Das Topspiel der zweiten Fußball-Bundesliga zwischen
Dresden" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="54374" data-entity-type="organization">Dynamo
Dresden und
Hertha BSC wird von schweren Krawallen überschattet. Nicht nur die Spieler erschreckt der plötzliche Ausbruch der Gewalt.Nach dem Eklat beim Zweitliga-Spiel zwischen
Dresden" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="54374" data-entity-type="organization">Dynamo
Dresden und
Hertha BSC hat die Dresdner Polizei mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei geht es um Straftaten wie Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Ticketbetrug, teilte die
Dresden" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="97650" data-entity-type="organization">Polizeidirektion
Dresden mit. Ob Personen aus beiden Fanlagern betroffen sind, blieb zunächst unklar.Aus beiden Fanlagern war zunächst Pyrotechnik gezündet worden. Danach kletterten Anhänger beider Teams über die Zäune. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock. Pyrotechnik wurde hin und her geschossen.Gästefans überwinden zunächst eine AbsperrungSchiedsrichter
Sven Jablonski musste die Begegnung unterbrechen und schickte die Teams nach den Krawallen in die Kabine. Polizisten versuchten, die Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block zu drängen. Dort wurde dann eine Hertha-Fahne abgebrannt.Laut der Polizei hatten zunächst Gästefans eine Absperrung überwunden und waren in den Innenraum eingedrungen, was durch Sicherheitspersonal nicht verhindert werden konnte. Von Dresdner Seite aus hätten etwa 60 Leute die Absperrung überwinden können. „Einsatzbeamte betraten daraufhin den Innenraum des Stadions und trennten die beiden Lager. Das Spielfeld wurde in der Folge durch die Polizei gesichert. Das Spiel musste für etwa 20 Minuten unterbrochen werden“, teilte die Polizei mit.Später hätten etwa 600 Gästefans in Begleitung der Polizei vorzeitig das Stadion verlassen und die Heimreise angetreten. Laut Polizei waren 750 Polizisten im Einsatz. Die
Dresden" class="entity-link entity-organization" data-entity-id="97650" data-entity-type="organization">Polizeidirektion
Dresden wurde von Polizisten aus
Bayern und
Thüringen sowie der Bereitschaftspolizei
Sachsen unterstützt.
Hertha BSC gewann das Spiel trotz Unterzahl mit 1:0.Berliner Spieler verurteilten die gewalttätigen Szenen. „Was da im ersten Durchgang passiert ist, hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, sagte
Toni Leistner. Der Berliner Abwehrspieler wollte allerdings „diese Szenen nicht weiter bewerten“.
Marten Winkler trifft zum Sieg für Hertha BSCHerthas Kapitän
Fabian Reese beschrieb die Eindrücke der Spieler während des Platzsturms durch Dresdner Anhänger. „Als Sportler ist man so in seinem Tunnel, auf einmal hat es überall geknallt. Es gab Rauch und Nebel, die Atmosphäre war insgesamt schon krass. Plötzlich lief irgendwer über den Platz und dann mussten wir auch schon rein“, sagte der Offensivakteur.Die Berliner gewannen die Partie nach einem Platzverweis für Hertha-Profi Josip Brekalo (66. Minute) und einem von Berlins Schlussmann Tjark Ernst parierten Strafstoß von Vincent Vermeij (77.) mit 1:0.
Marten Winkler (80.) traf zum Sieg in Unterzahl und wahrte somit für sein Team die geringen Aufstiegschancen.„Ich wurde angesprochen, was überwiegt? Ich freue mich für meine Mannschaft. Ich freue mich, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn es geht um den Sport. Alles andere hat auf dem Fußballplatz nichts verloren. Für Fußball-Deutschland ist es schon sehr enttäuschend, was heute Abend hier leider in
Dresden passiert ist“, sagte Leitl. „Zwei großartige Klubs, ein tolles Stadion, die Rahmenbedingungen sind nahezu perfekt, um einen Fußballabend genießen zu können, dann so etwas.“„Ich muss unserer Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir wissen, dass wir besser Fußball spielen können, aber in so einem Hexenkessel ist es nicht leicht – vor allem mit den Umständen von außen, die noch dazu gekommen sind. Solche Dinge haben im Fußball nichts verloren, er sollte vereinen“, sagte Hertha-Torwart Ernst.„Das ist nicht das, was wir hier sehen wollten“Auch Dynamo-Coach Thomas Stamm war mehr als zerknirscht. Es sei alles für einen tollen Fußballabend angerichtet gewesen, sagte er. Doch nun im Nachgang überwiegen andere Dinge. „Jetzt stehen Dinge im Vordergrund, die nichts zu suchen haben im Fußball“, kritisierte Stamm.„Das ist nicht das, was wir hier sehen wollten. Wir wollten ein tolles Topspiel am Samstag sehen. Ausverkauftes Haus, über 30.000 Menschen da. Realität ist leider, dass wir 100 Menschen auf dem Platz gesehen haben, ungefähr, die sich Pyrotechnik entgegengeworfen haben“, sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Stephan Zimmermann beim Pay-TV-Sender Sky.Zimmermann sagte bei RTL, es sei „wohl eine Fahne vom Gastverein weggegangen“. Er verurteilte die Vorgänge. „Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will.“ Es habe seit Wochen einen Austausch, auch mit der Politik in Sachen Sicherheit gegeben. „Es ist klar, dass wir das als Verein nicht sehen wollen und verabscheuen.“Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sagte bei Sky: „Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, weil wie gesagt, wir wollen Fußball spielen und nichts anderes.“ Gonther mochte nicht beurteilen, ob die Polizei zu spät eingegriffen habe. „Aber sie waren ja dann trotzdem rechtzeitig mit viel Präsenz drin.“ Alle Infos zum Spiel