PfadnavigationHomeWirtschaftLufthansaNach den Piloten auch die Flugbegleiter – Gewerkschaft ruft zu weiterem Streik aufStand: 13.04.2026Lesedauer: 5 MinutenLufthansa-Maschine in Frankfurt am MainQuelle: Getty Images/Thomas LohnesDer Pilotenstreik ist noch in vollem Gange, da bahnen sich für die
Lufthansa bereits die nächsten Probleme an: Direkt im Anschluss an die Piloten soll auch das Kabinenpersonal die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft
Ufo rief die Flugbegleiter des Unternehmens zum Streik auf.Bei der
Lufthansa eskalieren die Streiks des fliegenden Personals. Noch vor dem Ende des bis Dienstag laufenden Pilotenstreiks hat die Kabinengewerkschaft
Ufo die Flugbegleiter zu zwei weiteren vollen Streiktagen bei den Gesellschaften
Lufthansa und
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Lufthansa Cityline ausgerufen.Mit dieser fünften Streikwelle des fliegenden Personals wird der Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten
Lufthansa an diesem Mittwoch endgültig überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen.Lesen Sie auchBereits am Montag hatte der erneute Pilotenstreik wieder für hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als „absurd und unerfüllbar“ bezeichnet. Erneut mussten tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern. Am Montag warnte Personalvorstand
Michael Niggemann die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und
Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.“ Am Abend legte die Kabinengewerkschaft
Ufo nach, die bereits am vergangenen Freitag gestreikt hatte. Die hohe Beteiligung zeige überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lasse, erklärte Tarifexperte
Harry Jaeger. „Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, ‚jederzeit verhandlungsbereit‘ zu sein.“Es gebe keinen besseren Ort des Protestes als den geplanten Festakt mit
Bundeskanzler Merz, sagt
Ufo-Vorsitzender
Joachim Vázquez Bürger. „Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre
Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert – und auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden.“Lesen Sie auchIm Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ stellte Vorstandschef Carsten Spohr klar, dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der
Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke“, sagte Spohr.Der
Lufthansa-Chef hielt den Spartengewerkschaften vor, dass sie in einem Dilemma steckten: „Keine der von ihnen tarifierten Airlines nimmt am erfreulichen Wachstum unserer
Lufthansa Group mit ihren insgesamt 14 Airlines überhaupt noch teil.“ Die Ursachen dafür lägen in „oft jahrzehntelangen komplexen Tarifstrukturen – teilweise aus unserer Zeit als Staatsairline.“Erster Streik bei EurowingsDie VC hatte die Piloten der
Lufthansa-Kerngesellschaft, der
Lufthansa Cargo und der Regionaltochter
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Lufthansa Cityline zu Arbeitsniederlegungen bis einschließlich Dienstag aufgerufen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in der laufenden Auseinandersetzung um höhere Betriebsrenten. Am Montag wurde zudem erstmals der Ferienflieger Eurowings für einen Tag bestreikt. VC-Präsident Andreas Pinheiro machte die
Lufthansa für die erneute Streikwelle der Piloten verantwortlich. „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“ Ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden solle, sei für die VC nicht tragfähig. Lesen Sie auchNiggemann begründete erneut den harten Kurs des Managements. Die Kerngesellschaft „
Lufthansa Classic“ sei heute schon auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig, sodass man die Kosten nicht noch weiter erhöhen könne. „Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Classic.“Für den
Lufthansa-Konzern sei klar, dass Flugzeuge nur dort eingesetzt werden könnten, wo sie profitabel fliegen. Daher würden Gesellschaften außerhalb der Kernmarke wie die neue Tochter
Lufthansa City Airlines wachsen – auf Kosten der Kerngesellschaft. „Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen.“Die
Lufthansa-Kerngesellschaft ist zwar die mit Abstand größte, aber auch unprofitabelste Airline im Konzern. Der Vorstand führt das unter anderem auf hohe Gehälter und starre Dienstpläne der Crews zurück. Mehr als 1100 Absagen allein in FrankfurtIn den vergangenen Jahren wurden mit Discover und City Airlines neue Flugbetriebe gegründet, die kostengünstiger unterwegs sein sollen. Zum Jahreswechsel stellten sie 45 von insgesamt 387 Passagierflugzeugen unter der Marke
Lufthansa und sollen auch in den kommenden Jahren stark wachsen. Bei den Tarifverträgen blieben die Spartengewerkschaften außen vor und Verdi machte entsprechende Verträge für das fliegende Personal. An den Flughäfen standen zum Auftakt der vierten Streikwelle im laufenden Jahr viele Maschinen still. Allein in Frankfurt waren für die beiden Tage zusammen mehr als 1100 Starts und Landungen abgesagt worden. In München wurden 710 Flugbewegungen gestrichen.
Lufthansa wollte rund die Hälfte der Langstreckenflüge stattfinden lassen. Auf der Nah- und Mittelstrecke sollte etwa jeder dritte Flug erfolgen. Ähnliches ist auch am Dienstag zu erwarten.Bei Eurowings sollten rund 60 Prozent des ursprünglichen Plans geflogen werden. Der Ferienflieger kann zum einen auf die in Malta registrierte Eurowings Europe zählen, die nicht unter deutsches Tarifrecht fällt. Zudem könne man mit Unterstützung von Partner-Airlines rechnen. An den großen NRW-Flughäfen Düsseldorf und Köln fiel knapp die Hälfte der geplanten Eurowings-Starts aus. Auf den Internetseiten sowohl der
Lufthansa als auch der Flughäfen wurden Passagiere gebeten, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und gegebenenfalls ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren.Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von
Lufthansa und
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Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik laut VC ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate.dpa/säd