4. April 2026Russlands Attacken auf die
Ukraine lassen nicht nach. Die wehrt sich mit Gegenangriffen - teils weit im russischen Hinterland. Es gibt tote und verletzte Zivilisten auf beiden Seiten.https://p.dw.com/p/5BenhAngegriffenes Wohngebäude in der nordostukrainischen Stadt SumyBild: Ukrainian Emergency Service/AP Photo/picture allianceBei einem Angriff der
Ukraine mit Drohnen und Raketen ist im Süden Russlands ein Mensch getötet worden. Vier weitere seien bei dem Angriff in der Region Rostow schwer verletzt worden, teilte der Regionalgouverneur
Juri Slyusarmit. Die Verletzten schwebten seinen Angaben zufolge in Lebensgefahr. "Eine Rakete traf eine gewerbliche Einrichtung", meldete der Gouverneur. Bei dem Angriff in der Hafenstadt
Taganrog sei zudem ein Frachtschiff im Asowschen Meer durch herabfallende Trümmerteile beschädigt worden. Die Luftabwehr habe Drohnen über der Bucht von
Taganrog und in anderen Gebieten zerstört. Die Hafenstadt spielt eine wichtige Rolle in Russlands Drohnenkrieg gegen die
Ukraine. Dort gibt es ein Flugzeugwerk und zwei Fabriken, die Drohnen und Drohnenteile herstellen. Als Teil ihres Abwehrkampfes setzt die
Ukraine auf Angriffe auf Rüstungsfabriken Russlands. Auch die Öl- und Gasindustrie sind ein Ziel. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen dabei in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen russischer Angriffe auf Ziele in der
Ukraine. Auch aus der russischen Region Samara wurden ukrainische Angriffe gemeldet. Dort wurde die Stadt
Toljatti mit Drohnen attackiert, teilte Regionalgouverneur
Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Was genau getroffen wurde, ist bislang unklar.
Toljatti liegt rund 800 Kilometer südöstlich von Moskau. Eine Stellungnahme aus
Kyjiw liegt nicht vor. Russland überzieht seinerseits die
Ukraine weiterhin mit Luftangriffen - zunehmend auch tagsüber. Immer wieder kommen dabei ukrainische Zivilisten ums Leben. In
Kramatorsk in der Ostukraine wurden bei einem Angriff mit Gleitbomben am frühen Freitagabend der regionalen Staatsanwaltschaft zufolge vier Menschen getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Schäden auf dem Markt von NikopolBild: General Prosecutor's Office/Handout/REUTERS An diesem Samstagmorgen kamen bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Markt in der ukrainischen Grenzstadt
Nikopol fünf Bürger ums Leben. 19 weitere wurden verletzt, wie die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. "Dies ist ein weiteres Kriegsverbrechen der Russischen Föderation", heißt es von der Staatsanwaltschaft. Die Stadt liegt am Fluss Dnipro im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk. Von Russen besetztes Gebiet liegt nur wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Ufers.
Nikopol ist regelmäßig Ziel von Bombardierungen. Gouverneur Olexander Hanscha zufolge kamen bei dem aktuellen Angriff drei Frauen und zwei Männer ums Leben. Auch aus anderen Teilen der
Ukraine werden Attacken auf die Zivilbevölkerung gemeldet. In der nordostukrainischen Stadt Sumy sind bei russischen Drohnenangriffen mindestens elf Menschen verletzt worden, teilte die Polizei mit. In der Hauptstadt
Kyjiw brach laut Bürgermeister Vitali Klitschko durch herabfallende Drohnentrümmer ein Feuer im obersten Stock eines Bürogebäudes aus. Allein in der vergangenen Nacht attackierte Russland die
Ukraine nach Angaben der Luftstreitkräfte mit 286 Kampfdrohnen. 260 davon seien abgewehrt worden. Elf Sprengsätze schlugen demnach ein.