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FRI · 2026-04-10 · 13:40 GMTBRIEF NSR-2026-0410-61982
News/Probleme im Flugverkehr: Was Sie über di/Waffenruhe in Hormus: Börsenrally trotz Krisenangst: Anleger…
NSR-2026-0410-61982News Report·DE·Economic Impact

Waffenruhe in Hormus: Börsenrally trotz Krisenangst: Anleger hoffen auf Stabilität

Trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten zeigten sich die Börsen diese Woche widerstandsfähig. Auslöser war eine fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus, die Anleger hoffnungsvoll stimmte.

Ilka KopplinFAZFiled 2026-04-10 · 13:40 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Waffenruhe in Hormus: Börsenrally trotz Krisenangst: Anleger hoffen auf Stabilität
FAZFIG 01
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Trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten zeigten sich die Börsen diese Woche widerstandsfähig. Auslöser war eine fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus, die Anleger hoffnungsvoll stimmte. Zuvor hatte US-Präsident Trump mit scharfen Angriffen gegen den Iran die Spannungen verschärft. Die Angst vor einer Eskalation des Konflikts spiegelte sich in steigenden Benzinpreisen wider, da die Straße von Hormus für Öl- und Gaslieferungen blockiert war. Die vorläufige Einigung und die zweiwöchige Waffenruhe führten zu einer Erleichterung an den Märkten, da Anleger auf eine Deeskalation hoffen und befürchten, eine mögliche Rally zu verpassen.

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Ein Barrel (159 Liter) Brent bewegte sich in Richtung 90 Dollar.

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Die Kursentwicklung in dieser Woche zeugt von der fest verankerten Überzeugung der Anleger, bei Kursrückgängen zu kaufen.

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Eine Waffenruhe in der Straße von Hormus sorgt für Erleichterung, bleibt aber fragil.

