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WED · 2026-04-01 · 11:47 GMTBRIEF NSR-2026-0401-47103
News/Marktbericht: Nahost-Krieg bremst Börsengänge
NSR-2026-0401-47103News Report·DE·Economic Impact

Marktbericht: Nahost-Krieg bremst Börsengänge

Im ersten Quartal 2026 sank die Anzahl der weltweiten Börsengänge auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren, mit 230 Neuemissionen, was einem Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut einer Analyse von EY bremst die Zuspitzung der Krise im Nahen Osten, steigende Energiepreise und die Volatilität an den Kapitalmärkten die IPO-Märkte.

Tagesschau (ARD)Filed 2026-04-01 · 11:47 GMTLean · CenterRead · 4 min
Marktbericht: Nahost-Krieg bremst Börsengänge
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Im ersten Quartal 2026 sank die Anzahl der weltweiten Börsengänge auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren, mit 230 Neuemissionen, was einem Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut einer Analyse von EY bremst die Zuspitzung der Krise im Nahen Osten, steigende Energiepreise und die Volatilität an den Kapitalmärkten die IPO-Märkte. Trotz des Rückgangs der Anzahl stieg das Emissionsvolumen um 36 Prozent auf 40,6 Milliarden Dollar, da mehr große Unternehmen an die Börse gingen. Besonders im Rüstungssektor gab es zahlreiche Börsengänge, darunter der tschechische Rüstungskonzern CSG in Amsterdam mit einem Volumen von 4,5 Milliarden Dollar. In Deutschland waren zwei von drei Emissionen ebenfalls dem Rüstungssektor zuzuordnen.

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The IPO volume increased by 36 percent to a total of 40.6 billion dollars.

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The largest IPO worldwide was the issue of the Czech arms group CSG in Amsterdam.

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Globally, there were only 230 IPOs, 23 percent less than a year earlier.

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The number of IPOs has fallen to its lowest level in six years.

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The crisis in the Middle East has had a strong impact on IPO markets worldwide.

