PfadnavigationHomePolitikAuslandBaltikumUkrainische Drohnen stürzen in Estland und Lettland ab – Schornstein von Kraftwerk getroffenStand: 12:38 UhrLesedauer: 2 MinutenDas estnische Kraftwerk Auvere an der Grenze zu RusslandQuelle: INTS KALNINS/REUTERSEine Drohne hat ein Kraftwerk im Nato-Mitgliedstaat Estland getroffen, eine weitere stürzte in Lettland ab. Dabei handelte es sich nach offiziellen Angaben um fehlgeleitete ukrainische Flugobjekte.In Estland und Lettland sind Drohnen abgestürzt, die aus dem russischen Luftraum kamen. Dabei handelte es sich nach Angaben der Regierungen in
Tallinn und
Riga um fehlgeleitete ukrainische Flugobjekte, mit denen Kiew russische Ziele am Finnischen Meerbusen angriff. Jeweils eine Drohne ist demnach im Osten der beiden EU- und Nato-Mitgliedstaaten nahe der Grenze zu Russland heruntergegangen. Verletzt wurde dabei niemand.Vertreter der Regierung und der Streitkräfte betonten in beiden Ländern, dass Estland und Lettland nicht das eigentliche Ziel des Drohnenangriffs gewesen seien. Vielmehr gingen sie davon aus, dass die unbemannten ukrainischen Fluggeräte in beiden Fällen vom Kurs abgekommen oder durch russische elektronische Abwehrmaßnahmen fehlgeleitet worden seien. Für die Bevölkerung und öffentliche Sicherheit bestehe keine Gefahr, hieß es. Lesen Sie auchDie Vorfälle ereigneten sich zeitgleich mit einem ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Ostseehafen
Ust-Luga nahe der estnischen Grenze.Schornstein eines Kraftwerks in Estland getroffenIn Estland traf die Drohne einen Schornstein des Kraftwerks Auvere im Kreis Ida-Virumaa. Bei dem Vorfall um 3.43 Uhr (Ortszeit) wurde nach offiziellen Angaben niemand verletzt, auch die Strominfrastruktur blieb unbeschädigt. Verteidigungsminister
Hanno Pevkur sagte nach einer Sondersitzung der Regierung, dass Drohnen in der Nacht auch den estnischen Luftraum über der Ostsee, insbesondere über dem Finnischen Meerbusen, verletzt hätten. Zwei Drohnen in Lettland gesichtetIn Lettland sagte ein Militärsprecher im Fernsehen, dass um 2.19 Uhr (Ortszeit) ein unbekanntes Flugobjekt per Radar erfasst worden sei, das sich der lettischen Grenze näherte und diese überflog. Rund 20 Minuten später sei die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina in der Gemeinde Kraslava von selbst explodiert – ohne dass eine alarmierte Einheit der Luftwaffe eingegriffen hätte.Zuvor sei gegen 0.50 Uhr (Ortszeit) bereits ein Objekt von belarussischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, habe eine leichte Kurve geflogen und sei in den russischen Luftraum weitergeflogen. Der Sprecher ging davon aus, dass die unbemannten Fluggeräte in beiden Fällen vom Kurs abgekommen oder durch elektronische Abwehrmaßnahmen fehlgeleitet worden seien.Die
Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. In dem wechselseitigen Drohnenkrieg sind die mit elektronischen Mitteln abgewehrten Fluggeräte auch eine Gefahr für die Nachbarländer. Wiederholt sind Drohnen über
Belarus in den Luftraum von Polen und der baltischen Staaten geraten, die zu engsten Partnern und Unterstützern der
Ukraine zählen. Zuletzt war in der Nacht zu Montag eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in Litauen abgestürzt. Ähnliche Fälle gab es in Rumänien und Moldau.Hinweis: Wir aktualisieren den Artikel, sobald weitere Informationen vorliegen.dpa/AFP/Reuters/ll/lay