NEWSAR
Multi-perspective news intelligence
SRCTagesschau (ARD)
LANGDE
LEANCenter
WORDS925
ENT12
THU · 2026-04-09 · 09:43 GMTBRIEF NSR-2026-0409-60039
News/Jesidische Schwestern aus Hannover kämpfen für Menschenrecht…
NSR-2026-0409-60039News Report·DE·Human Rights

Jesidische Schwestern aus Hannover kämpfen für Menschenrechte

Die fünf Schwestern Düzen, Tezcan, Tuğba, Tuna und Tülin Tekkal aus Hannover engagieren sich weltweit für Menschenrechte. Als Töchter kurdisch-jesidischer Geflüchteter haben sie ihre Erfahrungen und ihr Engagement in einem Buch zusammengefasst.

Alexandra Milana Friedrich, NDRTagesschau (ARD)Filed 2026-04-09 · 09:43 GMTLean · CenterRead · 4 min
Jesidische Schwestern aus Hannover kämpfen für Menschenrechte
Tagesschau (ARD)FIG 01
Reading time
4min
Word count
925words
Sources cited
1cited
Entities identified
12entities
Quality score
100%
§ 01

Briefing Summary

AI-generated
NEWSAR · AI

Die fünf Schwestern Düzen, Tezcan, Tuğba, Tuna und Tülin Tekkal aus Hannover engagieren sich weltweit für Menschenrechte. Als Töchter kurdisch-jesidischer Geflüchteter haben sie ihre Erfahrungen und ihr Engagement in einem Buch zusammengefasst. Düzen Tekkal, Journalistin und Kriegsreporterin, reiste 2014 in den Nordirak und wurde Zeugin des Völkermords des IS an den Jesiden, was ihren Aktivismus verstärkte. Die Schwestern sind international bekannt; Tuğba Tekkal erhielt 2024 das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement im Fußball. Sie haben an einer UN-Vollversammlung teilgenommen und trafen Persönlichkeiten wie Amal und George Clooney im Rahmen ihrer Arbeit. Ihr Vater begann bereits nach seiner Flucht nach Deutschland, sich für die Rechte der Jesiden einzusetzen.

Confidence 0.90Sources 1Claims 5Entities 12
§ 02

Article analysis

Model · rule-based
Framing
Human Rights
Human Interest
Tone
Measured
AI-assessed
CalmNeutralAlarmist
Factuality
0.80 / 1.00
Factual
LowHigh
Sources cited
1
Limited
FewMany
§ 03

Key claims

5 extracted
01

'Háwar.help' was founded in 2015 and has more than 50 employees today.

factualnull
Confidence
1.00
02

In 2014, ISIS attacked the Jesidi settlement area in the Sinjar Mountains.

factualnull
Confidence
1.00
03

Tuğba Tekkal received the Bundesverdienstkreuz in 2024 for her work with 'Scoring Girls*'.

factualnull
Confidence
1.00
04

Düzen Tekkal says activism is 'alternativlos' for daughters of Kurdish-Jesidic refugees.

quoteDüzen Tekkal
Confidence
1.00
05

Düzen, Tezcan, Tuğba, Tuna und Tülin Tekkal are activists for human rights from Hannover.

