Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesNeutrales Österreich verbietet US-Überflüge für
Iran-Krieg London: Öffnung der
Straße von Hormus dringend notwendig Reaktion auf Trumps Rede:
Iran droht USA und
Israel mit härteren Angriffen
NATO-Chef reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington Trump: „Wir werden in den nächsten zwei, drei Wochen sehr hart zuschlagen“NewsdeskBundesregierung bemüht sich um Deeskalation mit Washington Im Streit zwischen US-Präsident
Donald Trump und dessen Verbündeten über europäische Beiträge zum
Iran-Krieg bemüht sich die
Bundesregierung um Deeskalation. Am Mittwoch besuchte der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler
Friedrich Merz,
Günter Sautter, den amerikanischen Außenminister
Marco Rubio. Das erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Regierungskreisen. Demnach ging es in dem etwa einstündigen Gespräch um das beiderseitige Verhältnis und mögliche Beiträge der Europäer zu einer künftigen Sicherung der
Straße von Hormus, die von
Iran blockiert wird. Trump hatte die europäischen
NATO-Partner jüngst aufgefordert, bei der Sicherung der wichtigen Wasserstraße zu helfen. Diese hatten zunächst abgelehnt. Trump hatte daraufhin damit gedroht, die
NATO, das transatlantische Verteidigungsbündnis, zu verlassen. Bei seiner TV-Ansprache zum
Iran-Krieg am Mittwochabend (Ortszeit) hatte Trump die
NATO-Verbündeten nicht erwähnt. Dies wurde in europäischen Hauptstädten mit Erleichterung aufgenommen, da der Konflikt öffentlich nicht weiter eskaliert sei. Die Angriffe im ÜberblickIsrael meldet Tötung von iranischem Öl-Kommandeur in
Teheran Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen weiteren ranghohen iranischen Kommandeur getötet. Bei dem Angriff in der iranischen Hauptstadt
Teheran sei
Dschamschid Eshaghi in dieser Woche ums Leben gekommen. Er sei Kommandeur des „Öl-Hauptquartiers“ der iranischen Streitkräfte gewesen, hieß es weiter in der Mitteilung. Dieses ermögliche dem iranischen Machtapparat die Fortsetzung seiner Aktivitäten und seines militärischen Aufbaus durch Gewinne aus Ölverkäufen.Eshaghi sei auch für die Bereitstellung finanzieller Mittel für Verbündete Irans in der Region verantwortlich gewesen, darunter die libanesische Hisbollah sowie die Huthi-Miliz in Jemen. Eshaghi war auf einer Sanktionsliste des US-Finanzministeriums und dort als weltweit agierender Terrorist eingestuft.Mutmaßlich iranische Angriffe auf arabische Länder gehen weiter Auch in der fünften Woche des
Iran-Kriegs gibt es weiterhin mutmaßlich iranische Angriffe auf arabische Länder. Aus Kuwait, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar und Jordanien kamen zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden.Die Armee von Kuwait teilte auf X mit, zwei Raketen und 13 Drohnen in den vergangenen 24 Stunden abgeschossen zu haben. Auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten den Abschuss von Raketen und Drohnen. Saudi-Arabien habe am Donnerstag eine Rakete, die auf den ölreichen Osten des Landes abzielte, und weitere Drohnen abgefangen, hieß es vom Verteidigungsministerium des Landes. Katar meldete den Abschuss von Drohnen.Nicht am Golf, aber dennoch betroffen war Jordanien: Die Streitkräfte des Landes meldeten den Abschuss einer Rakete. Behörden seien dort zudem Berichten über herabfallende Trümmerteile nachgegangen. Russland:
Straße von Hormus ist für uns offen Die
Straße von Hormus ist nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow für Russland nicht gesperrt. "Sie ist für uns offen", sagt Uschakow nach Angaben der russischen Agentur Interfax im Staatsfernsehen. Die Agentur Tass berichtet, Außenminister Sergej Lawrow habe mit seinem iranischen Amtskollegen telefoniert. Themen seien die Lage in Nahost und die Situation in der
Straße von Hormus gewesen. Details dazu wurden zunächst nicht genannt. Wichtige Autobahnbrücke „B1“ bei
Teheran erneut bombardiertIn
Iran ist eine wichtige Autobahnbrücke zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden. In der Großstadt Karadsch, einem Vorort westlich von
Teheran, wurde die als „B1“ bekannte Brücke erneut bei einem Luftangriff getroffen, wie iranische Medien übereinstimmend berichteten. Der neue Angriff ereignete sich, als Rettungskräfte vor Ort im Einsatz waren, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Fars.Videos in den sozialen Medien zeigten dunkelgraue Rauchwolken nach den Raketeneinschlägen und Brückenelemente, die in sich zusammenstürzten. Das israelische Militär teilte auf Anfrage mit, nicht für den Angriff verantwortlich zu sein. Neutrales Österreich verbietet US-Überflüge für
Iran-Krieg Österreich hat seit Beginn des
