Albert Riera ist mit unüberlegten Aussagen aufgefallen. Das hat für viel Unruhe bei der Eintracht gesorgt. Der
Spanier wird sich an die Gegebenheiten in
Frankfurt und der
Bundesliga anpassen müssen.
Albert Riera geht auf seine Art mit dem großen Druck um, der seit Wochen auf ihm und der Eintracht lastet. Ihn betrachtet Frankfurts Trainer durchweg „durch die rosarote Brille“. Er sei „immer positiv und lächle“ und sei „glücklich“, sagte der
Spanier vor dem Spiel in
Wolfsburg. Eine Form von Selbstbetrug, könnte man meinen.Seit November hatten die
Hessen auswärts nicht mehr gewonnen. Und mit Riera, der seit Anfang Februar den Posten ausübt, war dem Klub nur ein Sieg aus den zurückliegenden vier Partien gelungen. Schön anzuschauen, war Frankfurts Spiel selten. Ganz anders, als vom Trainer in den schönsten Farben in Aussicht gestellt.Beim 2:1 gegen den
VfL hielt immerhin die gute erste Halbzeit Rieras positiver (Dauer-)Sicht stand. Die zweiten 45 Minuten, in denen die Eintracht viel zu passiv war und mit etwas Glück einem für sie unbefriedigenden Ergebnis entging, hingegen trübten abermals die Gesamtschau. Da brauchte sich niemand etwas vorzumachen.
Albert Riera sorgt für keine neuen SchlagzeilenTrotzdem werden Frankfurts Führungskräfte im Vorstand und Präsidium aufgeatmet haben. Auch weil
Albert Riera diesmal hinterher mit seinen Aussagen keine neuen Schlagzeilen lieferte, die wieder für Unruhe sorgten. Die unnötige Probleme schufen. Unter Stress oder wenn er sich Kritik ausgesetzt fühlt, reagiert der Trainer zu oft unüberlegt. Es verfestigte sich der Eindruck, dass er unberechenbar sei. Rieras Wirken birgt Risiken.Bei
Albert Riera ist ein Umdenken erforderlichDer Trainer wird dauerhaft sein Auftreten und seinen Kommunikationsstil ändern müssen, wenn er über diese Saison hinaus eine gesicherte Zukunft am
Main haben will. Die Frage ist nur, ob er das kann. Ob das seiner Persönlichkeit entspricht.
Albert Riera scheint extrem von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt zu sein. Das lässt er viele, wohl auch bei der Eintracht, spüren. In der Außenwahrnehmung kommt der
Spanier dann intern eher wie ein Ein-Mann-Betrieb daher. Wie ein Fußballlehrer, der gut gemeintem Rat nicht offen gegenübersteht. Bei dem offenbar nur dessen Meinung wichtig ist. Doch dieses Verhalten passt nicht zum Umgang, wie ihn sich die Eintracht wünscht und vorlebt.Sie legt Wert auf einen Austausch auf Augenhöhe. Auch über konträre Ansichten muss miteinander gesprochen und diskutiert werden können. Insofern wird sich
Albert Riera an die Gegebenheiten in
Frankfurt und der
Bundesliga anpassen müssen. Er muss umdenken. Er sollte dazulernen wollen, neue Erfahrungen in sein Verhalten einfließen lassen. Voraussetzung ist also ein Reifeprozess bei
Albert Riera. Den Frankfurter Erfolg in
Wolfsburg kommentierte der Trainer sachlich und ausgewogen. Schöne neue Eintracht-Welt? Nein.
Albert Riera wird weiter unter Beobachtung stehen. Bisher hat er viele Dinge oft nur auf seine Art gesehen und eingeschätzt.