"No Kings"-Demos in den USA Landesweite Proteste gegen Trump Stand: 29.03.2026 • 03:25 Uhr Aus Protest gegen die Politik von Präsident Trump sind am "No Kings"-Aktionstag in den USA landesweit Menschen auf die Straße gegangen. Eine der größten Demos war die in
St. Paul im Bundesstaat
Minnesota - mit prominenten Gästen. Es war für viele das Highlight: Rock-Legende
Bruce Springsteen steht mit seiner Gitarre auf der Bühne vor Zehntausenden Demonstrierenden. In seinem Protest-Song geht es um die aggressiven Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. In
Minneapolis sind dabei Anfang des Jahres zwei Amerikaner getötet worden. Wir werden für dieses Land einstehen, und für den Fremden in unserer Mitte, singt Springsteen bei einer der größten Kundgebungen des Tages. Mit seinem Auftritt in
St. Paul - nur wenige Kilometer von
Minneapolis entfernt - rührt er so manchen im Publikum zu Tränen. Viele der Demonstrierenden hier haben die wochenlangen Ausschreitungen hautnah miterlebt. "Ich muss sagen: In meinem Leben hab ich noch nicht so eine Brutalität und furchtbares Verhalten gesehen, wie in den vergangenen Monaten", sagt eine Demonstrantin. Mit ihrem friedlichen Protest wollen die Teilnehmer ein Zeichen setzen. Auf vielen mitgebrachten Plakaten ist das Motto der Aktion zu lesen: "No Kings" - "keine Könige". Der Slogan richtet sich gegen die Alleingänge und Allmachtsfantasien des US-Präsidenten. Der linke Senator
Bernie Sanders aus
Vermont trat ebenfalls in
St. Paul auf. Er fordert ein Ende des
Iran-Kriegs und kritisiert den Regierungsstil von
Donald Trump wie immer deutlich: "Wir werden nicht zulassen, dass dieses Land in Autoritarismus oder Oligarchie abgleitet. In Amerika werden wir - das Volk - regieren!" In allen 50 Bundesstaaten waren Menschen auf den Straße. Einige der größten Proteste fanden in Metropolen wie Chicago oder Los Angeles statt, aber auch in Hunderten kleineren Städten und Orten. In New York City mischten sich auch politische Influencer unter die Menge. Einer von ihnen ist
Harry Sisson, der den Demokraten nahesteht: "Viele Leute sind wütend. Über die Wirtschaft, das Verschleiern der
Epstein-Files oder dass wir uns gerade im Krieg befinden, und
Donald Trump einfach Golfen geht. Das ist Verrat am amerikanischen Volk." Das Weiße Haus spielte die Bedeutung der US-weiten Proteste im Vorfeld herunter. Eine Sprecherin bezeichnete sie als Therapie-Sitzungen, für die sich nur Journalisten und notorische Trump-Hasser interessieren würden. Andere sehen sie als Zeichen größer werdender Unzufriedenheit mit
Donald Trump. Auch wenn die Republikaner nach wie vor mehrheitlich hinter ihm stehen - insgesamt hat die Zustimmung zur Politik des Präsidenten nachgelassen. Nur noch 36 Prozent der Amerikaner sind mit seiner Arbeit zufrieden, sagt eine kürzlich veröffentlichte IPSOS-Umfrage. Das stimmt die Demokraten hoffnungsvoll. Sie wollen sich bei den Zwischenwahlen im Herbst die Mehrheit im US-Kongress sichern.