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Die Börsen zeigen sich trotz geopolitischer Spannungen robust. Eine Waffenruhe in der Straße von Hormus sorgt für Erleichterung, bleibt aber fragil.Es war eine Börsenwoche, die es in sich hatte. Eine ruhige Woche nach Ostern, die damit beginnt, dass der amerikanische Präsident Donald Trump das Ende der Zivilisation ankündigt, kann gar keine gute werden. Im Krieg gegen Iran feuerte der Oberste der Vereinigten Staaten solch eine Salve an Kraftausdrücken und Beleidigungen über Social Media gegen die iranische Führung, dass sich amerikanische Medien gezwungen sahen, diese zu schwärzen oder beim Verlesen mit einem Piepton zu versehen. Am Ende dieser Woche näherte sich der deutsche Leitindex DAX dann doch wieder der 24.000-Marke. „Die Kursentwicklung in dieser Woche zeugt von der fest verankerten Überzeugung der Anleger, bei Kursrückgängen zu kaufen“, heiß es bei Mark Dowding vom Vermögensverwalter Blue Bay Asset Management. Es herrsche nach wie vor die Zuversicht, Deeskalation und Lösung des Konflikts seien unvermeidlich. Im Gegensatz zur Kehrtwende bei den Zöllen im vergangenen April sei allerdings der Ausweg, den die Trump-Regierung diesmal suche, kompliziert und risikobehaftet. Es handele sich um einen großen Krieg mit mehreren Konfliktparteien und unterschiedlichen Zielen. „Bei weiter steigenden Kursen könnte die Anleger schnell die Angst packen, etwas zu verpassen“, sagte Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank. Eine darauf basierende Rally sei nicht auszuschließen, wenn sich die Waffenruhe als stabil erweise.Wie groß die Sorge vor einer noch größeren Eskalation war, ließ sich nicht zuletzt abermals in hiesigen Tankstellen ablesen: als die Benzinpreise neuerlich anstiegen und sich manch einer bei einem bundesweiten durchschnittlichen Dieselpreis von mehr als 2,50 Euro je Liter wohl die Augen rieb. Schließlich blockiert Iran seit Wochen die vor allem für Öl- und Gaslieferungen wichtige Straße von Hormus. Hunderte Tanker können nicht passieren, in der Folge sind die Öl- und Spritpreise durch die Decke geschossen. Da verwundert es umso mehr, dass es offenbar kurz vor Auslaufen eines von Trump für Dienstag gesetzten Ultimatums doch noch gelang, vorerst eine Einigung zwischen den USA und Iran zu finden und eine zweiwöchige Waffenruhe zu vereinbaren. In einem Beitrag in seinem Social-Media-Portal Truth Social schrieb Trump, er werde die Angriffe auf Iran für zwei Wochen aussetzen, sofern Teheran der „vollständigen, unverzüglichen und sicheren Öffnung“ der Straße von Hormus zustimme. Die Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten. In Erwartung eines bald wieder geregelten Transports durch die Meerenge fielen die Rohölpreise daraufhin am Mittwoch prozentual zweistellig. Die Terminkontrakte für die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) wie auch die Nordseesorte Brent fielen um jeweils 15 Prozent. Ein Barrel (159 Liter) Brent bewegte sich in Richtung 90 Dollar. Am Mittwoch standen die Zeichen dann auch auf „kaufen, kaufen, kaufen“, wie eine australische Zeitung titelte.„Kaufen, kaufen, kaufen!“ So hieß es erst in Asien, dann fast überall.Anleger in Asien läuteten die Rally an den Börsen ein. Auch deshalb, weil asiatische Staaten in besonderem Maße von der Blockade der Straße von Hormus betroffen sind, da sie ihre Energie zu einem großen Teil durch diese Meerenge aus dem Nahen Osten beziehen. Japan erhält beispielsweise rund 90 Prozent der Ölimporte von dort und musste schon auf seine Notreserven zurückgreifen. Der japanische Leitindex Nikkei schloss am Mittwoch dementsprechend gut fünf Prozent fester, der südkoreanische Kospi legte zwischenzeitlich rund sieben Prozent zu.Zu den Gewinnern zählten unter anderem Chiphersteller, deren Produktion besonders energieintensiv ist. Auch in Europa atmeten Anleger auf. Der deutsche Leitindex DAX eröffnete mit einem Plus von fünf Prozent auf mehr als 24.000 Punkte, M-DAX und Euro-Stoxx 50 legten ebenfalls jeweils um fünf und vier Prozent zu. Auch an den anderen europäischen Börsen in Paris, Mailand oder London legten die Aktienkurse zu.Doch schnell kehrten die Zweifel zurückZu den Gewinnern zählten erwartungsgemäß Fluggesellschaften wie Lufthansa, Ryanair oder auch Reisekonzerne wie TUI. Zu den großen Verlierern zählten ebenso wenig überraschend die Mineralölkonzerne im Euro-Stoxx 600, darunter BP, Galp, Eni und Equinor. In Amerika setzte sich die Rally an den Börsen fort. Bei aller Erleichterung wurden allerdings auch schnell Zweifel und Skepsis laut. Wie hoch sind die Chancen auf einen dauerhaften Frieden wirklich? Wie weit liegen die USA und Iran in ihren Forderungen auseinander? Nicht zuletzt: Wie viele Schiffe könnten nun wie schnell die Meerenge passieren?Die Analysten der LBBW wiesen deshalb direkt auf das Risiko weiterer Lieferkettenstörungen und Engpässe an den Energie- und Gütermärkten hin. All diese Fragen und Unsicherheiten zeigten sich schon am Donnerstag. Iran hielt die Waffenruhe durch die Angriffe Israels auf Libanon für verletzt, die Straße von Hormus war in der Folge nur für sehr wenige Schiffe passierbar. Analysten und Volkswirte sprachen denn auch von einem brüchigen Waffenstillstand. Der Ölpreis zog daraufhin um gut zwei Prozent auf rund 98 Dollar je Barrel der Nordseesorte Brent an. Der Preis für US-Öl WTI stieg um rund sechs Prozent auf 100 Dollar. Seit Kriegsbeginn sind die Ölpreise um rund 40 Prozent angestiegen. Der DAX, der am Vortag noch die wichtige Marke von 24.000 Punkten überschritten hatte, notierte zum Handelsschluss am Donnerstag gut ein Prozent tiefer bei 23.807 Punkten. Der Euro-Stoxx 50 gab leicht auf 5896 Zähler nach. An der Wall Street hoben Kursgewinne bei Einzelwerten die wichtigsten Indizes nach anfänglichen Einbußen hingegen erneut ins Plus.Das Augenmerk der Anleger liegt nun auf den Friedensgesprächen zwischen Iran und den USA, die an diesem Wochenende in Islamabad beginnen sollen – auch wenn die auf einem denkbar wackligen Fundament basieren. „Das geopolitische Tauziehen entwickelt sich zunehmend zu einem Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Anleger kaum noch klare Orientierung finden“, schrieb Fachmann Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. „Die Frage, welchen Wert Vereinbarungen oder Feuerpausen tatsächlich haben, dürfte zunehmend in den Fokus rücken.“
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