PolitikGlobal13. April 2026Ungarn bekommt einen neuen Ministerpräsidenten: Die Partei von Oppositionsführer Magyar erlangt bei der Parlamentswahl eine Zweidrittelmehrheit. US-Präsident Trump kritisiert den Papst. Der DW-Nachrichtenüberblick.https://p.dw.com/p/5C4R8Ungarn Noch-Ministerpräsident
Viktor Orbán spricht nach der Wahlniederlage zu AnhängernBild: Attila Kisbenedek/AFPDie Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar hat laut Berechnungen der Wahlkommission bei der Parlamentswahl in Ungarn eine Zweidrittelmehrheit errungen. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen kommt sie auf 138 der 199 Sitze. Magyar ließ sich am Budapester Donauufer von zehntausenden Anhängern feiern. Der amtierende Ministerpräsident
Viktor Orbán räumte seine Niederlage ein und gratulierte seinem Herausforderer telefonisch. Mit der Zweidrittelmehrheit kann Magyar weitreichende Reformen umsetzen, die Verfassungsänderungen erfordern, und Schlüsselposten neu besetzen, die bislang von Orbán bestimmt wurden. Ohne diese Zweidrittelmehrheit könnten etwa das Verfassungsgericht oder andere Institutionen Reformvorhaben der künftigen Regierung blockieren. Die Wahl gilt als die bedeutendste politische Entscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Orbán hatte seit 2010 ein zunehmend autoritär geprägtes Regierungssystem etabliert, Ungarn auf Konfrontationskurs zur EU geführt und außenpolitisch die Nähe zu Russland sowie zur US-Regierung unter
Donald Trump gesucht. Trump erwartet Rückkehr des
Iran an den Verhandlungstisch US-Präsident
Donald Trump geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der
Iran weiter verhandeln und die Forderungen Washingtons auch erfüllen wird. Die Führung in Teheran habe die Gespräche unter Vermittlung Pakistans nicht abgebrochen, sagte Trump dem US-Sender Fox News. Zum Ende seien die Verhandlungen mit den Iranern in Islamabad "sehr freundschaftlich" gewesen. Stunden nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem
Iran hatte der US-Präsident eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge am Persischen Golf einzufahren oder diese zu verlassen, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Der
Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen. Über die Auswirkungen des
Iran-Kriegs in Europa berät die EU-Kommission an diesem Montag in Brüssel. Angesichts der "aktuellen geopolitischen Lage" habe Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das Thema auf die Agenda gesetzt, sagte eine Sprecherin. Geprüft würden derzeit verschiedene Maßnahmen, um die Auswirkungen der hohen Ölpreise auf die europäischen Verbraucher abzuschwächen. Unter anderem ist eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne im Gespräch. Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich gemeinsam mit vier europäischen Kollegen in einem Brief an die Kommission für eine solche Abgabe ausgesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist allerdings dagegen. Wegen der weltweit hohen Ölpreise aufgrund des
Iran-Kriegs steht auch Indonesien unter starkem Druck. Präsident Prabowo Subianto flog am Sonntag nach Russland, um in Moskau mit Staatschef Wladimir Putin über die Lieferung von Erdöl an Indonesien zu sprechen. Das teilte das Präsidialamt in der Hauptstadt Jakarta mit. Indonesiens Präsident Prabowo Subianto bei einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin im Dezember 2025Bild: Kommersant Photo Agency/Sipa USA/picture alliance Indonesien, die größte Volkswirtschaft in Südostasien, hat Treibstoff rationiert und empfiehlt Beamten, im Homeoffice zu arbeiten, um Benzin zu sparen. Die Regierung hat versprochen, die Treibstoffpreise nicht weiter steigen zu lassen. Russlands Botschafter in Indonesien, Sergej Tolchenow, hatte im März erklärt, sein Land sei offen für den Verkauf von Öl. "Wenn sie es brauchen, sagen Sie es uns, und dann werden sie es bekommen", erklärte Tolchenow seinerzeit am Rande einer Militärübung beider Länder im Hafen von Jakarta. Leo XIV. besucht als erster Papst der Geschichte Algerien Papst Leo XIV. beginnt an diesem Montag eine elftägige Afrikareise. Zum Auftakt wird das Oberhaupt der katholischen Kirche zu einem historischen Besuch in Algerien erwartet. Nach Angaben des Vatikans wird der Papst in Algier zunächst Präsident Abdelmadschid Tebboune treffen. Anschließend stehen Besuche in der Großen Moschee und bei der katholischen Gemeinde auf dem Programm. Am Samstag leitete Papst Leo eine Gebetswache für den Frieden im PetersdomBild: Isabella Bonotto/Anadolu/picture alliance In Algerien sind fast alle der 47 Millionen Einwohner Muslime. Der Islam ist Staatsreligion. Ziel des Papstes ist es laut Vatikansprecher Matteo Bruni, "sich an die islamische Welt zu wenden, aber auch eine gemeinsame Herausforderung des Zusammenlebens anzugehen". Anschließend reist Papst Leo weiter nach Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. US-Präsident Trump bezeichnet Papst Leo als "schrecklich" US-Präsident
Donald Trump hat das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Leo XIV., scharf kritisiert. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete der Republikaner den Papst als "schrecklich" in außenpolitischen Fragen. Trump schrieb, der Papst solle "dankbar" sein, da er sein Amt angeblich nur seiner US-amerikanischen Herkunft verdanke. US-Präsident Trump: Papst Leo sollte dankbar seinBild: Annabelle Gordon/REUTERS Der US-Präsident betonte weiter, er wolle keinen Papst, der eine mögliche atomare Bewaffnung des
Iran toleriere oder militärische Aktionen der USA, etwa gegen Venezuela, kritisiere. Die ungewöhnlich scharfen Angriffe folgen auf eine Predigt des Papstes vom Wochenende, in der dieser ein Ende aller Kriege forderte und vor wachsender Gewalt warnte. Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.