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TUE · 2026-04-07 · 16:00 GMTBRIEF NSR-2026-0407-56751
News/Merz: Deutschland bleibt beim Aus für Atomenergie
NSR-2026-0407-56751News Report·DE·Political Strategy

Merz: Deutschland bleibt beim Aus für Atomenergie

Der Artikel berichtet über die Debatte um Kernenergie in Europa und Deutschland. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen befürwortet neue Investitionen in Atomkraft als zuverlässige und bezahlbare Energiequelle.

Jens ThurauDeutsche Welle (DE)Filed 2026-04-07 · 16:00 GMTLean · CenterRead · 4 min
Merz: Deutschland bleibt beim Aus für Atomenergie
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Der Artikel berichtet über die Debatte um Kernenergie in Europa und Deutschland. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen befürwortet neue Investitionen in Atomkraft als zuverlässige und bezahlbare Energiequelle. Im Gegensatz dazu sieht Bundeskanzler Merz in Deutschland trotz steigender Energiekosten und internationaler Krisen keine Mehrheit für eine Rückkehr zur Atomkraft. Deutschland hat nach der Fukushima-Katastrophe 2023 seine letzten Atomkraftwerke abgeschaltet. Obwohl es immer wieder Diskussionen über eine mögliche Rückkehr gab, bleibt Deutschland bei seinem Ausstieg aus der Kernenergie. Pläne für ein Atommüll-Endlager in Gorleben scheiterten bereits in den 1970er Jahren.

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Friedrich Merz (CDU) said that the exit from nuclear energy is irreversible.

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The last German nuclear power plant was shut down in 2023.

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Germany completely phased out nuclear energy after the Fukushima disaster 15 years ago.

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German Chancellor Merz sees no majority for nuclear energy in Germany despite the Iran war and rising energy costs.

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EU Commission President von der Leyen supports new nuclear power plants in Europe.

