marktbericht Ölpreise steigen weiter Mögliche Eskalation im
Iran-Krieg belastet Börse Stand: 07.04.2026 • 10:39 Uhr Deutsche Aktien starten mit Verlusten in die verkürzte Handelswoche. Mit Blick auf die blockierte
Straße von Hormus wächst die Angst vor Versorgungsengpässen. Auch nach dem langen Osterwochenende hält der
Iran-Krieg die Märkte fest im Griff. Heute Abend US-amerikanischer Zeit läuft ein Ultimatum des Weißen Hauses ab. Sollte der
Iran bis dahin nicht in seinem Sinne einlenken, droht US-Präsident
Donald Trump mit Angriffen auf die iranische Infrastruktur. Der Deutsche Aktienindex (DAX) startete mit 23.282 Punkten in den Handel, das waren 14 Punkte mehr als am Gründonnerstag. Anschließend rutschte er leicht ins Minus. "In den nächsten 24 Stunden ist alles vorstellbar", warnt
Jochen Stanzl, Chefanalyst der
Consorsbank. "Eine rasche Deeskalation ist unwahrscheinlich. Die Risiken für die Energiepreise sind klar nach oben gerichtet, während die Märkte die kurzfristige Eskalationsgefahr weiterhin unterschätzen", so der Experte. Für Anleger sei der Zeitpunkt noch nicht gekommen, die geopolitische Situation im Mittleren Osten ignorieren zu können. Öl bleibt für die Börse der entscheidende Faktor. Die Angst vor Versorgungsengpässen treibt den Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent weiter an, auf deutlich über 111 Dollar je Fass. Seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die Hälfte an. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird der Krieg zu höherer Inflation und einem langsameren globalen Wachstum führen. Die in der Gruppe
OPEC+ zusammengeschlossenen Öl-Länder haben am Wochenende inmitten der durch den
Iran-Krieg ausgelösten Mangelversorgung an den Energiemärkten eine Erhöhung ihrer Förderquoten beschlossen. Experten zufolge dürfte der Schritt zunächst aber nicht zu einer Verbesserung der Lage führen. Die
Lufthansa befürchtet, dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen könnte. "Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig", sagte
Lufthansa-Vorständin
Grazia Vittadini der Welt am Sonntag. "Je länger die
Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden." An der Wall Street hatten am Montag noch leise Hoffnungen auf eine Entspannung die Kurse angehoben. Im Gegensatz zum Frankfurter Aktienmarkt hatte die New Yorker Börse geöffnet. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,4 Prozent fester mit 46.670 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,5 Prozent vor, und der breit gefasste S&P 500 stieg um 0,4 Prozent. Für den S&P und die Nasdaq war es der vierte Handelstag in Folge mit Gewinnen. In Asien zeigte sich schon wieder ein völlig anderes Bild. Japans Börsen knickten ein. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent nach. Der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3.644 Zählern. Die Börse in Shanghai gewann 0,5 Prozent. Stark gestiegene Preise für Speicherchips verhelfen Samsung zu einem erneuten Gewinnsprung. Ein Ende dieses Trends ist dem südkoreanischen Elektronik-Konzern zufolge nicht in Sicht. Samsung sagte daher für das laufende zweite Quartal 2026 den dritten Rekordgewinn in Folge voraus. Im abgelaufenen ersten Quartal kletterte das operative Ergebnis vorläufigen Berechnungen zufolge auf einen Höchstwert von umgerechnet 33 Milliarden Euro. Dies ist nahezu dreimal so hoch wie die bisherige Bestmarke aus dem vierten Quartal 2025 und etwa achtmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen verdiente zudem in den ersten drei Monaten des Jahres mehr als im Gesamtjahr 2025. Der Umsatz habe im Auftaktquartal um 68 Prozent auf 77 Milliarden Euro zugelegt.