factualnull
Confidence
1.00
§ 04

Full report

4 min read · 925 words
Weltweites Engagement Wie fünf Schwestern aus Hannover für Menschenrechte kämpfen Stand: 09.04.2026 • 13:50 Uhr Fünf Schwestern, eine Mission: Düzen, Tezcan, Tuğba, Tuna und Tülin Tekkal sind Aktivistinnen für Menschenrechte. Sie kommen aus Hannover und engagieren sich weltweit. Über ihre gemeinsame Arbeit haben sie nun ein Buch geschrieben. "Wenn du als Tochter von kurdisch-jesidischen Geflüchteten und als Frau zur Welt kommst, dann ist dein Aktivismus alternativlos", sagt Düzen Tekkal. Sie ist Journalistin, Kriegsreporterin und Autorin - und das dritte von elf Kindern einer kurdisch-jesidischen Familie. Düzen Tekkal war das erste Familienmitglied, das in Deutschland zur Welt kam: 1978 in Hannover. "Die Politik wurde uns in die Wiege gelegt. Mein Vater hat mit dieser Menschenrechtsarbeit begonnen, als er nach Deutschland gekommen ist." Er habe das getan, weil "niemand wusste, wer oder was Jesiden sind. Aber wir sind bedroht worden, seitdem es uns gibt." Die fünf Tekkal-Schwestern sind weit über die Grenzen von Hannover bekannt. Die jüngste, Tülin, ist Musikerin und hatte als Moderatorin eine eigene Late-Night-Show im WDR. Tuğba hat als Profisportlerin beim HSV gespielt und später mit dem 1. FC Köln den Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft. 2024 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihr Ehrenamt mit der Fußball-Organisation "Scoring Girls*". Die fünf Schwestern nahmen auch schon an einer UN-Vollversammlung in New York teil - und im Rahmen ihrer Arbeit trafen sie unter anderem die Menschenrechtsaktivistin und Juristin Amal Clooney und deren Ehemann, US-Schauspieler George Clooney. Die Schwestern Düzen, Tezcan, Tuğba, Tuna und Tülin Tekkal sind weit über die Grenzen von Hannover bekannt. Als Politikwissenschaftlerin und Journalistin hatte Düzen Tekkal zunächst politische Strukturen analysiert und erklärt. Entscheidend für den Schritt zum Aktivismus war eine Reise in den Nordirak 2014: Was als Reise zu den kulturellen Wurzeln gedacht war, wurde zur Begegnung mit Tod, Trauer und Verzweiflung. Denn im August 2014 überfiel die Terrormiliz "Islamischer Staat" das Siedlungsgebiet der Jesiden im Sindschar-Gebirge. Zehntausende Menschen flohen vor dem Terror, der IS verschleppte und vergewaltigte, versklavte und ermordete systematisch tausende Jesidinnen und Jesiden, Männer, Frauen, Kinder. Ein "life-changing moment", erklärt Düzen Tekkal im Interview mit NDR Kultur. "Ich bin als Journalistin in den Irak gefahren und zur Chronistin des Völkermords an meiner Religionsgemeinschaft geworden und als Menschenrechtsaktivistin zurückgekehrt." "Háwar", das kurdische Wort für "Hilfe", wurde nicht nur der Titel einer Dokumentation über ihre "Reise in den Genozid". So lautet auch der Name der Menschenrechtsorganisation, die sie 2015 gründete. Nach und nach stiegen ihre Schwestern mit ein. "HÁWAR.help" wurde zum Familienunternehmen, mit heute mehr als 50 Angestellten, verschiedenen Sub- und Nebeninitiativen, für die es viel Anerkennung gibt. Über ihren Weg dorthin haben die fünf Schwestern ein Buch geschrieben. In "Wut und Wärme" geht es um das Weitermachen gegen Widerstände und darum, wie jede von ihnen die Organisation stützt. Tuna Tekkal etwa nennen die Schwestern "social butterfly": "Ich sorge dafür, dass es allen gut geht. Ich halte mich eher im Hintergrund und wirke dort", schreibt sie. Auch Tezcan Tekkals Spitzname - "deutsche Eiche" - wird im Buch erklärt: "Verlässlichkeit, Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft, das war von klein auf meine Nische." Die ehemalige Profi-Fußballerin Tuğba Tekkal bezeichnet sich als "typisches Sandwichkind". Sie wurde als mittlere in der Geschwisterreihe oft übersehen. Fußball habe ihr Kraft gegeben, sei ihr Tor zur Freiheit gewesen. Sie will Mädchen in Deutschland und im Irak dabei helfen, einen selbstbestimmten Weg zu gehen. Dafür hat sie das Fußball-Empowerment-Projekt "Scoring Girls*" ins Leben gerufen. Mädchen können unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Glaubensrichtung kostenlos trainieren und so ihre eigene Stärke und das Gemeinschaftsgefühl im Team erleben. "Das ist wie in einer Band", beschreibt Tülin Tekkal das Geheimnis ihrer Schwesternschaft. "Gemeinsam klingt es nur dann richtig gut, wenn jedes Instrument seine eigene Klangfarbe hat. Das bringt uns zum Tanzen." Das Nesthäkchen der Familie arbeitet auch als DJ, Moderatorin, Content Creator. Sie ist sozusagen die Schwester mit Partyhütchen und Clownsnase. Und sorgt dafür, "dass die Tekkal-Kapelle nicht nur Trauermärsche spielt", wie sie in der NDR Talk Show erzählt. Auf Instagram sieht man, wie Tülin Tekkal im nordsyrischen Rojava mit Kämpferinnen der kurdischen Fraueneinheit YPJ ausgelassen tanzt. In Reels nimmt sie liebevoll sich selbst, ihre Familie und ihre Herkunft aufs Korn. Ihre Aufgabe sei es, "Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören, zusammenzubringen. Und das ist unter anderem Musik und Politik oder eben auch Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit", erzählt sie im Interview mit NDR Kultur. Das Buch porträtiert diese unterschiedlichen Persönlichkeiten, die durch geteilte Werte zusammengehalten werden. Zu den moralischen Eckpfeilern ihrer Schwesternschaft gehören Prinzipien wie Ehrlichkeit und Durchhaltevermögen, Fürsorge und Freude, Spiel und Spiritualität. Wegbereitend für die Schwestern waren aber auch aus Wut gewonnene Energie und Rebellion: "Wir wären heute nicht da, wo wir stehen, wenn wir uns mit den Rollen zufriedengegeben hätten, die für uns vorgesehen waren. Mit den Lebensläufen, die sich unsere Eltern für uns vorgestellt hatten", sagen die Aktivistinnen. Das Ideal der Eltern war, dass ihre Töchter einen jesidischen Mann heiraten und Kinder bekommen, um das kulturelle Überleben des Jesidentums zu sichern. Die Töchter wollten etwas anderes. Dafür kämpften sie. Dieses frühe Aufbegehren innerhalb der Familie hätte sie gelehrt, wie Frauen für sich einstehen können, ohne die Verbindung zu denjenigen zu kappen, mit denen sie im Konflikt sind. Nur eine der vielen Lektionen, die ihnen das Leben in einer Großfamilie - 13 Menschen in einer Vierzimmerwohnung in Hannover-Linden - mitgegeben hat. "Der Schlüssel steckte von außen an der Tür, so sind wir aufgewachsen", schreiben sie. Und so offenherzig gewähren die Tekkals auch Einblicke in ihre besondere Familie. Aber nicht aus Exhibitionismus: Vom Privaten weiten sie den Blick immer auf die große politische und gesellschaftliche Ebene. So verstehen sie auch die Schwesternschaft.
§ 05

Entities

12 identified
§ 06

Keywords & salience

9 terms
menschenrechte
1.00
jesiden
0.90
aktivismus
0.80
tekkal-schwestern
0.80
völkermord
0.60
hannover
0.60
kurdish-jesidischen geflüchteten
0.50
islamischer staat
0.50
sindschar-gebirge
0.40
§ 07

Topic connections

Interactive graph
No topic relationship data available yet. This graph will appear once topic relationships have been computed.