NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCDeutsche Welle (DE)
LANGDE
LEANCenter
WORDS828
ENT9
SAT · 2026-03-28 · 11:00 GMTBRIEF NSR-2026-0328-40663
News/Verdient der Iran an der Blockade der Straße von Hormus?
NSR-2026-0328-40663News Report·DE·Economic Impact

Verdient der Iran an der Blockade der Straße von Hormus?

Nach Angriffen der USA und Israels soll der Iran die Straße von Hormus blockiert haben, eine wichtige Route für den globalen Öl- und Gastransport. Medienberichten zufolge fordert der Iran nun bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Schiff für eine "sichere" Passage.

Nik MartinDeutsche Welle (DE)Filed 2026-03-28 · 11:00 GMTLean · CenterRead · 4 min
Verdient der Iran an der Blockade der Straße von Hormus?
Deutsche Welle (DE)FIG 01
Reading time
4min
Word count
828words
Sources cited
4cited
Entities identified
9entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Nach Angriffen der USA und Israels soll der Iran die Straße von Hormus blockiert haben, eine wichtige Route für den globalen Öl- und Gastransport. Medienberichten zufolge fordert der Iran nun bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Schiff für eine "sichere" Passage. Einem Bericht der "Lloyd's List" zufolge soll mindestens ein Tanker bereits gezahlt haben. Ein iranischer Parlamentsabgeordneter deutete an, solche Gebühren könnten zur Deckung von Kriegskosten dienen. Experten warnen, dass die Erhebung solcher Gebühren auf internationalen Widerstand stoßen würde. Derzeit warten über 3200 Schiffe in der Nähe der Meerenge, und Analysten bezweifeln, dass die Gebühren zur Wiedereröffnung der Schifffahrtsstraße beitragen werden, da die Unsicherheit weiterhin hoch ist.

Confidence 0.90Sources 4Claims 5Entities 9
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Economic Impact
Conflict
Tone
Mixed Tone
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.70 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
4
Well sourced
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

One fifth of the world's oil and gas supplies are transported through the Strait of Hormuz.

statisticnull
Confidence
1.00
02

Such fees would be levied as part of a 'new sovereign order' in the Strait.

quoteAladdin Borudscherdi (Iranian MP)
Confidence
0.90
03

Iran reacted to attacks by the US and Israel by blocking the Strait of Hormuz.

factualnull
Confidence
0.90
04

The Iran is allegedly demanding up to $2 million per ship to pass through the Strait of Hormuz.

factualMedia reports
Confidence
0.70
05

At least one tanker has already paid the fee.