Iran-Kriegs alle Überflüge von US-Militärflugzeugen in die Konfliktregion im Nahen und Mittleren Osten abgelehnt. Der Grund sei Österreichs Status als neutraler Staat, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Wien der Deutschen Presse-Agentur.Wie viele Flüge verboten wurden, teilte der Sprecher nicht mit. Jedes US-Ansuchen über die Nutzung des Luftraumes werde einzeln geprüft, sagte er. Die ebenfalls neutrale Schweiz hatte zwei US-Aufklärungsflugzeugen im Zusammenhang mit dem
Iran-Krieg den Überflug untersagt, wie die Regierung in Bern Mitte März mitteilte. Wartungs- und Transportflüge im Kontext des Kriegs wurden jedoch genehmigt.Spanien hat seinen Luftraum für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen. Die Regierung des
NATO-Staats argumentiert, dass der Krieg der USA und Israels gegen
Iran völkerrechtswidrig sei. Bekannte Anwältin Sotudeh in
Iran inhaftiert In
Iran ist eine bekannte Menschenrechtsanwältin mitten im Krieg inhaftiert worden. Nasrin Sotudeh sei am Mittwoch festgenommen worden, berichtete ihre Tochter Mehraveh Khandan auf Instagram.„Vor wenigen Minuten haben wir erfahren, dass Mama letzte Nacht festgenommen wurde, während sie allein zu Hause war“, schrieb sie. Sotudehs Notebook und Handy seien beschlagnahmt worden.Die 62 Jahre alte Sotudeh gilt als eine der einflussreichsten Anwältinnen in
Iran. Im Jahr 2020 erhielt sie den Alternativen Nobelpreis. Sotudeh wurde in den vergangenen Jahren mehrfach inhaftiert und verbrachte lange Jahre hinter Gittern. Zuletzt war sie im Herbst 2023 kurzzeitig inhaftiert.London: Öffnung der
Straße von Hormus dringend notwendig In einer Krisensitzung zur von
Iran weitestgehend blockierten
Straße von Hormus hat die britische Außenministerin Yvette Cooper eine „Rücksichtslosigkeit“ Teherans angeprangert. „Wir haben erlebt, wie
Iran eine internationale Schifffahrtsroute gekapert hat, um die Weltwirtschaft als Geisel zu nehmen“, sagte Cooper der Nachrichtenagentur PA zufolge zu Beginn des Online-Treffens von Vertretern aus mehr als 40 Ländern. Es bestehe eine „dringende Notwendigkeit“, die freie Schifffahrt durch die
Straße von Hormus wiederherzustellen. Dabei ging es in den Gesprächen aber nicht um eine von den USA ins Gespräch gebrachte gewaltsame Öffnung der Meerenge.Auch Deutschland ist bei der von Großbritannien einberufenen Krisensitzung dabei und wird von Staatssekretär Géza Andreas von Geyr vertreten. Bei dem Treffen soll den Angaben nach etwa erörtert werden, wie die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge wieder geöffnet werden kann. Die Auswirkungen der iranischen Blockade auf die Wirtschaft sind enorm. Nachdem die USA und
Israel Iran angegriffen hatten, brachte
Teheran die Schifffahrt durch die
Straße von Hormus mit Attacken und Drohungen nahezu zum Erliegen.Bisher gab es laut Cooper mehr als 25 Angriffe auf Schiffe in der Meerenge, und auf rund 2000 festsitzenden Schiffen befänden sich etwa 20 000 erfasste Seeleute. Diese „iranische Rücksichtslosigkeit gegenüber Ländern, die nie in diesen Konflikt verwickelt waren“, wirke sich auch „auf unsere globale wirtschaftliche Sicherheit“ aus.Parallel zu den Gesprächen wolle man auch Militärplaner einberufen, „um zu prüfen, wie wir unsere kollektiven militärischen Verteidigungskapazitäten bündeln können“, erklärte Cooper. Bei dem heutigen Treffen konzentriere man sich jedoch auf „diplomatische und internationale Planungsmaßnahmen“. Eine „effektive, weltweite Koordinierung“ sei nötig, um eine „sichere und dauerhafte Öffnung“ der wichtigen Meerenge zu ermöglichen.Macron: Gewaltsame Öffnung der
Straße von Hormus unrealistisch Der französische Präsident Emmanuel Macron hält einen Militäreinsatz zur Öffnung der
Straße von Hormus für unrealistisch. "Einige verteidigen die Idee, die
Straße von Hormus durch eine Militäroperation gewaltsam zu befreien", sagt Macron während einer Reise nach Südkorea vor Journalisten. Dies sei eine Haltung, die die USA gelegentlich verträten. Frankreich hingegen lehne ein solches Vorgehen ab, da es unrealistisch sei, erklärt Macron weiter. "Es würde ewig dauern und alle, die die Meerenge passieren, den Risiken durch die Revolutionsgarde, aber auch durch ballistische Raketen aussetzen." Reaktion auf Trumps Rede:
Iran droht USA und
Israel mit härteren Angriffen
Iran droht
Israel und den USA mit weiteren, noch härteren Angriffen. Ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte sagte laut Nachrichtenagentur Isna, die Kenntnisse der Gegner über Irans militärische Fähigkeiten, Macht und Ausrüstung seien unvollständig. „Über unsere sehr umfangreichen und strategischen Kapazitäten wisst ihr nichts“, so der Sprecher. Nach seiner Darstellung sind die bisherigen Angriffsziele der USA und Israels unbedeutend. Die strategische Militärproduktion finde an Orten statt, „von denen ihr in keiner Weise Kenntnis habt und die ihr niemals erreichen werdet“.
