekt, das sich der lettischen Grenze genähert und diese überflogen habe, sei per Radar erfasst worden. Kurze Zeit später sei die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina in der Gemeinde Kraslava von selbst explodiert, ohne dass eine alarmierte Einheit der Luftwaffe eingegriffen hätte. Bereits zuvor sei ein Objekt von belarussischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, habe eine leichte Kurve geflogen und sei in den russischen Luftraum weitergeflogen. Der Sprecher ging davon aus, dass die unbemannten Fluggeräte in beiden Fällen vom Kurs abgekommen oder durch elektronische Abwehrmaßnahmen fehlgeleitet worden seien. Die
Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. In dem wechselseitigen Drohnenkrieg sind die mit elektronischen Mitteln abgewehrten Fluggeräte auch eine Gefahr für die Nachbarländer. Wiederholt sind Drohnen über
Belarus in den Luftraum von Polen und der baltischen Staaten geraten, die zu engsten Partnern und Unterstützern der
Ukraine zählen. Zuletzt war in der Nacht zu Montag eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in Litauen abgestützt. Ähnliche Fälle gab es in Rumänien und Moldau. Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas machte Moskau für die jüngsten Drohnenabstürze verantwortlich. "Das alles ist auf Russlands Krieg zurückzuführen", schrieb Kaunas auf Facebook. "Der vom Aggressor Russland provozierte Krieg hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem innerhalb von 48 Stunden Drohnen auf dem Gebiet der drei baltischen Staaten abgestürzt sind." Es sei offensichtlich, dass die Luftverteidigung nicht nur in Litauen, sondern in der gesamten
NATO eine Herausforderung darstelle.