quoteMartin Steinbach, EY
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marktbericht Niedrigster Stand seit sechs Jahren Nahost-Krieg bremst Börsengänge Stand: 01.04.2026 • 13:47 Uhr Trotz eines Rückgangs bei der Anzahl an Börsengängen ist ihr Gesamtvolumen im ersten Quartal deutlich gestiegen. Das lag vor allem daran, dass mehr große Unternehmen an die Börse gegangen sind. Weniger, aber dafür wertvoller: So lässt sich die aktuelle Entwicklung am IPO-Markt zusammenfassen. Denn die Zahl der Börsengänge ist im ersten Quartal dieses Jahres deutlich gesunken, weltweit gab es nur 230 Neuemissionen, 23 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie eine Auswertung der Unternehmensberatung EY zeigt. Damit sank die Zahl der Börsengänge zu Beginn dieses Jahres auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren. "Die neue Zuspitzung der Krise im Nahen Osten hat sich weltweit stark auf die IPO-Märkte", betont Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY, mit Blick auf die Zahlen: "Wir erleben stark steigende Energiepreise, eine erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten und zeitweise starke Rückgänge an den Aktienmärkten." Neben den geopolitischen Auswirkungen durch den Krieg im Iran seien auch die handelspolitischen Unsicherheiten - etwa durch die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump - ein Hemmnis. Doch obwohl weniger Unternehmen weltweit den Sprung aufs Börsenparkett gewagt haben, ist das Emissionsvolumen deutlich gestiegen. Mit insgesamt 40,6 Milliarden Dollar nahm das Volumen um 36 Prozent zu. Das lag vor allem daran, dass deutlich mehr große Unternehmen an die Börse gegangen sind, währen die Zahl der Börsengänge mit einem Wert von weniger als 100 Millionen Dollar von 237 auf 146 sank. Martin Steinbacher betont, das liege an einer "starken Konzentration der Investorennachfrage auf ausgewählte Sektoren und etablierte Unternehmen, die bereits vor dem Börsengang eine kritische Größe, robuste Geschäftsmodelle und eine überzeugende Erfolgsbilanz vorweisen können." So stieg denn auch die Zahl der Börsengänge mit einem Emissionsvolumen oberhalb von 500 Millionen Dollar von 14 auf 22. Vor allem in der Rüstungsindustrie gibt es derzeit zahlreiche Börsengänge: Der größte Börsengang weltweit war mit einem Volumen von umgerechnet 4,5 Milliarden Dollar die Emission des tschechischen Rüstungskonzerns CSG in Amsterdam. Das Unternehmen stell Munition und Militärfahrzeuge her. Auch in Deutschland gab es IPOs im Rüstungssektor: Mit Vincorion und Gabler Group waren zwei der drei Emissionen dem Sektor zuzuordnen. Vincorion hat sich auf Energieversorgung und Mechatronik für Panzer und Flugzeuge spezialisiert. Der deutsche U-Boot-Ausrüster Gabler baut Lösungen, mit denen U-Boote navigieren, kommunizieren und ihre Umgebung überwachen können. Damit sind mittlerweile sieben Unternehmen aus der Rüstungsbranche in Deutschland börsennotiert. Neben den beiden Neulingen sind es Rheinmetall, Hensoldt, Renk, Airbus und Thyssenkrupp Marine Systems. Und mit dem deutsch-französischen Panzerbauer KNDS plant noch ein weiteres Unternehmen aus der Rüstungsbranche seinen Börsengang. Im Sommer strebt KNDS an die Börse in Frankfurt und Paris und könnte dabei rund fünf Milliarden Euro erlösen. "Zwar wurden einzelne Transaktionen verschoben oder hatten Schwierigkeiten bei Preisfindung, jedoch profitieren Verteidigungs-, Luftfahrt- und Infrastrukturwerte vom geopolitischen Umfeld, so dass man in diesen Bereichen fast schon von einem IPO-Boom sprechen kann", so Steinbach. Besonders in der Rüstungsindustrie könnte es weitere Börsengänge geben: "Die verstärkten Anstrengungen der NATO-Staaten, ihre Verteidigungsausgaben in Richtung des 5-Prozent-Ziels des BIP zu erhöhen, sorgen für gute Perspektiven für die Unternehmen der Verteidigungsindustrie." Zudem sei auch die Luft- und Raumfahrtindustrie eine Wachstumsbranche bei IPOs. In dieser Sparte steht denn auch noch ein spektakulärer Börsengang in diesem Jahr an: Mit einer Rekordbewertung von 1,75 Billionen Dollar soll das US-Raumfahrtsunternehmen SpaceX in diesem Jahr an die Börse gehen. Nur fünf börsennotierte US-Unternehmen haben eine höhere Marktkapitalisierung. Als Termin für die Aktienplatzierung werde der Juni angepeilt, schrieben die Website "The Information" und die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. SpaceX spielt mit seinen Raketen eine Schlüsselrolle für das amerikanische Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink - und Musk brachte in SpaceX zuletzt auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein. Die meisten Neuemmissionen gab es in diesem Jahr aber weder in den USA noch in Europa, sondern in China. Dort wurden - einschließlich Hongkong - 68 Neuemissionen gezählt. Immerhin ein Plus von 18. Der Gesamtwert stieg auf 16,7 Milliarden Dollar - ein Plus von 181 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der größte Anstieg unter allen relevanten Börsenplätzen, heißt es von EY. Dort fand denn auch der drittgrößte IPO bisher in diesem Jahr statt: Der chinesische Fleischproduzent Muyuan Foods ist mit einem Emissionsvolumen von 1,4 Milliarden Dollar an die Börse gegangen. Trump-Äußerungen zu Iran-Krieg lösen Börsenrally aus Die Anleger am deutschen Aktienmarkt beflügelt heute die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Nahost-Krieges. US-Präsident Donald Trump hatte in Aussicht gestellt, die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beenden zu können. Der deutsche Aktienmarkt denn auch mit kräftigen Gewinnen in den April gestartet und hat seine jüngste Erholung damit fortgesetzt. Der DAX schnellte zunächst um bis zu 2,9 Prozent hoch, bröckelte in der Folgezeit aber etwas ab und notierte zuletzt zwei Prozent im Plus bei 23.123 Punkten. Im März hatte der deutsche Leitindex wegen des Nahost-Konflikts rund zehn Prozent eingebüßt. Der Optimismus im Iran-Krieg machte sich auch bei den gesunkenen Ölpreisen bemerkbar: Rohöl der Sorte Brent zur Lieferung im Juni fiel am Morgen unter die viel beachtete Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter), notierte zuletzt aber wieder etwas darüber.
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