Israel und die USA sollten sich laut Sprecher nicht der Illusion hingeben, sie hätten die Produktionszentren für strategische Raketen, weitreichende offensive und präzisionsgelenkte Drohnen, neuartige Luftverteidigungssysteme, elektronische Kampfführung und Spezialausrüstung zerstört. Der Krieg werde bis zur Kapitulation der Gegner weitergehen, sagte er weiter. „Wartet auf noch härtere Maßnahmen.“
NATO-Chef reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington
NATO-Generalsekretär Mark Rutte wird in der kommenden Woche für Gespräche mit US-Präsident
Donald Trump nach Washington reisen. Der Besuch in der US-Hauptstadt sei seit längerer Zeit geplant gewesen, sagte seine Sprecherin Allison Hart der Deutschen Presse-Agentur. Details zum Programm sollten in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.Für Rutte dürfte das Treffen mit Trump eine Gelegenheit sein, sich im bündnisinternen Streit um den
Iran-Krieg um Entspannung zu bemühen. Trump hatte sich extrem verärgert darüber gezeigt, dass Alliierte auf Distanz zum Krieg der USA in
Iran gehen und sich auch nicht an einem möglichen Militäreinsatz zur Absicherung von Öl- und Gastransporten durch die
Straße von Hormus beteiligen wollen. Nach jüngsten Äußerungen zieht der US-Präsident deswegen einen
NATO-Austritt in Erwägung.Weitere Themen der Beratungen dürften die andauernden Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie der im Sommer anstehende
NATO-Gipfel in der Türkei sein. Trump: „Wir werden in den nächsten zwei, drei Wochen sehr hart zuschlagen“Bei seiner Rede an die Nation am Mittwochabend (Ortszeit) hat US-Präsident
Donald Trump harte letzte Wochen im
Iran-Krieg angekündigt. „Wir werden in den nächsten zwei, drei Wochen sehr hart zuschlagen“, sagte er. Man müsse weitermachen, bis alle Ziele erreicht seien, und da sei man nah dran: „Unsere strategischen Ziele sind fast erfüllt.“ Zuletzt hatte er immer wieder angedeutet, dass der Krieg bald enden werde. Nun ist klar: Er wird noch mindestens mehrere Wochen weitergehen.Trump stellte in Aussicht, dass
Iran in diesem Zeitraum noch ein Abkommen mit den USA erreichen könne, betonte jedoch, dass eine Einigung mit
Teheran keine Voraussetzung für ein Ende des Krieges sei. Die USA würden sich zurückziehen, sobald
Iran keine Atomwaffen mehr erlangen könne. Zugleich behauptete Trump, das derzeitige Regime sei besser als die Führung vor dem Krieg. Trump muss die Amerikaner bei Laune halten, vor den Midterms im Herbst steht er unter Druck. Seine Beliebtheitswerte sinken, laut einer neuen CNN-Umfrage unterstützen nur 34 Prozent der Amerikaner den Krieg in
Iran. Zwei Drittel sagen, ein klarer Plan sei nicht klar ersichtlich. Und an den Zapfsäulen kostet eine Gallone Sprit teils mehr als sechs Dollar, weshalb Trump bei seiner Kriegsansprache auch einen Schwenk zu vermeintlich boomenden US-Wirtschaft machte. So schnell dürften an den Zapfsäulen keine Preise fallen. Nach der Rede stieg der Ölpreis auf 105 Dollar je Barrel.Iranischer Präsident wendet sich in einem offenen Brief an US-BürgerIn einem offenen Brief an die amerikanische Nation kritisiert Irans Präsident Massud Peseschkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine absurde und für die USA kostspielige Operation. „Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je,“, schrieb der Präsident in seiner Botschaft. Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die Zukunft ganzer Generationen prägen.Die Angriffe auf die Infrastruktur des Irans richten sich Peseschkian zufolge unmittelbar gegen die iranische Bevölkerung. Diese Attacken seien nicht nur ein Kriegsverbrechen, sondern ihre Folgen würden auch über die iranischen Grenzen hinaus eine gesamte Region treffen. Für iranische Verhältnisse ist ein offener Brief an das amerikanische Volk eher ungewöhnlich. Mehr ladenTickarooLive Blog Software