Ein weiteres Mal steigen die Besucherzahlen, und auch in der Saison 2026/27 hat das
Staatstheater Mainz große Pläne: 24 Premieren und 38 Wiederaufnahmen soll es geben.„Nie sollst du mich befragen?“ – das Zitat aus Wagners „Lohengrin“, Eröffnungsstück der Opernsparte, hat am
Staatstheater Mainz ein Fragezeichen bekommen. Weil das Theater Fragen stelle, nicht immer genaue Antworten finde, aber immer Adressaten suche, so Intendant
Markus Müller. Die Aufgaben der Bühnen als Kommunikationsorte nehme das ganze Haus sehr ernst. „Da, wo es keine Kommunikationsorte gibt, ist die Bereitschaft höher, einfache Antworten zu suchen.“ Der Austausch des Publikums untereinander habe sich seit der Einführung des „Kombitickets“ mit inkludierter Pausenverpflegung vor gut zweieinhalb Jahren deutlich verändert, so Müller. Dies dokumentiert auch das Spielzeitheft 2026/27, das mit Tuschezeichnungen des Publikums gestaltet ist.Die Zahl der Abonnenten sei weiter gestiegen und liege nun bei 6469, auch das neue „Hop on“-Ticket für junge Leute laufe sehr gut. Stand Ende Februar liegt das Theater bei 160.838 Besuchern, das ist ein Zuwachs von 16 Prozent. „Die beste Spielzeit aller Zeiten mit riesigem Abstand“ sei bislang 2024/25 gewesen, sie werde voraussichtlich von der aktuellen überholt, so Müller.Als Einladung zur Auseinandersetzung haben er, Generalmusikdirektor
Gabriel Venzago, die Chefdramaturgin der Oper,
Sonja Westerbeck, der Chefdramaturg Schauspiel,
Jörg Vorhaben, und
Honne Dohrmann, Direktor von
Tanzmainz, nun die Saison 2026/27 vorgestellt. Für Dohrmann wird die gemeinsame 13. Spielzeit des Teams die letzte vor dem Ruhestand sein. Deshalb wird der Tanz, neben Wiederaufnahmen von Erfolgsstücken wie Sharon Eyals „Soul Chain“, noch einmal mit Choreographen zusammenarbeiten, die aus Dohrmanns Ära vertraut sind: Roni Haver und Guy Weizman, Frédérick Gravel und Antje Pfundtner.
Tanzmainz wird nach
Japan und
Südamerika touren und sei weiter enorm gefragt: Man sage mehr Gastspieleinladungen ab, als man zusagen könne, so Dohrmann.Stationentheater nach einem ComicInsgesamt will das Haus 38 Wiederaufnahmen bieten, so viele wie nie zuvor, dazu 24 Neuproduktionen. Im Musiktheater folgen nach „Lohengrin“ unter anderem „Ariadne auf Naxos“ und die Kammeroper „In der Strafkolonie“ nach Kafka von Philip Glass an einem externen Spielort. In großer Besetzung wird das Musical „Titanic“ von Maury Yeston und Peter Stone gespielt, Venzago setzt seine Beschäftigung mit Mozart anhand von „Don Giovanni“ fort. Zu Musik des Mainzer Repetitors Paul-Johannes Kirschner wird der Comic „Meanwhile“ von Jason Shiga als musikalisches Stationentheater uraufgeführt. Als deutsche Erstaufführung wird „Antarctica“ der australischen Komponistin Mary Finsterer gespielt.Das Schauspiel wird nicht nur mit „Refuge“ nach Irland touren, sondern eröffnet die Spielzeit mit einem eigens für Mainz geschaffenen Stück, Mark Reisigs „Ziemlich letzte Freunde“. Ebenfalls in Mainz entwickeln wird Chris Thorpe seine Uraufführung „I Think You Should Sit Down“. Die Preisträgerin des Zuckmayer-Stipendiums hat ihr Stück nun fertiggestellt, „Der Liebhaber meiner Frau“ von Carla Guimarães wird im Rahmen des Regiefestivals „Plug and Play“ uraufgeführt. Zahlreiche neue Stücke wie Rebekka Kricheldorfs Komödie „Flauschige Ekstase“ stehen auf dem Programm, auch für Kinder, darunter eine Dramatisierung von „Wolf“ von Saša Stanišić. An klassischen Stoffen wird es unter anderem „Die Möwe“, „Peer Gynt“ und „Der Besuch der alten Dame“ geben. Der Konzertspielplan wird gesondert vorgestellt, ebenso die Gastspiele der großen Festivals wie
Tanzmainz Festival und „Grenzenlos Kultur“.