PfadnavigationHomePolitikAuslandUngarnOrbán und Magyar haben gewählt – Hohe Beteiligung bei Abstimmung erwartetStand: 11:36 UhrLesedauer: 2 MinutenIn
Ungarn wird ein neues Parlament gewählt. Seit 6 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Umfragen zufolge droht dem amtierenden Ministerpräsidenten
Viktor Orbán eine Niederlage. WELT-Reporterin Tatjana Ohm berichtet.Bei der Parlamentswahl in
Ungarn entscheidet sich, ob
Viktor Orbán an der Macht bleibt. Herausforderer
Peter Magyar tritt mit guten Umfragewerten an – beide haben am Morgen ihre Stimmen abgegeben.In
Ungarn hat am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Ihr Ausgang entscheidet darüber, ob Ministerpräsident
Viktor Orbán ein weiteres Mandat erhält oder die Macht verliert. Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbáns Herausforderer
Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg. Der 45-jährige Magyar ist ein ehemaliger Gefolgsmann Orbáns, der demonstrativ mit ihm gebrochen hat. Mit der bürgerlichen
Tisza-Partei hat er eine Oppositionskraft geschaffen, die eine Wende verspricht und große Beliebtheit erlangt hat. Bereits am Morgen gaben Orbán und Magyar in
Budapest ihre Stimme ab. Orbán erklärte nach der Stimmabgabe vor Journalisten, dass er seinem Herausforderer Magyar gratulieren würde, sollte dieser die Wahl gewinnen. Auf die Frage, welches Ausmaß eine Niederlage seiner Partei
Fidesz haben müsste, damit er deren Vorsitz niederlegt, sagte Orbán kurz: „Ein großes“. Magyar betonte, er sei sicher, dass seine Partei die Wahl gewinne: „Die einzige Frage ist, ob mit einer einfachen oder einer Zwei-Drittel-Mehrheit“. Er sagte zudem, es gehe um eine Wahl „zwischen Ost und West“.Er erwarte zudem eine „Rekord-Wahlbeteiligung“. Drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die Wahlbeteiligung landesweit bei 16,89 Prozent und damit deutlich höher als bei der letzten Wahl zum selben Zeitpunkt, als sie 10,31 Prozent betrug. Magyar kündigte für den Fall eines Wahlsiegs an, als Erstes gegen die Korruption vorzugehen und die von der EU eingefrorenen Gelder für
Ungarn freizugeben. Zudem werde seine Regierung die Position Ungarns in der EU und der Nato stärken. Er rief die Wähler dazu auf, alle Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe zu melden. „Wahlbetrug ist ein sehr schweres Verbrechen“, sagte er. Orbán erklärte seinerseits, Europa steuere auf eine große Krise zu. Es brauche eine starke nationale Einheit, um dieser zu widerstehen.Lesen Sie auchOrbán hat in den 16 Jahren seiner Regierung einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Präsident Donald Trump verbündet. Rund acht Millionen Bürger sind wahlberechtigt. Die Wahllokale öffneten um 6.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr. Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.dpa/jho