Die Hoffnung auf die Teilnahme an der Postseason wollte Jacob Knauf nicht aufgeben. „Solange es rein rechnerisch noch möglich ist, hauen wir alles rein“, sagte der Skyliners-Center der F.A.Z. kurz nach dem enttäuschenden 73:93 gegen Heidelberg am Sonntagnachmittag. Während die Gäste ihren überraschenden Sieg im Abstiegskampf ausgelassen mit ihren mitgereisten Fans feierten, hatten die meisten Frankfurter Spieler das Parkett bereits zügig verlassen – mit teils ratlosen Gesichtern und hängenden Schultern. Die Niederlage gegen den Tabellenvorletzten war nicht nur in der Höhe verdient, sondern bedeutet auch einen empfindlichen Rückschlag für die Saisonziele der Skyliners.Dementsprechend klar fiel die Bewertung von Cheftrainer Klaus Perwas aus. „Wir haben in den ersten Minuten noch gut verteidigt und auch unsere Würfe getroffen, aber insgesamt war das natürlich eine enttäuschende Leistung, die wir heute gezeigt haben“, so Perwas, dessen Mannschaft dem Gegner nach einem ausgeglichenen Beginn (13:17) in fast allen Bereichen unterlegen war. Einzig bei der Anzahl der Offensivrebounds lagen die Frankfurter am Ende vorne, konnten diesen Vorteil aber nicht in Punkte umwandeln.Skyliners mit unglücklicher Wurfauswahl„Wir hatten viele Würfe, aber die haben wir einfach nicht getroffen“, so Knauf. Das lag auch an einer unglücklichen Wurfauswahl. Zu oft fehlte die Ruhe im Spielaufbau, agierten die Hessen zu hastig. Manche Würfe erreichten nicht einmal den Korbring, sie wurden zu sogenannten Airballs. Von insgesamt 68 Versuchen aus dem Feld waren nur 24 erfolgreich. Jenseits der Drei-Punkte-Linie war die Quote noch geringer: Die Skyliners trafen wie die Heidelberger elf Distanzwürfe, benötigten dafür allerdings 40 Versuche, Heidelberg nur 24. Hinzu kamen insgesamt 17 Ballverluste der Frankfurter, die dem Gegner immer wieder schnelle Punkte ermöglichten.„Wir sind im ersten Viertel schon ohne Energie und ohne Physis rausgekommen“, so Knauf, der versuchte, eine Erklärung für den uninspirierten Auftritt seines Teams zu finden. Zur Halbzeitpause war der Rückstand der Frankfurter bereits zweistellig (32:45). Danach reichten den Heidelbergern etwas mehr als zwei Minuten, um den Vorsprung auf mehr als 20 Punkte auszubauen (34:55). Gefährdet war der Sieg des Tabellenvorletzten zu keinem Zeitpunkt. Auch mit guten Einzelaktionen, etwa von Tyger Campbell (15 Punkte), Nahiem Alleyne (12) und Isaiah Swope (14), konnten die Frankfurter das Spiel nicht drehen.Trainer Klaus Perwas erwartet eine „klare Reaktion“ von seinem TeamMit der Niederlage verloren die Frankfurter nach dem 80:75-Sieg im Hinspiel nicht nur den direkten Vergleich gegen die Heidelberger, sondern versäumten auch die Gelegenheit, den Klassenverbleib mit einem Sieg mathematisch zu sichern – und den Abstand auf den zehnten Platz und die damit verbundene Teilnahme an der Postseason zu verringern. Die Ausgangslage, um dieses Saisonziel zu erreichen, hat sich durch die Niederlage deutlich verschlechtert. Die Frankfurter liegen nun zwei Siege hinter Platz zehn und könnten mit einer Siegesserie in den ausstehenden fünf Partien zumindest rein rechnerisch noch auf einen der Ränge springen, die für die Play-Ins reichen.„Die nächsten Gegner sind schwierig, aber es ist auf jeden Fall noch machbar“, gab sich Knauf optimistisch. Dazu bedarf es allerdings einer deutlichen Leistungssteigerung, zumal die Skyliners ein schweres Restprogramm zu absolvieren haben. Viermal müssen sie noch gegen Teams aus den Top Sechs antreten und treffen zudem mit Chemnitz auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um Platz zehn. Damit die Frankfurter ihre theoretische Chance auf die Postseason wahren können, benötigen sie am Freitag einen Sieg beim Tabellensechsten in Würzburg, den sie im November in einem umkämpften Hinspiel besiegen konnten. Nicht nur Cheftrainer Perwas erwartet „eine klare Reaktion“ seines Teams.Rekord für die Skyliners: 138 PatenschaftenEs gibt eine bedenkliche Tradition bei den Frankfurt Skyliners: Wenn sie viel Geld einsammeln für einen guten Zweck, verliert das Basketball-Bundesligateam in der Regel am nächsten Tag. Der Niederlage gegen Heidelberg ging am Samstag bei der Benefiz-Gala im Gesellschaftshaus des Palmengartens aber ein Triumph voraus: 138 Patenschaften im Wert von jeweils 3000 Euro stifteten Sponsoren, Institutionen und Freunde für das Projekt „Basketball macht Schule“. Ein Rekord in schwierigen Zeiten zugunsten der Sportkultur: In jeder Woche bewegen die Skyliners rund 3000 Kinder mit diesem nun 15 Jahre alten Projekt an 90 Schulen. Das scheint nötiger denn je und mitunter wichtiger als das Ergebnis eines Bundesligaspiels.Und so ließ es sich unter anderem die Bürgermeisterin Frankfurts, Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen), nicht nehmen, die Bedeutung dieses Engagements unter der Ägide der Skyliners-Gesellschafter Gunnar Wöbke und Thomas Kunz vor den potentiellen Spendern so überzeugend wie anspornend zu schildern. Die erfuhren nebenbei, wie es um die Qualität der Jugend im Klub steht: Jamie Edoka kam als Sieger mit der U18-Nationalmannschaft vom internationalen bedeutenden Albert-Schweitzer-Turnier zurück nach Frankfurt, zusätzlich dekoriert mit der Auszeichnung zum wertvollsten Spieler des Turniers. Damit nicht genug: Am Sonntag gewann das 3×3-Profiteam der Skyliners zu seinem Saisonauftakt ein Challenger-Turnier in China – und ließ dabei den zum Nationalteam erklärten Rivalen aus Bonn hinter sich. Der Lohn: die Qualifikation für die World Tour 2026. (F.A.Z.)