27. März 2026US-Präsident Trump hat sein Ultimatum an den
Iran zur Freigabe der
Straße von Hormus abermals verlängert. Laut Bundesaußenminister
Wadephul soll es bald direkte Gespräche zwischen beiden Seiten geben.https://p.dw.com/p/5BE5ZKabinettssitzung zum
Iran-Krieg am Donnerstag im Weißen Haus: US-Präsident
Donald Trump (l.) und Verteidigungsminister
Pete Hegseth, der sich auch Kriegsminister nennt Bild: Evelyn Hockstein/REUTERSAuf Bitten der Führung in
Teheran verschiebe er die "Zerstörung der Energieanlagen" im
Iran um zehn weitere Tage bis zum 6. April (US-Ortszeit), schreibt
Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Der US-Präsident verweist auch ein weiteres Mal auf die "sehr gut" vorankommenden Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Eigentlich wäre die von Trump gesetzte Frist bereits in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit und dann, nach einer ersten Verlängerung, jetzt am Samstag deutscher Zeit abgelaufen. Der 79-Jährige hatte zuvor angekündigt, falls der
Iran die
Straße von Hormus nicht vollständig und "ohne Drohungen" für den Schiffsverkehr öffnen sollte, werde er iranische Kraftwerke zerstören lassen. Sein späteres Entgegenkommen begründete Trump damit, dass die iranische Seite mehreren Öltankern die Durchfahrt durch die stategisch bedeutende Meerenge im Persischen Golf gewährt habe. So berichtete Trump am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington, als "Geschenk" und Zeichen des "guten Willens" habe der
Iran zehn Tankern die Durchfahrt durch die
Straße von Hormus genehmigt. Nach offiziellen Angaben aus
Teheran dürfen "nicht-feindliche" Schiffe die wichtige Wasserstraße passieren - allerdings nur in enger Abstimmung und unter Auflagen der iranischen Behörden. Die
Straße von Hormus ist eine für den weltweiten Öl- und Gashandel immens wichtige Transportroute. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den
Iran am 28. Februar ist die Meerenge de facto gesperrt. Mehrfach wurden Schiffe in der Region angegriffen. Derzeit kein Weiterkommen: Tanker warten vor der
Straße von Hormus (Archivbild) Bild: Benoit Tessier/REUTERS Für den Fall von Attacken auf seine Kraftwerke drohte der
Iran mit einer vollständigen Blockade der
Straße von Hormus und Angriffen auf Energieanlagen in den
Golfstaaten. Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Neben Erdöl und Flüssiggas werden auch Düngemittel und andere wichtige Güter über die Wasserstraße transportiert. An diesem Freitag wurde nach Angaben der iranischen Staatsmedien ein Schwerwasserreaktor getroffen. Die Atomanlage Chondab (früher Arak) sei in zwei Wellen angegriffen worden, meldete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf die Verwaltung der Provinz Markasi. Laut der iranischen Atombehörde wurde zudem eine Uran-Aufbereitungsanlage in Arkadan im Zentrum des Landes attackiert. In beiden Fällen soll kein radioaktives Material ausgetreten sein. Auch sei niemand verletzt worden. Die Folgen der Kriegs sind weltweit längst zu spüren. Steigende Kosten für Sprit, Transport und Düngemittel könnten auf Dauer auch die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Die Vereinten Nationen befürchten Hunger- und Gesundheitskrisen, vor allem in Ländern mit niedrigen Einkommen. An den Ölmärkten sorgte das von Trump verlängerte
Iran-Ultimatum für etwas Entspannung. Analysten warnten jedoch vor zuviel Euphorie. Verhandlungen könnten auch scheitern, hieß es. Experten der Macquarie Group - eines weltweit tätigen Finanzdienstleistungsunternehmens mit Sitz im australischen Sydney - erklärten, die Ölpreise könnten möglicherweise bis auf 200 US-Dollar steigen, sollte sich der Krieg bis Ende Juni hinziehen.
Iran-Krieg: Kein Ende in SichtTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist derzeit kaum absehbar. Nach Medienberichten scheint sich die amerikanische Regierung auch auf eine Eskalation vorzubereiten. Die Zeitung "Wall Street Journal" und das Nachrichtenportal Axios berichten unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium, erwogen werde die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten. Dies würde Trump einen größeren Handlungsspielraum und ein Druckmittel in den Gesprächen mit
Teheran zu geben. Laut Axios erarbeitet das Pentagon militärische Optionen für einen "endgültigen Schlag" gegen den
Iran, inklusive dem Einsatz von Bodentruppen und schweren Bombardements. Trump habe noch keine Entscheidung dazu getroffen, sei aber bereit zu eskalieren, falls die Gespräche mit
Teheran nicht bald Ergebnisse bringen sollten.
Wadephul: Direkte Gespräche zwischen USA und
Iran geplant Deutschlands Außenminister Johann
Wadephul sprach derweil von "ermutigenden und begrüßenswerten" Anzeichen für Verhandlungen zwischen Washington und
Teheran. In den Bemühungen um ein Ende des Kriegs gebe es Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans, sagte der CDU-Minister im Deutschlandfunk. Das solle wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden. In der Vergangenheit gab es nach seinen Informationen indirekte Kontakte. Redaktionsschluss: 17.45 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.