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11. März 2026Gibt es bald neue Kernkraftwerke in Europa? EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen ist dafür. In Deutschland sieht Bundeskanzler Merz dafür trotz Iran-Krieg und steigenden Energiekosten keine Mehrheit.https://p.dw.com/p/5A95aDeutschland und das Ende der Kernenergie: Im Oktober 2025 wurden die Kühltürme des früheren Atomkraftwerks Gundremmingen in Bayern gesprengtBild: Christine Koenig/picture allianceGibt es demnächst wieder mehr Kernkraftwerke in Europa? Nach Ansicht von EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen schon. Bei einem Atomgipfel in der Nähe von Paris Anfang der Woche nannte die CDU-Politikerin die Abkehr von der Kernenergie in einigen EU-Staaten einen "strategischen Fehler." Und sprach von der Atomkraft als "zuverlässige, bezahlbare Quelle für emissionsarmen Strom." Die Chefin der EU-Kommission kündigte neue Finanzhilfen für solche Kraftwerke an. Pläne für Atommüll-Endlager in Deutschland scheiterten Eine besondere Verbindung zur Kernenergie gibt es in der deutschen Heimat von Ursula von der Leyen. Ihr verstorbener Vater Ernst Albrecht, ebenfalls CDU, war in den 1970er Jahren Ministerpräsident im Bundesland Niedersachsen und ein Anhänger der Kernenergie. Er scheiterte aber bei dem Versuch, ein Endlager für hoch-radioaktiven Atommüll im Osten seines Bundeslandes auf den Weg zu bringen. Die Ortschaft Gorleben, in der das Endlager errichtet werden sollte, wurde zum Symbol des Kampfes von hunderttausenden vor allem junger Menschen gegen die Atomkraft. Das Endlager wurde nie gebaut.Noch 2011 demonstrierten Atomkraftgegner in Gorleben in Niedersachsen. Inzwischen ist klar: Das geplante Atommüll-Endlager wird dort nicht gebautBild: Christian Charisius/dpa/picture alliance In Deutschland ist seit 2023 kein Atomkraftwerk mehr aktiv Auch jetzt stößt von der Leyens Appell für eine Rückkehr zur Kernenergie auf gemischte bis ablehnende Reaktionen im politischen Berlin. Deutschland stieg nach der Reaktor-Katastrophe im japanischen Fukushima vor genau 15 Jahren endgültig aus der Nutzung der Kernenergie aus. 2023 ging das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz, zuvor hatten von 1961 an insgesamt 37 Reaktoren einen Stromanteil von bis zu 30 Prozent geliefert. Seit dem Ende der Kernenergie gab es zwar immer mal wieder Debatten auch in Deutschland, ob eine Rückkehr zur Atomkraft nicht sinnvoll sei. Vor allem angesichts der Verknappung von Öl und Gas durch internationale Krisen wie dem Krieg in der Ukraine , der Eskalation im Nahen Osten und jetzt dem Iran-Krieg. Diese Debatten waren meist schnell wieder vorbei.Vor dem Abschalten der Atomkraftwerke in Deutschland 2022: Als Oppositionschef setzte sich Friedrich Merz (li.), hier mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, noch für den Erhalt deutscher Kernkraftwerke einBild: Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance Merz: Ausstieg aus der Kernenergie ist unumkehrbar Auch jetzt sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) , frühere Bundesregierungen hätten entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. Diesen Beschluss zu ändern, sei nicht möglich. Er fügte hinzu: "Ich bedaure das, aber es ist so, und wir konzentrieren uns jetzt auf die Energiepolitik, die wir haben." Denn auch Merz weiß: Für eine Rückkehr zur Kernenergie gäbe es im aktuellen Bundestag nur eine Mehrheit von CDU, CSU und der in Teilen rechtsextremen "Alternative für Deutschland" (AfD). Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt Merz aber selbst stets aus. Von der SPD ein klares Nein zu neuen Atomkraftwerken Prompt kam vom kleinen Koalitionspartner der konservativen Union aus CDU und CSU, den Sozialdemokraten, ein klares Nein zum Vorschlag von der Leyens: Umweltminister Carsten Schneider (SPD) verwies auf die vielen Milliarden an Steuergeldern, die die Kernenergie in den Jahrzehnten ihres Betriebs gekostet habe: "Wenn eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen." Schneider wies auch den Plan aus Brüssel zurück, in Zukunft vor allem auf kleine, mobile Reaktoren zu setzen, die so genannten "Small-Modular-Reactors", kurz SMR: "Diese kleinen Atomkraftwerke werden schon seit Jahrzehnten angekündigt, schaffen aber den Durchbruch nicht und ringen stattdessen um Subventionen." Tatsächlich hatte zuletzt auch Markus Krebber, Chef des größten deutschen Stromversorgers RWE, den kleinen Reaktoren eine Absage erteilt: "Stand jetzt ist eine Investition für ein privatwirtschaftliches Unternehmen in SMRs nicht darstellbar", sagte Krebber dem Nachrichtenportal Político. Weltweit gebe es zur Zeit keinen Zulieferer, der Bauzeiten zu fest vereinbarten Kosten anbieten würde. Der RWE-Chef stellte damit klar: Von den Unternehmen gibt es kein Geld für diese kleinen Reaktoren.Ursula von der Leyen will in der EU wieder Kernkraftwerke errichten lassenBild: Abdul Saboor/AP Photo/Reuters/dpa/picture alliance Anders als in Deutschland wird in anderen EU-Ländern sehr wohl über einen Ausbau der Kernenergie nachgedacht. Das gilt vor allem für Frankreich, das immer noch 57 Reaktoren betreibt. Die Franzosen haben einen Kreis von 15 EU-Staaten gegründet, der sich für neue Atomkraftwerke einsetzt. Dazu gehören etwa Schweden und Italien. Andere Länder wie Deutschland, Spanien und Österreich haben der Energie-Nutzung der Atomkraft dauerhaft den Rücken gekehrt. In Deutschland führte schon die Katastrophe von Tschernobyl 1986 zu einem Umdenken in Bezug auf die Kernenergie. Die 1980 in Westdeutschland gegründete Partei "Die Grünen" setzte sich vehement gegen Atomenergie ein. Nach ihrem Eintritt in die Regierung zusammen mit der SPD setzten sie 2002 erfolgreich den schrittweisen Ausstieg durch. Der wurde rückgängig gemacht, als die Konservativen in einer Koalition mit den neoliberalen Freien Demokraten (FDP) wieder an die Macht kamen und beschlossen, die Laufzeiten der deutschen Reaktoren zu verlängern. Doch das Blatt wendete sich erneut: Nach einem Erdbeben und einem Tsunami kam es am 11. März 2011 im japanischen Kernkraftwerk Fukushima zur Kernschmelze, dem so genannten Super-Gau. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) selbst sorgte für die Rückkehr zum Ausstieg. Die Regierung beschloss das Ende der Atomkraft in Deutschland. Dabei ist es bis heute geblieben.
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