PfadnavigationHomePanoramaFlorenzAngst vor Einbruch wie im
Louvre –
Uffizien lassen nach Hackerangriff Türen versiegelnStand: 14:42 UhrLesedauer: 3 MinutenGänge der
Uffizien-GalerieQuelle: Luca Bruno/AP/dpaStand ein Einbruch bevor? Die berühmten
Uffizien in
Florenz sind Opfer eines Hackerangriffs geworden, einem Bericht zufolge wurde versucht, mit gestohlenen Daten Geld zu erpressen. Das Museum reagierte mit drastischen Maßnahmen.Aus Angst vor einem spektakulären Einbruch wie im
Louvre sind nach einem Hackerangriff auf die
Uffizien in
Florenz zahlreiche Ausstellungsstücke in Sicherheit gebracht worden. Das Museum – mit mehr als fünf Millionen Besuchern pro Jahr eines der bekanntesten der Welt – ließ zudem einige Türen und Notausgänge versiegeln. Nach einem Bericht der italienischen Tageszeitung „
Corriere della Sera“ versuchten die unbekannten Täter bereits, mit den gestohlenen Daten eine Art Lösegeld zu erpressen. In vielen Museen rund um die Welt sind die Sorgen vor Einbrüchen seit einiger Zeit groß. Grund dafür ist der spektakuläre Kunstraub im
Louvre in
Paris, wo im Oktober ein Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen wurde. Bei den
Uffizien gelang es den Hackern nach Informationen aus Ermittlungskreisen seit Februar mehrfach, in die interne Datenbank einzudringen. Dabei seien ihnen neben Passwörtern und Zugangsdaten zum Fotoarchiv auch genaue Lagepläne sowie die Standorte der Überwachungskameras in die Hände gefallen.Lesen Sie auchDem „
Corriere della Sera“ zufolge gelangten die Hacker zudem an die private Handynummer von
Uffizien-Direktor
Simone Verde. Auf diese Weise sei dann die Lösegeldforderung übermittelt worden. Inzwischen ermitteln
Staatsanwaltschaft und
Polizei. Auch Italiens
Behörde für Cyber-Sicherheit ist eingeschaltet. Offiziell gab es von
Uffizien-Direktor Verde, der das Museum seit dem Abgang seines deutschen Vorgängers
Eike Schmidt 2024 leitet, keinen Kommentar.Das Museum selbst bestätigte am Freitag einen Hackerangriff am 1. Februar, ohne allerdings Details zu nennen. In einer schriftlichen Stellungnahme wurde zugleich betont, bislang sei nichts beschädigt oder gestohlen worden, auch „absolut keine Passwörter“. Die Verschließung von Türen wurde auch mit Brandschutz-Auflagen begründet. Der Austausch von Überwachungskameras habe bereits vor dem Angriff begonnen und sei dann beschleunigt worden.Schmuckstücke liegen jetzt im TresorDie fast 500 Jahre alten
Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, mit einem Schwerpunkt auf Gemälden und Skulpturen aus der Renaissance. Zum Bestand zählen berühmte Werke von Italienern wie Michelangelo, Raffael, Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli, aber auch von Rembrandt und Hans Holbein. Zu den
Uffizien gehören auch der Palazzo Pitti und die Boboli-Gärten.Lesen Sie auchNach Informationen des „
Corriere della Sera“ wurden Schmuckstücke aus dem Tesoro dei Granduchi (Schatzkammer der Großherzöge) nun sicherheitshalber in einen Tresorraum der Banca d'Italia gebracht, der italienischen Notenbank. Mehrere Ein- und Ausgänge blieben jetzt bis auf Weiteres geschlossen. Befürchtet werde auch, dass Informationen wie das umfangreiche digitale Archiv des Museums, das in jahrelanger Arbeit erstellt wurde, im Darknet landen.Der Zeitung zufolge, die sich auf die Angaben von Ermittlern und Museumsmitarbeitern stützt, könnten die Hacker bereits im August vergangenen Jahres erstmals in das IT-System der
Uffizien eingedrungen sein. Wahrscheinlich sei dies über eine Schwachstelle in einer veralteten Software für die Verwaltung der Bilder geschehen, hieß es. „Das war eine der wenigen Stellen, die noch nicht digitalisiert waren. Da sind sie reingekommen“, zitierte das Blatt eine interne Quelle im Museum.Die
Uffizien gehören zusammen mit dem Kolosseum in Rom und den Anlagen der vom Vulkan Vesuv verschütteten Stadt Pompeji zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens. Noch mehr Besucher als die Gemäldegalerie in
Florenz haben die Museen des Vatikans, die auf dem Gelände des katholischen Kirchenstaats mitten in Rom liegen. Auch dort waren nach dem Einbruch im
Louvre die Sicherheitsvorkehrungen für die Sixtinische Kapelle und die anderen Räume verstärkt worden.dpa/säd