Der Angstgegner gewinnt abermals klar:
Alexander Zverev verliert auch das achte Spiel gegen
Jannik Sinner nacheinander – zum fünften Mal ohne Satzgewinn. Das macht wenig Hoffnung für die
French Open.
Alexander Zverev ließ die Schultern hängen und lächelte gequält. Schon wieder. Dann gratulierte er achselzuckend dem grinsenden
Jannik Sinner. Schon wieder. Andere Woche, anderer Belag, gleicher Ausgang: Auch im dritten Halbfinal-Duell mit dem eiskalten Südtiroler binnen vier Wochen hat Deutschlands Nummer eins eine Niederlage kassiert. Und die fiel beim 1:6, 4:6 auf dem Sand seiner Wahlheimat
Monte Carlo einigermaßen krachend aus – phasenweise war es ein Klassenunterschied.„Ich habe sehr, sehr solide gespielt“, sagte Sinner. Das reichte, um Zverev bei seiner achten Niederlage in Serie im direkten Duell, der fünften in Serie ohne Satzgewinn, keine Luft zum Atmen zu lassen. Nicht eine Breakchance erhielt der gebürtige Hamburger über die komplette Distanz, einmal schaffte er es zum 30:30. Für jemanden, der sich auch und vor allem beim Return-Spiel verbessert haben will, eine beunruhigende Statistik.
Jannik Sinner: „Ich bin auf jeden Fall sehr happy“Bis zum Start der
French Open am 24. Mai wartet eine Menge Sandplatz-Arbeit auf Zverev, die sich in der kommenden Woche in München fortsetzt. Dort ist er Titelverteidiger – es ist sein einziger Turniersieg seit Anfang 2025.Sinner hingegen, der im Vorjahr in
Monte Carlo wegen seiner Dopingsperre fehlte und danach bei den
French Open dramatisch im Finale gegen
Carlos Alcaraz den Titel verpasste, kann nun wieder die Nummer eins der Welt werden – durch den Turniersieg am Sonntag. Dann geht es gegen Alcaraz, der den Monegassen Valentin Vacherot mit 6:4, 6:4 besiegte. „Ich bin auf jeden Fall sehr happy, wie ich hier gespielt habe“, sagte Sinner.
Jannik Sinner zeigt Zverev auch in
Monte Carlo, was in ihm steckt.EPAHappy durfte Zverev mit seiner Leistung am Tag nach seinem hart erkämpften Viertelfinalsieg über Brasiliens Juwel
Joao Fonseca hingegen nicht sein. Anders als bei den beiden Hartplatz-Pleiten in Indian Wells (2:6, 4:6) und Miami (3:6, 6:7), bei denen er zumindest phasenweise mithielt, hatte Zverev auf seinem Lieblingsuntergrund diesmal nicht den Hauch einer Chance.Mitunter erinnerte das Duell in seiner Einseitigkeit an das 0:6, 1:6 beim Paris-Masters im Oktober auch wenn Zverev im zweiten Satz etwas besser ins Spiel fand. Nach nur 34 Minuten hatte Sinner den ersten Satz gewonnen und nach 1:22 Stunden seinen ersten Matchball verwandelt.Für Sinner war es im 13. Aufeinandertreffen mit Zverev der neunte Sieg. Erst zum dritten Mal maßen sich Deutschlands und Italiens bester Spieler auf Sand. 2020 hatte Sinner das erste direkte Duell überhaupt im Achtelfinale der France Open gewonnen, 2022 siegte Zverev im Viertelfinale von
Monte Carlo knapp.Derzeit bleibt Zverev knapp hinter den besten: Bei sieben der jüngsten acht Masters-Turniere stand er im Halbfinale – das Finale erreichte er kein einziges Mal. Gut, aber nicht gut genug für ganz vorne. Eine Zuschreibung, die Zverev eigentlich ablegen wollte.