Energiepreise befeuern Teuerung Inflationsrate springt im März auf 2,7 Prozent Stand: 30.03.2026 • 15:02 Uhr Der
Iran-Krieg hat im März voll auf die Verbraucherpreise durchgeschlagen. Durch die stark gestiegenen Energiepreise sprang die Inflationsrate auf 2,7 Prozent. Experten rechnen nicht mit einer baldigen Entspannung. Die Inflationsrate ist im März sprunghaft angestiegen - auf 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Es ist der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren. Im Februar war die Teuerungsrate noch auf 1,9 Prozent gefallen. Von der Nachrichtenagentur
Reuters befragte Ökonomen hatten im Vorfeld ebenfalls mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent gerechnet. Die Teuerung liegt damit wieder deutlich über der von der Europäischen Zentralbank angestrebten Marke von zwei Prozent. Besonders stark verteuerte sich im März Energie: Hier zogen die Preise nach Angaben der Statistiker um 7,2 Prozent zum Vorjahresmonat an. Das ist der erste Anstieg bei Energie seit Dezember 2023. Bei Dienstleistungen, zu denen etwa Restaurantbesuche und Reisen zählen, stiegen die Preise um 3,2 Prozent. Lebensmittel waren 0,9 Prozent teuer als ein Jahr zuvor. Der seit mehr als vier Wochen andauernde Krieg der USA und
Israel gegen
Iran verteuerte Öl, Gas und in der Folge auch Sprit.
Iran hat die
Straße von Hormus weitgehend geschlossen: Über die Meerenge wird ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert. Das sorgt für Knappheiten, weshalb die Weltmarktpreise gestiegen sind. Vor dem
Iran-Krieg hatten Ökonomen damit gerechnet, dass die Teuerung in Deutschland dieses Jahr knapp über der Marke von zwei Prozent liegen werde. Das scheint nun bereits nach dem ersten Kriegsmonat Makulatur. Die
Deutsche Bank etwa erwartet nun, dass die Inflation im Jahresschnitt auf 2,7 Prozent klettert. Ökonomen sind sicher, dass dies erst der Anfang einer länger anhaltenden Phase der Teuerung sein wird.
Commerzbank-Chefvolkswirt
Jörg Krämer warnt: "Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang. Die höheren Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen, sofern der Krieg nicht rasch endet." "Die Inflationsrate wird in den kommenden Monaten deutlich anziehen", befürchtet deshalb die
Bundesbank. Der höhere Rohölpreis verteuere kurzfristig insbesondere Kraftstoffe und Heizöl für die Verbraucher. "Infolgedessen dürfte die Inflationsrate in nächster Zeit deutlich in Richtung drei Prozent ansteigen", so die
Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Auch das Münchner ifo-Institut sieht keine rasche Entspannung, im Gegenteil: Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen angesichts steigender Energiekosten durch den
Iran-Krieg mit höheren Preisen. Das entsprechende Barometer stieg im März auf 25,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren, wie das ifo zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Im Februar hatte es noch bei 20,3 Zählern gelegen. Schon im Ukraine-Krieg 2022 hatte die damalige Energiekrise für einen Preisschub im großen Stil gesorgt. Die Inflation kletterte 2022 auf 6,9 Prozent und lag 2023 noch bei 5,9 Prozent. Das kostete die Verbraucher über Jahre Kaufkraft, denn viele Preise haben sich dauerhaft erhöht. Lebensmittel etwa verteuerten sich nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zwischen 2021 und 2025 um fast ein Drittel (32 Prozent). Fraglich ist noch, wie schnell die Währungshüter der EZB mit einer Zinserhöhung auf den Inflationsschub reagieren werden. Bei der jüngsten Ratssitzung hatte die EZB die Zinsen noch bei 2,0 Prozent belassen.