In den USA finden unter dem Motto "No Kings" erneut landesweit Demonstrationen gegen Präsident Trump statt. Es wurde mit mehreren Millionen Teilnehmern gerechnet. In
St. Paul trat unter anderem Rockstar
Bruce Springsteen auf. In den USA sind landesweit Menschen gegen die Regierung von US-Präsident
Donald Trump auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "No Kings" ("Keine Könige") versammelten sich nach Angaben der Veranstalter Teilnehmer in allen 50 Bundesstaaten, um gegen die Politik der republikanischen Regierung zu protestieren. Insgesamt seien mehr als 3.000 Veranstaltungen angemeldet worden. In
Atlanta im südlichen Bundesstaat
Georgia gingen Tausende Demonstranten mit Plakaten wie "Wir verlieren unsere Demokratie" auf die Straße, in der Hauptstadt
Washington marschierten Zehntausende Trump-Gegner mit Bannern wie "Kampf dem Faschismus" zum Lincoln Memorial. Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, erwarteten Medienberichten zufolge landesweit rund neun Millionen Teilnehmer und sprachen demnach von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes. Es ist bereits der dritte landesweite Protesttag seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor 14 Monaten. Bereits im Oktober und im Juni hatte es Proteste mit Millionen Teilnehmern gegeben. In
Washington marschierten Zehntausende Trump-Gegner zum Lincoln Memorial. Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste gilt eine Kundgebung in
St. Paul im US-Bundesstaat
Minnesota, wo bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet wurden - unter anderem auch der linke Senator
Bernie Sanders, Schauspielerin
Jane Fonda und Rockstar
Bruce Springsteen. Hintergrund sind unter anderem umstrittene Einsätze von Bundesbehörden im Zuge verschärfter Maßnahmen gegen Migration, die in der Region zuvor zu wochenlangen Protesten geführt hatten. Dabei wurden zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten getötet. Als Reaktion auf die Ereignisse hatte Springsteen seinen Song "Streets of Minneapolis" geschrieben, den er heute in
St. Paul live gespielt hat. Der Musiker
Bruce Springsteen spielte vor tausenden Demonstrierenden in
St. Paul. Bevor er den Song anstimmte, beklagte Springsteen den Tod der beiden US-Bürger, sagte aber, dass der anhaltende Widerstand der Menschen gegen die US-Zoll- und Einwanderungsbehörde dem Rest des Landes Hoffnung gegeben habe. "Eure Stärke und euer Engagement haben uns gezeigt, dass dies immer noch Amerika ist", sagte er. "Und dieser reaktionäre Albtraum und diese Übergriffe auf amerikanische Städte werden nicht von Dauer sein." Auch in zahlreichen weiteren Städten fanden Demonstrationen statt. Nach Angaben der Organisatoren in US-Medienberichten stammt ein großer Teil der Anmeldungen aus konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten, nicht nur aus klassischen Hochburgen der Demokraten. Die Proteste richten sich neben der Migrationspolitik der US-Regierung auch gegen außenpolitische Entscheidungen sowie steigende Lebenshaltungskosten. Kritiker werfen Trump vor, demokratische Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und das Wahlrecht zu untergraben. "Trump will wie ein Tyrann über uns herrschen. Aber dies ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk - nicht bei Möchtegern-Königen oder ihren milliardenschweren Kumpanen", erklärten die Organisatoren im Vorfeld. Auch wird Trumps Hang, per Dekret zu regieren, kritisiert, sowie der Einsatz der Justiz gegen politische Gegner. Auch außerhalb der USA waren Anti-Trump-Demonstrationen geplant, unter anderem in Amsterdam, Madrid und Rom. Zusätzlichen Zulauf könnte den Demonstrationen die Unzufriedenheit über den vor einem Monat von den USA gemeinsam mit Israel begonnenen Iran-Krieg bringen. "Seit wir zuletzt auf die Straße gegangen sind, hat diese Regierung uns tiefer in einen Krieg gezogen", sagte Naveed Shah vom mit der "No-Kings"-Bewegung verbündeten Veteranenverband Common Defense: Im Inland haben wir erlebt, wie Bürger auf der Straße von militarisierten Truppen getötet wurden. Wir haben erlebt, wie Familien auseinandergerissen und Einwanderer ins Visier genommen wurden. All das geschah im Namen eines Mannes, der versucht, wie ein König zu herrschen. Mit Informationen von Giselle Ucar, ARD-Studio New York