factualLloyd's List
Confidence
0.60
§ 04

Full report

4 min read · 828 words
Schon kurz nach den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran reagierte Teheran mit einer Blockade der für die weltweite Öl- und Gasversorgung wichtigen Straße von Hormus. Seitdem schnellten die Preise an den Zapfsäulen weltweit genauso in die Höhe wie die Versicherungsprämien für Seefrachter in der Region. Medienberichten zufolge soll der Iran nun bis zu zwei Millionen US-Dollar (1,7 Millionen Euro) für jedes Schiff fordern, das die Meerenge "sicher" passieren will. Dieser Flaschenhals, der weltweit eine zentrale Rolle spielt, weil ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasvorräte durch ihn transportiert wird, würde so von Teheran in eine Art Mautstelle mit hohen Risiken verwandelt. Vergangene Woche berichtete die "Lloyd's List", eine der ältesten und renommiertesten Fachzeitungen für die Schifffahrt weltweit, von Vermutungen, dass mindestens ein Tanker bereits eine solche Zahlung geleistet habe. An Tankstellen weltweit schnellten die Kraftstoffpreise direkt nach Beginn der Angriffe in die HöheBild: Md Mehedi Hasan/ZUMA/picture allianceMehrere Vertreter des iranischen Regimes wiesen den Bericht zurück, doch im iranischen Staatsfernsehen erklärte der Parlamentsabgeordnete Aladdin Borudscherdi, solche Gebühren würden als Teil einer "neuen souveränen Ordnung" in der Meerenge erhoben; sie stellten einen Versuch dar, die iranischen Kriegskosten zu decken. "Die Freiheit der Meere, also das Recht, ungehindert Gebiete zu durchfahren, bildet die Grundlage des internationalen Seehandels", erklärte Robert Huebert, Experte für internationale Beziehungen an der Universität von Calgary am Dienstag in einem Podcast des kanadischen Portals Energi Media. Die Erhebung einer Durchfahrtsgebühr für die Straße von Hormus würde "auf den direkten Widerstand fast aller Staaten der Welt stoßen". Mehr als 3200 Schiffe hängen gegenwärtig in der Nähe der Meerenge fest; Peter Sand, Chefanalyst des Branchendienstleisters Xeneta, geht nicht davon aus, dass die Gebühren helfen könnten, die Schifffahrtsstraße wieder zu öffnen. "So hoch die Gebühr auch erscheinen mag, sie spielt keine zentrale Rolle", erklärte er gegenüber der DW. "Entscheidend ist, dass es noch immer viel zu unsicher ist, die Straße zu passieren." Die Bereitschaft großer Öl- und Gasimporteure, direkte Verhandlungen zu führen und zusätzlich zu den mittlerweile astronomischen Versicherungsprämien auch noch einen Millionenbetrag pro Schiff zu zahlen, zeigt jedoch, wie verzweifelt sich von Brennstoffen abhängige Länder mittlerweile darum bemühen, sich wenigstens minimale Liefermengen über die Meerenge zu sichern.Über 3000 Frachtschiffe sollen im Persischen Golf festsitzenBild: REUTERS "Manche Länder mögen bereit sein, zu zahlen", fügt Sand hinzu. "Es ist letztlich ein kleiner letzter Preis, der für eine gewisse Versorgungssicherheit zu entrichten ist." Laut "Lloyd's List" ist nicht klar, wie die Transaktion abgewickelt worden sein soll, denn der Iran ist weiterhin internationalen Sanktionen unterworfen, aufgrund derer Zahlungen in US-Dollar über westliche Finanzkanäle an Teheran kaum möglich sind. Indien, Pakistan, Irak, Malaysia und China sprächen direkt mit Vertretern des Iran, um die sichere Passage ihrer Schiffe zu gewährleisten, berichtete die Fachzeitung weiter. Auch der Mediendienst Bloomberg berichtete über die Gebühr. Nicht namentlich genannten Quellen zufolge hätten mehrere Schiffe für die Durchfahrt durch die Meerenge gezahlt, die Zahlungen schienen jedoch nicht systematisch zu erfolgen. Teheran denke darüber nach, die Gebühr als Teil eines Friedensplans mit den USA und Israel zu formalisieren, fügte eine der Quellen von Bloomberg hinzu. "Nicht-feindliche" Schiffe sollen passieren dürfen Am Dienstag adressierte der Iran einen Brief an die Mitgliedsstaaten der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der UN (IMO); darin wurde angekündigt, "nicht-feindlichen Schiffen" die Durchfahrt durch die Straße von Hormus in Absprache mit Teheran zu gestatten. "Bislang hat der Iran zwischen drei und fünf Durchfahrten pro Tag genehmigt", sagt Sand. "Jetzt behauptet Teheran, für alle, die nicht Feinde des Iran sind, sei die Straße offen." Iran-Krieg: Globale Abhängigkeit von Energie aus NahostTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 videoGegenüber der DW erklärte ein Sprecher der IMO, die Organisation bemühe sich, eine "vorläufige und dringliche Maßnahme" zu ergreifen, "um die sichere Weiterfahrt der Handelsschiffe, die gegenwärtig in der Golfregion festsitzen, zu ermöglichen". Es sei von entscheidender Bedeutung, Leben und Wohlergehen der festsitzenden Seeleute zu schützen, bevor sich die Krise weiter verschärfe. Gleichzeitig wolle man darauf hinwirken, dass Schiffe, die bereit seien, die Straße von Hormus zu passieren, dies tun könnten, ohne angegriffen zu werden. Derweil scheint es auch bilaterale Vereinbarungen zu geben. An diesem Samstag teilte Thailands Regierungschef Anutin Charnvirakul mit, man habe sich mit Teheran auf eine sichere Durchfahrt für thailändische Öltanker geeinigt. US-Präsident Donald Trump drängt seine europäischen NATO-Verbündeten dazu, sich an einer zukünftigen multinationalen Marine-Mission zu beteiligen, die die Handelsschifffahrt im Persischen Golf schützen soll. Zwar sträuben sich die europäischen Staaten größtenteils gegen eine solche Beteiligung, doch mehrere Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, haben angedeutet, dass sie bereit wären, nach einem Ende der aktiven Kampfhandlungen an Begleit- oder Aufklärungsmissionen teilzunehmen. Die IMO betonte, dass ein Geleitschutz von Handelsschiffen schon in früheren Krisen eingesetzt worden sei, unter anderem bei den jüngsten Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi auf Schiffe im Roten Meer, dies jedoch keine "nachhaltige oder langfristige Lösung" sei. "Eine multilaterale Lösung wird gebraucht, um die Lage zu deeskalieren", erklärte ein Sprecher der IMO, "und es zivilen Seeleuten und Schiffen zu ermöglichen, in Sicherheit gebracht zu werden."
§ 05

Entities

9 identified
§ 06

Keywords & salience

9 terms
straße von hormus
1.00
iran
0.90
blockade
0.80
öl- und gasversorgung
0.70
durchfahrtsgebühr
0.70
seehandel
0.60
versicherungsprämien
0.50
kriegskosten
0.50
tanker
0.40
§ 07

Topic connections

Interactive graph
Network visualization showing 51 related topics
View Full Graph
Person Organization Location Event|Click node to navigate|Edge numbers = shared articles